Buch 
Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
Entstehung
Seite
325
JPEG-Download
 

325

Hornhalden, Hotwiel, Junkeren, Latten, Landolt, Löchli, Lust, Mönchhof, Obertilli, Pa-pierer, Näheren, Roßweg, Schattli, Schooren, Schwelle, Schwyz , Seßler, Sonnenberg,Soodhof, Stig, Wacht, Wald« und Weyer. Sie zählte am Ende des vorigen Jahrhunderts1500 Seelen und gehörte zum Zürichsee -Kapitel. Der Pfarrsatz oder die Kollatur derPfründe besaßen 1250 die Edeln von Hottingen, daher führt Kilchberg jetzt noch als Wappeneine weiße Rose in blauem Felde, das Wappen gedachter Edeln. Erst 1408 kam der Kirchenfatzvon denselben kaufsweise an das Kloster Kappel , mit welchem er durch die Reformation an denRath gelangte, von dem die Pfarrer gewählt und durch das Amt Kappelerhof besoldet wurden.Schon vor der Reformation muß neben dem Leutpriester ein Helfer zu Kilchberg gewesen sein,denn Ao. 1314 befand sich dort ein Bertholdus, Subdiakon; 1518 ein Rudolf Thumysen alsKaplan der St. Biziuspfrund. Diese Kaplaneistelle behielt auch eine Zeitlang nach der Re-formation diesen Namen und die Kaplane oder Helfer waren zugleich Schulmeister. 1533 wurdeeine förmliche Helferstelle errichtet, mit der Verpflichtung, sämmtlichen Pfarrern im Zürichfee-Kapitel Aushülfe zu leisten; der Diakon mußte sonntäglich aus der Stadt an den Ort seinerBestimmung wandern, bis dann später im 17ten Jahrhundert ein Helfereigebäude in Kilchberg errichtet wurde. Der Schuldienst wurde dem Helfer erst Ao. 1793 abgenommen. Der Helferwurde wie der Pfarrer von dem Rath erwählt und bezog sein Einkommen ebenfalls aus demAmt Kappelerhof. Der erste reformirte Pfarrer war Johannes Dignauer, erwählt 1520,der zweite Rudolf Gwerb, erwählt 1524; dann folgten 1526 Heinrich Buchter, 1530 EulogiusFehr. Einer der nachfolgenden, Rudolf Wyß, bekleidete 54 Jahre lang die Stelle, nämlich von1636 bis 1690. Der erste bestimmte Diakon war Hans Trinkler, erwählt 1533. Die Kirchewurde, nachdem sie im Jahr 1443 mit dem Dorf ebenfalls verbrannt worden, damals wiederneu erbaut. Es entstand deßhalb zwischen dem Kloster und den Gemeindsgenossen Streit, derdurch 6 Chorherren des Stifts dahin entschieden wurde, daß die Kirchgenossen zu bauen haben,das Kloster aber die Kirche decken und an den Bau 20 Mütt Kernen, 20 Eimer Wein und45 Pfund an Geld steuern soll. 1503 wurde der Helm des Thurmes vom Wind umgeworfen;es entstand wegen des Baues neuerdings Streit und auch dieser wurde durch einen gütlichenSpruch von Heinrich Göldli, Ritter, und Konrad von Chusen, beide des Raths, dahin ent-schieden, daß das Kloster 200 Pfund Haller, 15 Mütt Kernen und 15 Eimer Wein an denBau des neuen Thurmes geben, in Zukunft aber daS Dach auf dem Chor und der Schatten-seite der Kirche unterhalten soll, welche Verpflichtung dann später an den Staat überging.Ao. 1666 wurde die Kirche erweitert und erneuert. Damals waren noch schöne Glasscheibenmit den eidgenössischen Wappen, herrührend von 1507, in derselben. 1719 wurde die Kircheebenfalls erweitert. Archidiakon Wirz schenkte damals einen neuen Taufstein in dieselbe. 1758ivurde sie renovirt und geweißt und vom Rath an die dießfälligen Kosten 200 fl. beigesteuert.Das Pfarrhaus wurde 1756 bedeutend renovirt und erweitert. Im Jahr 1794 wurdezu Kilchberg zunächst der Kirche ein Schulhaus erbaut, an das die Regierung 1500 fl. bei-steuerte.

Die Gemeinde Kilchberg gehörte von 1798 bis 1814 zum Distrikt und Bezirk Horgen ,später zum Oberamt Wädenschweil.

Weiteres siehe die Artikel Feuersbrünste, Kriegsereignisse, Naturbegebenheiten, Sterbend u. a.