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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
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betrifft einen Güterverkauf von Joh. Stadler zu Kaiserstuhl an Joh. Negelli den Jungen von Schaff-hausen; sie ist von dem Schultheissen, dem Rathe von Kaiserstuhl und Joh. Stadler besiegelt (Staats-archiv Zürich). Das Wachssiegel Johannes Eschers ist ziemlich gut erhalten, nur die Umschriftetwas beschädigt. Letztere lautet in gothischer Majuskelschrift:Johannes Escher, Schultheiss zuKaiserstuhl. Das nämliche Siegel hängt an weitern drei Urkunden (Constanzer Urkunden No. 1076,1076 und 1079, St. A. Z.), welche der Schultheiss Johannes Escher in seiner Eigenschaft als Yogtdes Hofes Windlach besiegelte. Im Uebrigen zeigt das Siegel den bekannten Dreieckschild des

XIV. Jahrhunderts; im Schilde erblicken wir ein Glas, d. h. ein Trinkgefäss, Becher oder Humpenmit Buckeln besetzt, oben zur Schale erweitert, wie solche im XII. und XIII. Jahrhundert undspäter im Gebrauche waren, leider aber nur in äusserst wenigen Exemplaren auf die Nachweltgekommen sind, dagegen findet man sie da und dort auf alten Gemälden, Glasscheiben und der-gleichen abgebildet.

Von weiteren alten Eschersiegeln *) sind uns folgende bekannt:

Siegel von Johannes Escher (St. T. I No. 11) an einer Urkunde von 1404 (Rheinauer UrkundenNo. 108 St. A. Z.) und einer solchen von 1417, im Besitze von Herrn Escher-Usteri. Nach demCharakter der Arbeit, die übrigens ziemlich roh ist, zu scliliessen, stammt der Stempel noch ausdem XIV. Jahrhundert. Das Glas erscheint in gleicher Form, wie oben beschrieben, in dem untenabgerundeten Schilde, über dem Glas erscheint ein sechseckiger Stern. Umschrift S. Johans Äscherin gothischer Majuskel.

Siegel von Götz Escher (St. T. I No. 10) an einer Urkunde von 1426 (Sammlg. der Antiquar.Gesellschaft). Rohe Arbeit. Glas und Schild wie oben beschrieben, ohne Stern. Umschrift ingothischer Minuskels. goetz aescher.

Siegel von Johannes Escher (St. T. I No. 9) an einer Urkunde von 1438 (Sammlg. der Antiquar.Gesellsch.). Hübsche Arbeit. Glas und Schild wie oben, ohne Stern. Umschrift:sigillum iohannsaescher, in gothischer Minuskel. Mit dem nämlichen Stempel siegelt Hans Escher(St. T. I. No. 36) eine Urkunde von 1492. (Sammlg. der Antiquar. Gesellsch.)

Siegel von Conrad Escher (höchst wahrscheinlich St. T. I No. 13) in Original und Abdruck inder Sammlung der Antiquar. Gesellschaft. Prächtige, geschmackvolle Arbeit aus dem Anfänge des

XV. (oder Ende des XIV.) Jahrhunderts, sowohl in Zeichnung als Gravüre vorzüglich. Glas mitStern. Umschrift:S. Cunrat Escher.

Siegel Heinrich Eschers (St. T. I No. 24) an einer Urkunde von 1447 (Sammlg. der Antiquar.Gesellsch.). Hübsche Arbeit. Schild in späthgothischem Dreipass. Glas mit Stern. Umschrift:Sigillum heinrich escher.

Nach den ältesten Wappenbüchern, welche uns zu Gebote standen (Brennwald, Tschudi, Stumpfund vor allem aus ein anonymes aus Waldmannischer Zeit (bei Leus Wappenbüchern Bd. IV) istdie Blasonnirung folgende: Im blauen Schilde ein weisser (silberner) oder grünlicher Becher, darüberein sechseckiger goldener Stern, auf dem Helme ein eben solcher Becher mit goldenem Stern alsHelmkleinod, die Helmdecken blau und silbern.

Den Goldrand (Goldgurt) um den Schild führte unseres Wissens zuerst Ritter Marx Escher(St. T. III. No. 50), während der gekrönte Helm schon etwas früher vorkommt (z. B. im Siegel vonConrad Escher (St. T. III. No. 42). Im XVII. Jahrhundert wurden sie allgemein gebräuchlich undsind auch in dem Dietrich Meyer'sehen Wappenbuche von 1607 zu sehen. Von jeher wurde dasGlas oder der Becher im Schilde für ein Trinkgefäss angesehen, erst in späterer Zeit wollten Einigedarin einLampenglas und in dem Sterne ein Flämmchen erkennen.

Das alte Eschersche Familienwappen ist also ein ganz originelles, wie es nicht häufig vorkommt. 2 )Der Becher erinnert an das Amtszeichen der Mundschenke, wie es von mehreren, dem Ministerialen-adel angehörenden Geschlechtern im Wappen geführt wurde, welche das Erbschenkenamt mächtigerDynasten bekleideten.

) Siehe die beigegebene Siegel- und Wappentafel. . .

2 ) Ein ganz ähnliches Wappen führte ein Hans Undergarten zu Rapperschweil, welcher 1390, 1399 und 1409Urkunden besiegelte (Rüti Urk. 226, 253 und 256 St. A. Z.).