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durch Glauben und Frömmigkeit; ziere uns aus mit Ehrfurcht vor Dir, auf daß wir feienlebendige Tempel deS heiligen Geistes." Diese letztern Worte deuten auf die zwar unrichtigeMeinung hin, die Kirche habe ursprünglich zum heiligen Geist geheißen. — Zn dem Thürmcdenob dem Chor, das 1629 vom Wind hinuntergeworfen und neu erbaut wurde, hängt ein Glöck-lein, auf welchem eine lateinische Inschrift und die Zahrzahl 1451 stch befindet. — 1737 wurdeeine neue Mauer um den Kirchhof hergestellt. 1793 ward die Kirche ansehnlich renovirt. Znden Zähren 1799 bis 1801 diente die Predigerkirche theils zur Aufbewahrung von Kriegs-,gefangenen, theils als Lazareth für kranke und verwundete Franzosen, Oesterreicher und Russen,und der Gottesdienst für die Predigergemeinde wurde während dieser Zeit in dem Schulhausam Bach abgehalten. Erst am 18. Oktober 1801 wurde die Kirche, nachdem sie renovirtworden, wieder eingeweiht.
Das Pfarrhaus zum Predigern ist an den Erimmenthurm angebaut und steht mitdemselben in Verbindung. Vor der Reformation war es ein Deginenhaus, nachher wohnteeine Zeitlang der Obmann gemeiner Klöster in demselben und erst im Zahr 1554 wurde derPrädikant am Spital, später der Pfarrer am Predigern und Chorherr in dasselbe versetzt.Derjenige Theil der Behausung, worin sich gegenwärtig die eigentlichen Wohngemächer befinden,wurde erst später zwischen das Haus zum Schneeberg und den Thurm hineingebaut, welcherursprünglich von allen Seiten frei, nur an einer Ecke mit dem alten gegen den Rindermarktstehenden Hause, der lange Keller genannt, zusammenhing, also daß man von diesem in jenennur oben und unten Lurch einen äußern Gang gelange» konnte.
Für den Helfer wurde Ao. 1630 das Haus der Frau Maria Lochmann auf dem Pre-digerkirchhof angekauft, woran Las Stift Großmünster zwei Drittel, der Spital ein Drittelbezahlen, letzterer den Unterhalt desselben übernehmen mußte, später der Staat. Es wurdevon Zeit zu Zeit renovirt.
Kirche, Kirchhof, Pfarrhaus, später auch Helserei, Sigristen- und Todtengräberwohnung(erstere oben am Predigerkirchhof, letztere im Predigergäßli liegend) übernahm nach der Re-formation die Regierung zum Unterhalt, weil sie die Einkünfte des Predigerklofters zu Handengenommen hatte.
Probstei,
siehe Großmünster.
Promenaden
(oder Spazierplätze) gibt es um die Stadt Zürich her sehr schöne, wie an wenigen andernOrten. Wir nennen als solche : 1. den Schützenplatz zwischen der Limmat und Sihl , mit GeßnersDenkmal; 2. das Sihlbölzli, von zwei Armen der Sihl eingeschlossen; 3. die sogenannte Katzeund 4. den Hirschengraben mit der hohen Promenade. Es ist aber hier nicht der Ort, Näheresdarüber mitzutheilen.
Provisorei
nannte man dasjenige dem Stift zum Großmünster gehörige Gebäude, in welchem ein jeweiligerProvisor lebenslänglich seinen Sitz hatte. Dieses Haus liegt an der obern Kirchgasse, da, wodie Straße in die Neustadt hinaufführt.