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Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
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704
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Scheidegg .

Ein einzelner Berg in der Gebirgskette an der östlichen Grenze des Kantons, zwischen Waldund Fifchenthal. Auf demselben stand im Mittelalter eine Burg der Edeln von Scheidegg , vondenen Hans um das Jahr 1400 lebte.

Schenkhof.

So nannte man den Raum in dem Chorherrengebäude am Großmünster, wo die Trottedes Stifts sich befand, welche geöffnet wurde, wann der Weinzehnten verliehen, und wiedergeschlossen, wann die Zehnten alle geliefert, ausgedruckt und vertheilt waren. Dasjenige Mit-glied des Stiftes, welches die Aufsicht über den Schenkhof hatte und die Herbstgefchäfte be-sorgen mußte, wurde der Schenkhofer genannt. Dieses Amt wechselte unter den Mitgliederndes Stifts. Mit der Eröffnung des Schenkhofes gingen gewöhnlich in den Schulen die Herbst-ferien an.

Schennifferhaus.

Die Abtei Schennis im Gaster, welche im hiesigen Kantone verschiedene Gefalle hatte,besaß ein HauS auf dem Münsterhof eigenthümlich, welches sie um die Mitte des löten Jahr-hunderts zu einem Amthaus kaufte, das die Wohnung ihres Amtmanns war und welches siebis zu ihrer Aufhebung besaß.

Schießent.

Als eine Art Volksfest erscheinen neben den Fastnacht- und Kilbifreuden in unserm Landeschon frühe die Schießen oder Freischießen. Die erste Uebung solcher Art soll 1405 stattgehabtund vom 11. August bis 21. September gedauert haben und dabei 450 Büchsenschützen und236 Bogenschützen zugegen gewesen sein.

1465 fand ein namhaftes Armbrustschießen zu Zürich statt, zu welcheni die Glarner ein-geladen wurden. Die Gaben waren: drei verdeckte Pferde, drei verdeckte Ochsen, ein silbernerBecher, eine silberne Schaale und ein goldener Ring. Jede Armbrust mußte ein Pfund Heller-Doppel geben.

1504 war am 11. August ein großes Schießen, wobei sehr viel fremdes Volk erschien.400 Büchsenschützen hatten 972 fl. zum Ausschießen, und die beste Gabe, in 110 fl. bestehend,gewann einer von Jnsbrugg. 236 Bogenschützen hatten eine ähnliche Summe zum Ausschießen,und die beste Gabe gewann ein Augsburger. Man hatte einen Glückshafen, in welchem 437 fl.lagen. Jeder, der einen Zug thun wollte, hatte einen Kreuzer einzulegen, und es that denbesten Zug mit 50 fl. ein Gerber von Zürich . Man gab auch den besten Springern und Stein-stoßern jedem 2 fl.

Im Jahr 1549 wurde wieder ein großes Schießen zu Zürich gehalten. Es erschienenSchützen von Bern, Luzern, Schwyz, Zug, Glarus, Basel, Solothurn und Schaffhausen .Jede Gesellschaft hatte ihre Rathsboten, ihre eigenen Spielleute mit der Städte und Ländersilbernen Schilden bei sich; 300 Bürger der Stadt hielten mit Geschütz und Spießen den Fremdenzu Ehren einen Umzug.