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Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
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799
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von den übrigen Kindern der Stadt allzusehr ausgezeichnet. Die Knaben konnten mit sehrseltenen Ausnahmen nur Handwerke erlernen.

Die Psarrstelle am Waisenhaus oder Oetenbach umfaßte zugleich die Seelsorge an derStrafanstalt und wurde im Jahr 1661 errichtet und der Pfarrer von den Almosenpflegernerwählt. Er hatte keine bestimmte Wohnung. Die ersten Pfarrer waren Kaspar Thumeisenund Rudolf Ott. Von 1802 1820 bekleidete die Psarrstelle der gelehrte AlterthumsforscherSalomon Vögelin, Verfasser des Werkes ^das alte Zürich " und mancher theologischen Schriften.Neben der Psarrstelle bestand seit 1702 auch ein Diakonat am Oetenbach. Der Diakonwurde von dem großen Stillstand zum St. Peter gewählt. Die ersten Diakone waren HansZakob Kilchsperger und Erkard Schweizer, der letzte Mathias Krämer. Nachdem das Waisen-haus in Folge der Liquidationsurkunde an die Stadt Zürich , die Strafanstalt dagegen an denStaat übergegangen war, wurde zuerst im Zahr 1808 das Diakonat aufgehoben und dannim Zadr 1520 eine Trennung der pfarramtlichen Verrichtungen vorgenommen und für dieStrafanstalt ein eigener Pfarrer angestellt. Für das Waisenhaus und die Strafanstalt wurdenbald nach der Errichtung beider, wahrscheinlich schon im Zadr 1660, ein Theil der Kirche desehemaligen KlosterS am Oetenbach wieder eingerichtet, eine geraume Zeit hindurch der Gottes-dienst daselbst ohne Geläute abgehalten, im Zahr 1709 aber in das Tdürmchen auf dem ehe-maligen Chor wieder eine Glocke gehängt, deren Unkosten von 300 fl. die Nachbarn bestricken.Schon >705 war eine Emporkirche gebaut worden. 1768 wurden in einem obern Seitengangedes Klosters den Zuchthausgefangenen Plätze zum Anhören der Predigt eingerichtet und ver-gitterte Oeffnungen in der Mauer der Kirche angebracht. 1776 wurde die ganze Seitenmauerneu aufgeführt, auch das Kanzelchörlein in den alten Chor hineingebaut. Zm Zahr 1799 undden folgenden diente die Waisenhauskirche abwechselnd Franzosen, Oesterreichern und Russen zueinem Lazareth und wurde erst am 6. Dezember 1803 nach vorheriger Renovation wieder feier-lich eingeweiht. Um diese Zeit war die Kirche durch die Aussteurungsurkunbe in das Eigen-thum der Stadt übergegangen, während alle sie umgebenden Gebäudetheile, sogar das Dach überderselben dem Staat gehören. Zn der Waisenhauskirche wird am Sonntag gleichzeitig mit denübrigen Pfarrkirchen Gottesdienst gehalten, seit Errichtung deS Diakonats bis zu seiner Auf-kebung auch eine Abendprediqt; dann ward die vom Pfarrer um 12 Uhr ohne Geläute gehal-tene Katechisation in eine öffentliche Kinderlehre umgewandelt und auf zwei Ukr verlegt.

Wald.

Marktflecken, Pfarrgemeinde und ehemaliger helvetischer Distrikt.

Die Dorfschaft oder der Marktflecken Wald, der im engsten Sinne des Wortes,wenn man nämlich diejenigen Häuser, die um denselben her liegen und besondere Namen füh-ren, nicht ins Auge faßt, zählt bloß etwa 20 Häuser, wenn man aber jene dazu rechnet,nämlich alle diejenigen Ortsgegenden, welche den Wachtbezirk Wald bilden und zwar: Bartstock,Blatten, Bleiche, Breiten, Dreitenmatt, Drüglen, Elba , Haltberg, Haselstaud, Hefern,Hinter-Nord, Kramen, Kühweid, Langboden, Lindenhof, Mettlen, Müllrüti, Narren, Neu-bolz, Ober-Finstobach, Oberwies, Riedtwies, Sagenrevh, Schlipf, Siklmatt, Spittel, Steig-