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VII.
Als Söhne des Schultheissen Johannes Escher von Kaiserstuhl haben wir schon im vorhergehendenAbschnitte die beiden Brüder Johannes und Götz Escher kennen gelernt. Im Jahre 1408 wohnten„ Johs. Eschers Kinder“ im Hause „zur Meerkatze“, ehedem Besitz ihres Grossvaters Johannes Fink; es istdiess das spätere sogenannte Chamhaus (jetzt Gebäude der Schweiz. Rentenanstalt) an der unterenZäune. Die Familie Fink besass in dieser Gegend von Alters her mehrere Häuser und noch 1527kommt hier „Jkr. Hansen Yinken Hofstadt vnder nidren Zünen“ vor. Wahrscheinlich durch Erb-schaft von ihrer Mutter, Margaretha Fink, gelangten die Brüder Johannes und Götz Escher zueiner sonderbaren Reclitsame; so oft nämlich zwölf „ze nüwmarkte und vf den gräben“ gelegeneHäuser den Besitzer wechselten, musste den Eschern ein Pfund Pfeifer „ze erschatz“ gegeben werden(1426 Collect. Aescheriana).
Johannes erscheint mehrfach in Urkunden, doch erwähnen wir nur die eine aus dem Jahre 1438,laut welcher er seinen Hof zu Weyach, Lehen der Herrschaft Lupfen, an den ehrsamen PriesterHerr Joh. Fietz, Burger zu Zürich, um hundert rheinische Gulden verkaufte. Unter den Zeugenerscheinen sein Bruder Götz und Jakob Schwarzmurer der ältere. Das Siegel Hans Eschers istwohl erhalten. (Urk.-Sammlg. der Antiquar. Gesellsch.)
Johannes Escher war verheirathet mit Anna am Lee, aus einem ritterlichen, zu Eglisaugesessenen und zu Schaff hausen verburgerten Geschlechte; er soll im alten Zürichkriege im Gefechtebei Wollerau (16. Dez. 1445) umgekommen sein und zu Meilen begraben liegen. 1 )
Ein Johannes Escher, der in der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts auftritt, war möglicherweiseein Sohn des Obigen; derselbe war Mitglied des Johanniterordens (1467) und Comtliur der Johanniter-commende Tobel 2 ) im Thurgau, welche Stelle vor ihm Freiherr Walter von Bussnang inne hatte;ferner war er des Papstes Sixtus IV. Commissarius apostolicus in helvetischen Landen (1473) undführte 1481 folgenden Titel „her hans escher des Ordens des spitals sant Johans von Jerusalemvogt der insul Majorika, des hochwürdigen meisters des Heiligen Ordens der insul Rhodis Leutenant.“Er soll 1490 zu Rom gestorben sein. Schade, dass wir von ihm nicht genauere Nachrichten besitzen.
Nach einer alten, allerdings nicht urkundlich verbürgten Tradition bewohnte Johannes Escher dasjetzt „zum weissen Fräulein“ benannte Haus an der oberen Zäune; das schöne, in feinem weissenMarmor gearbeitete Marienbild, zur Zeit im Besitze des Herrn Major Ott, welches sich ehedem amHause befand und zu dessen Benennung Veranlassung gab, soll Escher aus Italien mitgebracht haben. —
Eine sehr hervorragende Rolle spielte zu Zürich der schon mehrfach genannte Gottfried, oderwie er gewöhnlich heisst „Götz“ Escher. Derselbe verehelichte sich 1420 mit Elisabetha Schwarz-murer, welche ihm achthundert Gulden Heimsteuer zubrachte. Sie war die Tochter eines sehr reichenund angesehenen zürcherischen Burgers, des Rathsherrn und Seckeimeisters Ital Schwarzmurer undder Elisabetha von Griessen. Zwei ihrer Brüder trugen den Namen Jakob; Jakob Schwarzmurerder ältere war von 1439 an Bürgermeister von Zürich, Jakob Schwarzmurer der jüngere Kämmerer
') Wenn Johannes Escher in älteren genealogischen Arbeiten als „Gerichtsherr zu Rümikon“ und als „wohnhaftauf dem Bach“ bezeichnet wird, so sind diese Angaben unrichtig. Im Besitze der Vogtei Kümikon war Johannes EschersVetter und den Ritterthurm „auf dem Bach“ erwarb erst sein Neffe gleichen Namens.
2 ) Dr. A. Nüscheler (in Sal. Vögelin „Das Alte Zürich“, 2. Aufl. Seite 348) nennt die Angabe, dass JohannesEscher Comtliur des Johanniterhauses Tobel gewesen sei, „jedenfalls irrthümlich“. — Leu führt in seinem Verzeichnisseder Comthure zu Tobel Johannes Escher zum Jahre 1480 an. Ferner findet sich in einem Sammelbande der zürcherischenStadtbibliothek (Mscr, A. 133) ein Brief eines „von Hallwyl“ an einen Hauptmann Escher (Dat. 1599 den 7. Brächet),in welchem der Schreiber die langjährigen freundschaftlichen Beziehungen der beiden Geschlechter Escher und Hallwylhervorhebt und erwähnt, dass er einen Ablassbrief Papst Sixtus IV. besitze, welcher einem von Hallwyl ertheilt undvon Johannes Escher, Comthur zu Tobel, ausgefertigt worden sei.—In einem alten Wappenbuche, welches der ChronistBrennwald (1478 1551) angelegt hat, findet sich ein mit dem Johanniterkreuze kombinirtes Luchsescherwappen, dessen
Umschrift Johannes Escher als Comthur zu Tobel bezeichnet. Bei näherer Besichtigung ergab sich jedoch, dass diesesWappen von späterer Hand herrührt und nicht von dem sonst sehr zuverlässigen Heinrich Brennwald.
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