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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
Entstehung
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22
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blieb Rathsherr bis 1467 und starb sehr wahrscheinlich 1476 (laut Jahrzeitbuch Grossmünsteram 8. Oktober).

Leider ist es uns bisanhin nicht gelungen, den Namen der Gattin Heinrich Eschers ausfindigzu machen.

Heinrich hinterliess nur zwei Söhne. Trotzdem er testamentarisch über sein Gut verfügthatte, so geriethen die beiden Brüder, der legitimirte Hans und der jüngere Rudolf, wegen desväterlichen Erbes in Streitigkeiten, so dass eine Rathskommission, bestehend aus BürgermeisterHeinrich Röust und den Rathen Eberhard Ottikon und Johannes Grebel, alle Mühe hatte, die feind-lichen Brüder zu beschwichtigen und zu versöhnen. Es gelang dies durch einen Vertrag vom25. September 1477 (Urk.-Sammlg. der Antiquar. Gesellsch.), laut welchem Hans Escher für seineAnsprüche folgende Güter erhielt: ein Höfli zu Weiach, die Vogtsteuer zu Stadel, die Vogtei zuLienheim, ferner Gülten zu Nassenweil und die Hälfte des Hauses zum Paradies, in der minderenStadt Zürich gelegen (vordere Hofgasse No. 8), dessen andere Hälfte der Abtei Zürich zugehörte,endlich verschiedene andere Zinse. Rudolf Escher, verbeiständet durch einen Vormund, den RitterHeinrich Escher, erbte alles Uebrige.

Noch besitzen wir zwei weitere Urkunden, in welchen diese beiden Brüder gemeinsam genanntwerden.

Hans Meiss Vogt im Neuamt urkundet, dass Rudolf und Hans die Aescher, Gebrüder,. Burgerzu Zürich, um ihres besseren Nutzens willen, ihren Hof zu Weyach genannt des Eschers Hof um49 rh. Gulden an die Pfleger und gemeine Bruderschaft der Caplane zu der Propstei Zürich verkaufthaben. Diesen Hof hatten die Brüder von ihrem Vetter (Oheim) seligenwilund dem wirdigen undersamen hern hansen äscher, Corhern zu der vorgenanten bropsty in erbsweise erhalten. Der Briefist datirt auf St. Jakobs des heiligen Zwölfboten Abend 1478 und von Hans Meiss besiegelt. (Urk.Sammlg. der Antiquar. Gesellsch.)

Im Jahre 1492 gibt Hans Escher, Burger zu Zürich, seinem lieben Bruder Rudolf Escher einebesiegelte Quittung über erhaltene 200 Pfund Züricher Pfennig, welche er von seinem Bruder nochzu fordern hatte. (Urk. Sammlg. der Antiquar. Gesellsch.)

IX.

Obgleich Rudolf Escher der jüngere der beiden Brüder war, so treten wir doch in erster Linieauf ihn und seine Nachkommenschaft ein, weil er eine Branche der Escherischen Familie begründete,welche sich völlig von dem übrigen Geschlechte lostrennte und von Zürich wegzog.

Wir betonen hier nochmals, dass es nach Auffindung obiger Originalurkunden keinem Zweifelmehr unterliegen kann, dass Rudolf Escher ein Sohn Heinrichs gewesen ist, während Joh. Jak. LeuPeter Escher (St. T. I No. 20), Bucelinus aber Johannes Escher (St. T. I No. 9) als Vater Rudolfsbetrachteten.

Rudolf Escher widmete sich völlig dem Staatsdienste. Schon in den achtziger Jahren desXV. Jahrhunderts mag er dem grossen Rathe der Zweihundert angehört haben, doch tritt er erstvon 1489 an mehr in die Oeffentlichkeit. Wir lernen ihn als Gegner Waldmanns kennen, alswelchen ihn die Constaffel in den sogenanntenhörnernen Rath wählte; gleichzeitig war er Vogtzu Regensberg. Als die Wogen des Aufruhrs sich gelegt hatten und am 27. Mai 1489 die Stadt-verfassung wieder hergestellt war und die Räthe neu gewählt wurden, gelangte Rudolf Escher inden engern,den kleinen Rath und erhielt überdiess die wichtige und einflussreiche Stelle einesLandvogtes der Grafschaft Ivyburg.

Eine hervorragende Rolle spielte Rudolf Escher im Jahre 1499 im Schwabenkriege; namentlichzeichnete er sich als oberster Feldhauptmann über eidgenössische Heere aus, welche im April undMai ins Hegau und Klettgau zogen und daselbst eine Reihe von Schlössern und Städten einnahmenund siegreiche Gefechte bestanden. Wohl in Anerkennung seiner vielfachen Verdienste wurde Rudolf