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Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
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stehenden Russen gegen 10 Uhr von den Franzosen attaquirt; Nachmittags wurde der Kampfernstlicher, wobei die Russen aber, weil sie im Feuern sehr ungeschickt sich zeigten, viel mehrLeute einbüßten, als die Franzosen. Einige Kanonenkugeln der letzteren fielen ins Dorf, ohneaber Schaden anzurichten. Ein Theil der Russen wurde gegen Wollishofen hin detachirt, undin der Nacht zwischen dem 25. und 26. ihre ganze Macht so eilig in die Stadt zurück-gezogen, daß sie ihr Lager und Alles in demselben stehen ließen, welches am folgenden Morgenvon den Franzosen besetzt ward. Das Dorf litt bei diesen Ereignissen weder durch Brand nocheigentliche Plünderung, und es verlor auch Niemand von den Einwohnern das Leben.Nahebeim Dorfe Wiedikon befand sich bis vor wenigen Zähren der 1767 angelegte botanische Garten,neben dem ehemaligen, dem Staat gehörenden, sogenannten Lazarethgebäude zum Schimmel.

Wiedikon mit den letzt noch dazu gehörenden Höfen auf der Aegerten , Aldis, Gießhübel,Kalkbreite, Kohlschwerze, Kolbenhof, Kratz, Löchli, Schlößli, Sonnenzeit, Spital, Steingaß unddem Dorftheil im Wyl, der oberhalb dem Dorf liegt, machte seit alten Zeiten einen Bestandtheilder Kirchgemeinde St. Peter in Zürich aus. Seit 1661 wird von einem Katecheten, der vondem Pfarramt St. Peter abhängt, sonntäglich Katechisation gehalten. Diese fand zuerst imGesellenhaus statt. Zm Zahr 1789 wurde aber ein Bet- und Schulhaus erbaut, den 8. Oktoberausgerichtet und am 1. Mai 1791 mit Musik und Reden eingeweiht. Der Petrinische Kirchenfondsteuerte an die Kosten 600 fl.

Die Obervogtei Wiedikon, zu welcher außer dem Dorf Wiedikon und der neu-entstandenen Gemeinde Außersihl auch Albisrieden gehörte und welche bis 1798 bestand, wurdeseit 1491, wie die übrigen Obervogteien, von zwei Mitgliedern des Kleinen Rathes verwaltet.Die ersten Obervögte waren: 1391 Pantaleon A. Zakberg, 1393 Zakob Glentner, 1394Johannes v. Aegeri . Die letzten Obervögte 1798 waren Zohannes Füßli und Hans ZakobScheuchzer.

Nach Aufhebung der Obervogtei war Wiedikon während der helvetischen Zeit dem DistriktZürich, sodann während der Mediationszeit dem Bezirk Horgen , später wieder dem OberamtZürich einverleibt.

Wiesendangen .

Dorf und Pfarrgemeinde, bis 1798 zu der Landvogtei Kyburg gehörig.

Das Dorf Wiesendangen , das ziemlich groß ist, indem es etwa 60 Wohnhäuser zählt,liegt seitwärts der Straße von Winterthur nach Frauenfeld , eine Stunde von ersterer Stadtentfernt. Der Ort soll im Mittelalter seine eigenen Edelleute gehabt haben, die in der Näheder Kirche ihre Burg hatten, von der noch ein Thurm übrig, der zu einer Wohnung eingerichtetist. Es ist unbekannt, wann das Geschlecht dieser Edlen ausgestorben. Die niedern Gerichteüber das Dorf verkaufte Georg von Randenburg und seine Gemahlin Elisabeth« von Goldenbergim Zahr 1430 an Hermann von Landenberg. Sie kamen nachher an die Herrschaft Hegi undmit dieser an die Stadt Zürich. Die Vogtei- oder Hoheitsrechte standen den Grafen von Kyburg zu und kamen mit Erwerbung dieser Grafschaft an die Stadt Zürich, und Wiesendangen wurdedem ennern Amt der Landvogtei Kyburg zugetheilt. Das Kloster Petershausen besaß zu Wiesen-dangen einen Kelnhof, der namentlich in Waldungen bestand. Zm Zahr 1417 wurde Ulrich