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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
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hin sichtbaren Verfalles war, die für die Erzeugung hervorragender Leute nicht günstig sein konnte.Es hat zwar gerade in dem Geschlechte der Escher vom Glas nicht an Ausnahmen gefehlt, die,wenn sie auch das äussere Gewand der Zeit an sich tragen, in ihrem Wesen zeigen, dass Gott dasFeuer des Geistes nicht ausgehen lässt. Von vielen Gliedern des Geschlechtes aber könnten wirunsern Lesern kaum weitere Mittheilungen machen, als etwa die öffentlichen Aemter und Würdenaufzählen, welche sie bekleideten; ihr Leben floss in engern Schranken meist ruhig dahin. Ein-fachheit der Sitten, Zucht und Ordnung im Familienleben, Sparsamkeit des Haushaltes, Treue imBerufe und in der Erfüllung der Bürgerpflichten wurden in diesen Kreisen vornehmlich gehegt undgepflegt. Mit vollem Rechte durfte der Biograph des berühmten Industriellen Caspar Escher imFelsenhof den Ausspruch thun, dass die Escherfamilie immer zu den ersten Gliedern der BürgerschaftZürichs gehörte und die ersten Träger edeln Bürgersinns in ihren Kreisen zu finden sind.')

Ein weiterer Grund, die bis jetzt geübte Anordnung des Stoffes zu verlassen, liegt in der grossenAusdehnung des Geschlechtes im XVII. und XVIII. Jahrhundert. Anstatt der wenigen Familien, welcheeine Generation des Geschlechtes jeweilen umfasste, breitet sich der kräftige Stamm nunmehr raschin zahlreiche Zweige und Aeste aus, wie ein Blick auf die Uebersicht der Stammtafeln darthunwird. Eine ins Detail gehende Schilderung würde uns zwingen, den gezogenen Rahmen dieserSkizze weit zu überschreiten. Wir beschränken uns daher darauf, eine Anzahl der bedeutendstenGlieder des Geschlechtes herauszugreifen und ihr Andenken dadurch zu erneuern, dass wir derFamilie ihr Leben und Wirken in kurzen Biographien vor Augen führen.

Wir schliessen diesen Abschnitt mit einigen allgemeinen Bemerkungen Uber den Bestand desGeschlechtes vom XVII. bis ins XIX. Jahrhundert.

Mit den beiden Brüdern Hans Caspar Escher-Rahn zum Pfauen (15931663) und Hans ConradEscher-Küenzli zum weissen Wind (15981659) theilt sich das Geschlecht in zwei grosse Zweige,welche auch heutzutage dadurch getrennt sind, dass jeder Zweig einen besondern Familienfond besitzt.

Die Nachkommen Hans Caspar Eschers werden unter der BezeichnungPfauenescher (nachdem Stammhause, dem Pfauen im Rindermarkt) zusammengefasst und finden sich in den Stamm-tafeln IV. bis VII. aufgezeichnet. Nach alter zürcherischer Sitte, welche erst seit etwa fünfzig Jahrenallmählig verschwindet, wurden die einzelnen Familien oder Branchen eines Geschlechtes nach ihrenjeweiligen Wohnhäusern benannt. Zu denPfauen-Eschern gehören nun die Escherzur weissenLilie,zum Rechberg,zum Kindli (auf Sch wandegg und Gyrsberg),auf Petershofstatt,imNiederdorf,zu Stadelhofen,zur Pfeiffen,in Gassen,in der Fröschau,im Adlerberg,im Burghof,im Steinhof,im Brunnen,im Mühlestein undim Grabenhof.

Die Nachkommen Hans Conrad Eschers (siehe Stammtafeln No. VIII. bis XI.) zerfielen ebenfallsin viele Branchen; hieher gehören die Escherbeim weissen Wind,zum Silberschmid oderaufStüssihofstatt,beim Palmbaum,im Schönenhof,zur Linden,im Wollenhof,im Luchs,beim Kronenthor,im Zipfelhaus,im Schinhut,im Kratz oderSteinhof,im Einsiedler-hof,zum Grundstein,im Belvoir,im Seidenhof undim Felsenhof (von Kefikon und vonSchwandegg). Jetzt wird dieser Hauptzweig gewöhnlich alsHeinrich Escherische Linie bezeichnet,da die sännntlichen jetzt lebenden Glieder dieses Zweiges Nachkommen des Bürgermeisters HeinrichEscher sind, in welchem sie auch den Stifter ihres Familienfondes verehren. Die von dessen Brüdernherkommenden Seitenlinien sind erloschen.

XIV.

Billig erwähnen wir hier zuerst den am Schlüsse des XIII. Abschnittes genannten BürgermeisterHeinrich Escher.Die Krone seines Stammes nennt ihn Hans Conrad von Muralt und gibt ihm dasZeugniss, dass er unter den schwierigsten Verhältnissen Weisheit, Scharfsinn, Staats-, Welt- undMenschenkenntniss bewährt und dabei sich durch ächte uneigennützige Vaterlandsliebe, durch Mässig-

) Neujahrsblatt des Waisenhauses für 1868.