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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
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mehrere tüchtige Magistrate hervorbrachte. Hervorzuheben ist Salomon Escher (St. T. IX No. 155),alt Landvogt zu Kyburg und bis zur Revolution von 1798 Mitglied des Rathes. Mit ihm erloschdiese Branche im Mannesstamme am 16. März 1804.

XVI.

Hans Jakob Escher (St. T. IX No. 73), der zweite Sohn des Bürgermeisters Heinrich Escher,widmete sich vollständig dem Staatsdienste. Er verliess die väterliche Zunft zur Meise und zogauf die adelige Zunft, die Constaffel, welche ihn schon 1680 als Achtzehner in den grossen Rathsandte. Kaum 34 Jahre alt, wurde er einhellig zum Landvogte der Grafschaft Kyburg erwähltund stieg in der Folge bis zur Würde eines Seckeimeisters, legte aber 1722 wegen Altersschwächeseine Stellen nieder und wurde wieder Achtzehner bis zu seinem 1726 erfolgten Tode. Er bewohntedas stattliche Haus zum Grundstein in der Neustadt, welches nach seinem Tode an die Söhneseines Bruders Rudolf Escher (St. T. IX No. 75) überging, da er selbst keine Nachkommen hinterliess.

Von dem dritten Sohne Bürgermeister Heinrich Eschers, dem jung verstorbenen Heinrich 1 )(St. T. IX No. 74) stammte die im Zipfelhause wohnhafte Branche des Geschlechts ab, welcheübrigens schon in der nächsten Generation erlosch. Durch Heinrich Eschers einzige Tochter Barbara(16891771), verheirathet mit Junker Rathsherr David Wyss, gingen das Zipfelhaus und dasLandgut im Letten an die Familie von Wyss über.

Eine bedeutend zahlreichere Nachkommenschaft besass Hans Rudolf Escher 2 ) (St. T. IX No. 75),Bürgermeister Heinrichs vierter Sohn. Er selbst war ein tüchtiger Kaufmann und machte alsAntheilhaber der Firma Hans Conrad Escher und Gebrüder in seinen jüngern Jahren grosse Geschäfts-reisen. Anlässlich einer solchen, die ihn nach England führte, erhielt er von den evangelischenOrten der Eidgenossenschaft (Juli 1689) den Auftrag, König Wilhelm III. ein Schreiben zu über-bringen , in welchem derselbe zu seiner Thronbesteigung beglückwünscht wurde. Der junge Mannwurde huldvoll empfangen und erhielt einen kostbaren Brillantring zum Geschenk. Später bethätigteer sich im Staatsleben und bekleidete u. a. von 17051711 die Stelle eines Landvogts zu Kyburg.Er besass und bewohnte das Haus zumGoldenen Winkel, jetztSteinhof im Kratz, woselbstnoch heute ein grosses Oelgemälde, um 1710 von Johannes Meyer gemalt, an ihn erinnert. DieDarstellung verherrlicht die Erinnerung an einen Besuch, welchen der Landvogt von Kyburg imgenannten Jahre von seinen Zunftgenossen zur Meise erhielt, und ist in mehrfacher Beziehung vonInteresse. Erstlich als eine ganz tüchtige Leistung Johannes Meyers, eines Gliedes der berühmtenMaler- und Kupferstecher-Familie, von welchem nur wenige ähnliche Arbeiten vorhanden sind;ferner zeigt uns das Bild das Schloss Kyburg , wie es sich zu Anfang des XVIII. Jahrhundertsrepräsentirte, endlich bewahrt uns das Gemälde das Portrait Rudolf Eschers selbst.

Von seinen drei Söhnen (ein vierter starb im Alter von 18 Jahren zu Paris) stammen dreiZweige des Geschlechtes ab, welche bis auf unsere Tage fortgeblüht haben. Im Jahre 1730 theiltendie drei Brüder den von ihren Eltern ererbten Grundbesitz in der Weise, dass Heinrich das Hausim Kratz (Steinhof) und das Landgut an der Oberen Strass erhielt; Hans Jakob übernahm dasHausauf der Hofstatt (Silberschmid) und das Landgut zu Höngg; dem Jüngsten, Johannes, fieldas Haus zum Grundstein und das Landgut im Selnau zu.

Der älteste Sohn, Zunftmeister Heinrich Escher im Kratz (17411747 Landvogt zu Kyburg),begründete die Linieim Einsiedlerhof, so benannt nach der Amtswohnung, welche mehrere Gliederdieser Branche (St. T. X No. 124, 156 und 179) als Amtleute des Klosters Einsiedeln inne hatten.

') Siehe auch: Freud und Segen-Wünsche auf das Ehe- und Ehren-Fest des Herrn Heinrich Escher und JungfrauDorothea Locherinn. 20. May 1679. 4. (Zürich.)

2 ) Hieher gehört: Lieblich blühendes Wintergrünes, oder Guter Freunden Glück- und Segens-Wünsche über daslöbl. Ehe- und Ehren-Fest Herrn Hans Eudolf Eschers und Jungfrau Dorothea Locherin, gehalten den 8. Christnionat1684. 4. (Zürich.) t