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Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
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betrugen als früher. Zm Zahr 1408 besaß das Kloster 28 Wohnhäuser in der Stadt, 1470noch 18, die meist um ihr Kloster her lagen. Nach der Mitte des löten Jahrhunderts wurdendurch drei Räuber, die sich über Nacht in der Kirche versteckt hatten, aus derselben bedeutendeKostbarkeiten entwendet. Um diese Zeit herrschte bei den Dominikanern große Sittenverderbnrß,so daß sich der Rath im Zahr 1486 genöthigt sah, ihnen das Beichtehören bei den Nonnen amOetenbach zu untersagen, und einige auf drei bis vier Zahre aus der Stadt zu verweisen. Zndem Waldmann'schen Aufstand 1489 hielten es die Predigermönche mit seinen ärgsten Feindenund gaben ihnen Unterschlaus im Kloster. Zn der alten, abgelegenen St. Niklauskapelle kamendie Göldli und die andern von Zedermann unbemerkt zusammen und berathschlagten, wie sieWaldmann am sichersten stürzen könnten. Nach dessen Sturz und Tod schenkte der hörnerneRath dem Kloster zum Dank ein Meßgewand mit dem Zürcherschild, der aus Waldmannsrothem Sammet und Perlenschnüren gewirkt war, und das köstliche Kreuz, welches Waldmannan einer goldenen Kette getragen hatte. Sie erwählten bald nachher den Bruder Zakob Rafen-spühler, den der Rath aus der Stadt verwiesen hatte, zu ihrem Prior. Diesem Trotz und demWohlleben in dem Predigerkloster schlug indeß wie allen andern Klöstern die Stunde des Unter-gangs, als die Reformation eintrat. Am 3. Dezember 1524 wurde erkennt, was junge starkeMönche wären, die sollte man Handwerke lernen, diejenigen, welche Genie zeigen, zum Stu-Viren thun, die übrigen bei ihren Pfründen im Frieden absterben lassen, Samstag nach Nikolaikamen unversehens die Odristmeister nebst etlichen Räthen und Bürgern mit den Stadtknechtenin das Predigerkloster, nahmen die jungen Mönche gutwillig oder gezwungen in die Mitte undführten sie in das Barfüßerkloster. Das Predigerkloster wurde aufgehoben, wobei man in dem-selben 77 Mütt Kernen, 8'/- Malter Haber und bei 200 Eimer Wein fand, die Klostergebäudedem Spital übergeben, die Gefälle und Einkünfte des Klosters später mit dem neu entstandenenObmannamt vereinigt. Unter den Predigermönchen hatten sich im Lause der Zeit nur wenigedurch Gelehrsamkeit-auögezeichnet und zwar Leuthold von Regensberg am Ende des 13ten Jahr-hunderts und Albrecht von Weißenburg, der zu Gunsten des im Zahr 1479 ertheilten Ablasseseinen lateinischen Traktat schrieb, den er dem Papst zueignete.

Die Pfarrgemeinde zum Predigern entstand erst nach der Reformation, indem dieganze große Stadt und die gestimmte Umgegend derselben vorher im Großmünster pfarrgenössigwar. Die Predigerkirche war nur Klosterkirche und bei Aufhebung des Klosters wurde derGottesdienst in derselben ganz eingestellt und nur in der Spitalkapelle von dem Prädikantendes Spitals noch gepredigt und dessen Predigten auch von den Bewohnern des Niederdorfsbesucht. Als aber die Kapelle zu eng wurde, beschloß man im Zahr 1544, daß der Prädikanrim Spital für den untern Theil der Stadt sonntäglich im Chor der Predigerkirche eine Predigthalten soll. Er erhielt nun den Titel Prädikant zu den Predigern und im Spital, mußteaber dem Großmünster, als der rechten Mutterpsarre, mit Kirchendiensten gewärtig und ge-horsam sein. Zm Zahr 1571 wurde dem Prädikanten die Würde und das Einkommen einesChorherren beigelegt, 1575 bewilligt, das heilige Abendmahl in der Predigerkirche auszutheilen,erst im Zahr 1614 aber wurde die Predigergemeinde gänzlich von der Großmünsterkirche ge-trennt und zu einer eigenen Pfarrgemeinde erhoben, welche nunmehr die untere Hälfte dergroßen Stadt nebst den drei äußern Gemeinden Oberstraß, Unterstraß und Fluntern umfaßte,

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