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Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
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vogt hatte m dem dortigen Blutgericht, wenn die Reibe an ihn kam, Sitz und Stimme. ZnKriegszeiten zog die Mannschaft aber mit ihrem Dogtherrn der Stadt Zürich zu. Zu Wei-ningen hatten die Chorherren der Stift zum Großmünster ein kleines Gut. Zuweilen nahmdas Stift Einfiedeln oder ein neuer Gerichtsherr die feierliche Huldigung in der Herrschaftein, so z. B. 1775 der Fürstabt MarianuS, der von dem Gerichtsherrn und dem Landschreiberabgeholt wurde. Die ganze Mannschaft stand im Dorfe im Gewehr und empfing ihn mit etli-chen Salven. Hieraus ging in der Kirche die Huldigung vor, wobei daö Amtsrecht oder dieÖffnung und die Rechtfamen der GerichtSkerren verlesen wurden; 1782 nahm der neue Ee-richtsherr Meyer die Huldigung zu Weiningen ein, wobei die Mannschaft wieder in Uniformund bewaffnet sich versammelte, in der Kirche Reden gehalten und die Rechtsamen verlesen,nachher im Kloster Fahr eine Mahlzeit abgehalten wurde. Im nämlichen Zahr nahm der neueFürstabt von Einfiedeln ebenfalls die Huldigung ein. 3m Frühjahr 1821 kam das SchloßWeiningen mit den dazu gehörenden Gütern in Privathände. 1524 wurde daö Dorf böswilligangezündet und verbrannte beinahe ganz. 1798 und 1799 war die Gemeinde Weiningen durch denKrieg sehr belästiget. Dom Mai 1798 bis im Frühling 1799 gab es französische Einquartierungund es stand ein Artilleriepark im Dorf. Am 6. Zuni kamen Oesterreicher , namentlich Ka-vallerie. Sie schlugen in der Umgegend des Dorfes mehrere Lager auf und die Gemeindewurde nun durch das Fuhrwesen stark mitgenommen. Am 8. August wurden dieselben vonRussen abgelöst; die Kavallerie und Kosaken bezogen ein Lager zunächst dem Dorf, die In-fanterie mit wenigen und kleinen Kanonen ein solches auf der Holzzelg im Brunnenreyh nahean der Limmat gegen dem Kloster Fahr . Die Russen verzehrten'alles rohe Obst, Trauben,Gemüse rc., was sie fanden. Am 25. September Morgens bei Tagesanbruch setzten die Fran-zosen ob Dietikon unterhalb dem Schäflibach in Schiffen über die Limmat , hieben die erstenSchildwachen der Russen nieder und beschossen und bestürmten sogleich ihr Lager. Nach mör-derischem Kampf wurden dieselben überwältiget, erst jetzt circa 8 Uhr setzte die Artillerie undKavallerie auf der Schiffbrücke, die inzwischen geschlagen worden, über die Limmat und dieRussen wurden nun aufwärts gegen Höngg verfolgt. Während des Kampfes fielen einige Ka-nonenkugeln in das Torf Weiningen , ohne aber besonders zu schädigen. Das Schlachtfeld lagso voll todter und verwundeter Menschen und Pferde, daß man drei Tage vollauf zu thunhatte, um zerre zu beerdigen, die letzteren wegzuführen. Die Schiffbrücke blieb stehen und eswaren bis im März 1800 einige Kompagnien Sappeurs und Pontonniers der Franzofen zuWeitungen einquartiert.

Die Pfarrgemeind e Weiningen umfaßt die Dörfer Geroldschweil, Ober- und Unter-Oerwerl, Unter-Engstringen und einen Theil von Ober-Engstringen, die Höfe und einzelnenHäuser Ankenhof, Breite, Druderberg, Hub, Schinzbrunnen, Sonnenberg, Sparrenberg,Tobelacker, Weerd, Weid und Winkel, welche 4 Schulgenossenschaften Geroldschweil, Oetweil,Unter-Engstringen und Weiningen bilden. Die Pfarrgemeinde, die zu dem Regensberger-Ka-pitel gehörte, zählte am Ende des vorigen Jahrhunderts 883 Seelen. Die Kollatur oderder Kirchensatz dieser Pfarrei, die im 13. Jahrhundert entstand, stand schon seit alten Zeitendem Kloster Einfiedeln zu, welches aus einem Dreiervorschlag des Rathes die Pfarrer wählte,den Chor der Kirche und das Pfarrhaus bis in die neueste Zeit unterhalten mußte. Die