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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
Entstehung
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Die zweite Medaille wurde erst nach dem Tode Heinrich Eschers hergestellt und trägt dementsprechend die Umschrift: AET. LXXXIV. COS. XXXII. OB. MDCCX. Sie ist etwas grösser(47 Millimeter Durchmesser) und zeigt in der Zeichnung einige kleine Abweichungen gegenüber derersteren, mit welcher sie sonst im Ganzen übereinstimmt.

Beide Medaillen sind von dem zürcherischen Goldschmid und Münzmeister Hans Jakob Gessner,einem sehr tüchtigen Stempelschneider, angefertigt worden.

Bekanntlich war es früher zürcherische Sitte, dass bei Verlobungen der Bräutigam der Brauteinen sogenannten Ehepfennig schenkte; da nun die Ehe des Bürgermeisters Heinrich Escher einebesonders gesegnete und glückliche gewesen war, so fanden die goldenen Medaillen mit seinemBildnisse später alsEhepfennige Verwendung. Ein solches Stück (im Besitze von Herrn Dr.Spöndlin-Escher) ist in einer silbernen, vergoldeten Kapsel aufbewahrt, deren Deckel mit schöngravirten allegorischen Figuren geziert ist, die auf das Ehebündniss Bezug haben. Dabei stehtdie Inschrift:Ehelich Treuw und Lieb. Allzeit bey Uns Bleib.

Eine gleiche Medaille (im Besitz von Herrn Prof. Hunziker-Meyer) ist von einer ähnlichenKapsel umschlossen, deren Deckel die Worte zeigtAmicorum Memoria Dulcis, und mit neun inEmail ausgeführten Wappen zürcherischer Familien (Landolt, Vogel, Escher Grebel, Schmid,Wirth Werdmüller, Schulthess, Ott) geschmückt ist.

Schliesslich fügen wir noch bei, dass Herr Escher-Trümpler in Triest eine grosse silber-ver-goldete Ehrenkette besitzt, welche aus dem Nachlasse Bürgermeister Heinrich Eschers herrühren soll.

Anmerkung. Auf Bürgermeister Heinrich Escher beziehen sich folgende zwei Druckschriften:

Vota syncharistica sacra supremis honoribus viri magnif. D. Henrici Aecheri, incl. reipubl. Tigurinae die22. Jun. 1678 delecti consulis. 4° Tiguri, D. Gessner, 1678.

Zweyfältiger Glück Wunsch, als Herr Joh. Heinrich Aescher, Bürgermeister zu Zürich, sein Geburts- oderNahmens-Tag in dem 82 Jahr seines Alters in völliger Gesundheit d. 13. Juli 1708 gehalten. In Keimen verfasstund ihme dediciert von M. F. K. (folio.)

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XV.

Die Söhne des Bürgermeisters Heinrich Escher hatten sich in den achtziger Jahren desXVII. Jahrhunderts zusammengethan und betrieben unter der FirmaHans Conrad Escher undGebrüder Handelsgeschäfte, die sich wohl im Wesentlichen auf Fabrikation in Wolle und Seideerstreckten. Wir haben oben gehört, dass im Hintergebäude des Hauses zum Silberschmid dreiSydenreder standen; es waren dies die Maschinen, welche dazu dienten, die Rohseide zu Trame(Einschlag-Seide) zu verarbeiten. Sie wurden zu Lebzeiten des Bürgermeisters von dem jüngsten SohneJohannes betrieben, der für die Benutzung derselben seinem Vater einen jährlichen Zins zu bezahlenhatte. Als Zürichs Industrie, besonders auch die verschiedenen Zweige der Seidenfabrikation, gegenEnde des XVII. Jahrhunderts durch die französischen Refugianten einen neuen Aufschwung erhielt,machten sich die Brüder Escher denselben gleichfalls zu Nutzen. 1 ) Im April des Jahres 1692 zogendrei derselben aus dem väterlichen Hause zum Silberschmid aus, um von ihren mütterlichen Ver-wandten, den Werdmüllern, die Besitzung zum neuen Seidenhof zu miethen. Sie errichteten daselbsteine Kreppfabrik, die im Verlaufe des XVIII. Jahrhunderts zu grosser Bedeutung gelangte und vonder wir später Mehreres hören werden. Dem ältesten der drei Brüder, Hans Conrad Escher (St. T. IXNo. 72), wurde es indessen im Seidenhof bald zu enge. Unternehmend, wie er war, kaufte er am27. Januar 1702 von den Erben des verstorbenen Handelsherrn Hans Rudolf Hess um den Preisvon 14,000 Gulden plus 100 Dukaten die beiden HäuserWullenhof und Luchs benannt, wo schonvor hundert Jahren die Werdmüller einenSydengwerb eingerichtet hatten. Nun begann hier ein

*) Wir folgen liier den Ausführungen des Herrn Ad. Bürkli-Meyer in seinen SchriftenDer Wollenhof nach seinerdreihundertjährigen Bedeutung für die Industrie Zürichs undGeschichte der zürcherischen Seidenindustrie.