allerlei gar künstlichen Vergleichen und prächtigen poetischen Bildern in ihren Gelegenheitsgesängen. 1 )Auch mit „Aesch“, „Aisch“, im Sinne des Wortes, wie es in Norddeutschland gebraucht werdensoll, nämlich „gewaltig“, „grauenerregend“, „furchtbar“, wurde der Geschlechtsname in Beziehunggebracht. Doch brauchen wir nicht so weit zu suchen. Ganz ungezwungen erklärt sich die Bedeutungdes Namens Escher, wenn wir annehmen, dass er den Mann bezeichne, der im Esch oder Aeschwohnte, demnach mit Eschmann identisch sei. Diese Deutung wird durch eine ganze Reihe analoggebildeter alemannischer Geschlechtsnamen unterstützt; z. B. Asper heist derjenige, der im Asp(Espenholz) wohnte, der Bircher wohnte im Birch (bei den Birken), der Bücher im Buch, der Eichernn Eich, der Erler bei den Erlen, der Forrer bei den Föhren, der Hasler im Hasli (bei den Hasel-stauden), der Tanner bei den Tannen etc. etc.
Nun hatte aber das Wort „Aesch“ im Mittelalter zweierlei Bedeutungen. Erstlich bezeichnetees das Kulturland, den bebauten Grund und Boden, im Gegensätze zur Egerte, dem unbebauten,wüst liegenden Lande. Da bei der sogenannten Dreifelderwirthscliaft, wie sie in unsern Gegendenallgemein gebräuchlich war, die menschlichen Wohnungen zu Dörfern zusammengebaut wurden, sowar es jedenfalls eine grosse Ausnahme (ja vielerorts geradezu Verbot), dass Jemand im Aeschwohnte, so dass dieser Umstand allerdings Veranlassung geben konnte, den Betreffenden als „Aescher“zu bezeichnen.
Eine weitere Bedeutung des Wortes Esch ist „bei den Eschen“, dem Orte, wo viele Eschen-bäume (Asca, fraxinus, esculus) beisammen stehen. Unzweifelhaft sind in diesem Sinne Ortsnamenwie Eschenloo, Eschenbach, Eschenberg aufzufassen.
Wir würden uns ganz entschieden zu der Ansicht hinneigen, dass der Geschlechtsname Escherden Mann bezeichne, der im Aesch, das heisst „bei den Eschen“ gewohnt habe, wenn nicht dieAussprache des Vokales Ae dieser Deutung hinderlich wäre, so dass wir der zuerst angedeutetenErklärung den Vorzug geben müssen. Als Escher wäre also derjenige bezeichnet worden, der seineWohnstätte im „Aesch“, das heisst inmitten des bebauten Grund und Bodens aufgeschlagen hatte.Erwahnenswerth erscheint uns die Thatsache, dass unweit Kaiserstuhl in der Gemeinde Rath beiVeiach ein „Aesch“ vorkommt (siehe Meyer, Die Ortsnamen des Kantons Zürich); ob wir aber dieursprüngliche Heimat der Familie Escher hier zu suchen haben, bleibt dahingestellt.
III.
Die erste uns bis jetzt bekannte Urkunde, in welcher ein Mitglied der Familie Escher erscheint,ist datirt „Regensberg Mittwoch vor St. Gallentag nach Gottes Geburt dreizehnhundert und zwanzigJahr“. Laut dieser Urkunde verleiht der Freiherr Lütold von Regensberg ein Gut zu Weiacli, dasHeinrich von Büesingen in seine Hand aufgegeben, als rechter Lehensherr an Conrad den Eschervon Kaiserstuhl, Frau Hedwig seine ehliche Wirthin und alle seine Kinder. Als Zeugen erscheinen„Her Berchtold der Kilchherr zu Weningen, Her Rudolf der Kilchherr zu Buchse, Wilhelm vonSünikon, Rudolf der Stüelinger, Ulrich von Mandach, Eberhard von Varre und ander erber lütegenuog. “
Leider konnte die Urkunde im Original nicht ausfindig gemacht werden, dagegen liegen mehreregute, unzweifelhaft richtige Abschriften vor, u. A. in den „Collectanea Escheriana“. Ueberdiessfinden, wie wir unten sehen werden, Conrad Escher und seine Gattin Hedwig ihre Bestätigung durchdas Jahrzeitbuch von Hohenthengen.
Nach übereinstimmenden Angaben stammte Hedwig aus dem Geschlechte der „Schenk von
b Als Beispiel mag hier eine Grabschrift von 1696 Platz finden:
Ahnherr, Grossvater, Vater, SohnVon Edlem Aescher Stammen,
Vier Ae sehen halten hie beisammen,
Die Seelen tragen Himmelskron.
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