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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
Entstehung
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XL

Heinrich Escher, der älteste Sohn Conrads, starb in jungen Jahren; ebenso der jüngste, HansEscher, welcher den kriegerischen Geist seines Oheims geerbt zu haben scheint. Er trat in fran-zösische Kriegsdienste und kam, erst 20 Jahre alt, in der Schlacht bei Cerisola ums Leben. (1544.)

Conrad Escher (15181588) hinterliess ebenfalls Aufzeichnungen über die Hauptdaten seinesLebens, welche wir, da dieselben charakteristisch und nicht uninteressant sind, in extenso hersetzenwollen:

1538 Zinstags nach Jubilate ward mein Eetäding gemacht zu Liebenvelss, was darby JunkerHans Escher, Junker Bernhardt von Cham, Junker Cunradt Escher mein lieber Yatterund ich zu eim Theil. Zum andern Tlieil Junker Hans Jakob Lantz, M. Jos HueberZunftmeister zu Costantz, frauw Elsbeth Effinger, Jungfraw Bärbel Hueberin die Hoch-zyterin. Unsere Knäclit Jakob Angel, Jakob Pur.

1538 Mein Hochzeit was mitwuchen vor der Auffahrt, was das Zeichen im Kräps.

1538 Auf Dionysius fieng ich an Hauss han wass dass Zeichen im Stier.

1538 Auf aller Heiligen Tag fieng ich an über mich selbs Haus han, mit dem ysengwerb

was das Zeichen im Wassermann und Empfing 200 fl. an Costantzer Bz. von Jos Hueberund 200 fl. von Peter Hatzenbergs Diener, minder 4 fl. Ivostent die Brief zmachen.

1542 Auf Wienächt kam ich inn Burger 4 ) auf New Jahr darnach ward ich dess grichts.

1544 Auf S. Niclausen im 44 Jar fieng mein Bruder Rudolf und Ulrich mit einanderen an

werben.

1552 Ward ich Vogt zu Gryffensee.

1559 Ward ich des Kleinen Raths und Thurn Herr zum grossen Münster.

1560 Ward ich vogt zu Rümlingen und Wynumbgelter und pfleger zun Augustyneren.

1561 Ward ich Hausschryber. 2 )

1565 Auf Quasimodo ward ich Bot gen Rhynauw den Appt ynzetzen, darnachAuf Johanni ward ich Bot gen Lauwis 8 ) auf die Jahrrechnung.

1566 Ward ich wider Bot gen Lauwis.

1567 Ward ich wider Bot, das ist 3 mahl.

1568 Ward ich Landvogt z Baden.

1565 Ward ich Bot gen Creutzlingen den Appt inzusetzen darnach =

Bot gen S. Gallen den Abbt ynzusetzen.

1565 Ward ich Schiffferger Bamasyn 4 ) und Barchet gschouwer cet.

1571 Ich ward Seckeimeister der Stadt Zürich.

1572 Ward mit Herr Bürgermeister Kambli gen Baden gschickt Auf Tagleistung. 6 Jahr einanderen nach, nie kein andern underzwüschent cet.

1572 Ward auch vogt des Helgen Römischen Rychs den zehnten Herbstmonat cet.

Gnad dir Gott im Himmelreich ist nu me fyrabet.

Cunratt Aescher.

Dieser Seckeimeister Conrad war, wie sein Vater, der würdige Repräsentant eines zürcherischenMagistraten des XVI. Jahrhunderts. Durch einen ausgedehnten, mit vielem Glücke betriebenenEisenhandel, mit welchem er den anfänglich geübten Wollen- und Baumwolltuchgewerb vertauschthatte, gelangte er bald in eine ökonomisch unabhängige Stellung, so dass er sich später ganz denRegierungsgeschäften widmen konnte. Seinem offenen, geraden Charakter, seiner Geschäftsgewandt-heit, wie auch seinen persönlichen Vorzügen im gesellschaftlichen Umgänge verdankte er es, dass er

9 d. h. Mitglied des grossen Rathes als Zwölfer von der Zunft zur Safran. 2 ) d. h. Salzhaüsverwalter.3 ) d. h. Gesandter zur Jahrrechnung nach Lugano. 4 ) Bamasyn (Bombacino, Basin) ein gemusterter Baumwollen-stoff, dessen Fabrikation nach Einwanderung der Lokarner zu Zürich vielfach betrieben wurde.