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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
Entstehung
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des Stifts zum Grossmünster. Da Götz Esch er schon ein bedeutendes, von seinem Vater ererbtesVermögen besass, so ist es erklärlich, dass er durch diese Heirath zum reichsten Burger Zürichswurde. Er bezahlte im Jahre 1442 die enorme Gutsteuer von 138 Gulden, nach ihm kommenJohannes Meiss mit 116 Gulden, Conrad Meyer von Knonau mit 100 Gulden Steuer. Er war auchim Stande beträchtliche Gelddarlehen zu machen. So treffen wir ihn 1432 als Gläubiger der StadtBern, welcher er die bedeutende Summe von 440 Gulden vorgestreckt hatte. Bern gab ihm hiefürentsprechende Pfandobjekte und den Schultheissen Rudolf Hoffmeister, ferner die Burger Franz vonScharnachthal, Johannes von Erlach und Heinrich von Bubenberg als Bürgen.

Im Jahre 1425 wohnte Götz mit seiner Gattin noch im Hause seines Schwiegervaters, zusammenmit seinem Schwager Jakob Schwarzmurer; 1429 aber erwarben die beiden Ehegatten um 800 Guldenvon Thomas Pelleti, einem lombardischen Geldwechsler, den uralten Ritterthurm sammt Haus undHofstatt, oben an der Nadelgasse gelegen, welchen sie von da an bewohnten. Es ist diess derjetzigeBrunnenthurm, welcher bis ins XIX. Jahrhundert im Besitze der Nachkommen Götz Eschersverblieb. Von da an hiess der ThurmEscherthurm, bis er ca. 1568 von dem an seinem Fusseerrichteten Brunnen den jetzigen Namen erhielt.

Im Jahre 1433 wurde Götz Escher mit Bürgermeister Rudolf Stüssi und Johannes und HeinrichSchwend als Vertreter Zürichs zur Kaiserkrönung Sigismunds nach Rom abgeordnet; sie erfuhrenviele Auszeichnungen und wurden vom Kaiser auf der Tiberbrücke zu Rittern geschlagen. Beidiesem Anlasse erhielt Götz Escher vom Kaiser ein neues Wappen, welches in dem noch vorhandenenOriginalwappenbrief (im Archiv der Constaffel und des Luchs-Escherschen Geschlechtes, aufbewahrtim Schneggen) folgendermassen beschrieben ist:

ein schilt, oberhalb rot und underhalb gelbe über orth getheilt und in dem roten feld einen vgereckten Luchs mit gelben klauen, und auf dem Schilt einen heim mit einer roten und gelbenHelmdeck darauf ein rotfarwe krön und darauff ein halber Luchs bis an die brust und mit denvorderstrichen, habend um den hals eine rote binden.

Dieses Wappen und Kleinod mögen Götz Escher und seine ehelichen Nachkommen haben,führen und gebrauchen zu allen ritterlichen Sachen und Geschäften, zu Schimpf und Ernst etc. DerWappenbrief ist gegeben zu Rom, Montag nach St. Johans Baptistentag 1433.

Götz Escher und seine Nachkommen führten von dieser Zeit an an Stelle des alten ursprüng-lichen Escherwappens mit dem Glase oder Becher das eben beschriebene Wappen mit dem Luchsund werden daher alsLuchsescher oderEscher vom Luchs von den übrigen Gliedern desGeschlechtes unterschieden, welche das alte Wappen beibehielten und in der Folge alsEscher vom GlasoderGlasescher bezeichnet wurden. Gewöhnlich wird auch angenommen, dass der Adel der Luchs-escher von diesem Wappenbriefe herrühre, allein es ist diess durchaus unrichtig; eine förmlicheErhebung in den Adelsstand war mit der Wappenverleihung nicht verbunden; eine solche wäre auchganz überflüssig gewesen, da ja das ganze Geschlecht von jeher eine Stellung einnahm, wie sie nurAdelspersonen inne haben konnten. Wir werden in der Folge sehen, dass auch sogenannteGlas-escher den Junkertitel führten und die ganze Familie bis in den Anfang des XVI. Jahrhundertsdem Adelsverbande zum Rüden angehörte. Selbstverständlich fällt auch die Bemerkung im Verzeich-nisse der Bürgerschaft Zürichsadelich geworden, resp.bürgerlich geblieben, als den geschicht-lichen Thatsachen nicht entsprechend, dahin.

Nicht zu verkennen ist aber die Erscheinung, dass von da an allmälig eine Trennung desganzen Geschlechtes in zwei verschiedene Familien, eben in dieEscher vom Luchs und in dieEscher vom Glas stattfand, welche sich gegenseitig immer fremder wurden, so dass die Erinnerungan die gemeinsame Abstammung sich nur noch als unbestimmte Tradition forterhielt. Da wir uns indiesen Blättern speciell mit denGlaseschern zu befassen haben, werden wir die Nachkommen desRitters Götz Escher nur soweit anführen, als dieselben noch Beziehungen zu ihren Vettern, denEschernvom Glas, unterhielten, im übrigen aber uns möglichster Kürze befleissen und auf die Stamm-tafel I. verweisen.

Im Jahre 1434 entschloss sich Götz Escher eine Wallfahrt zum heiligen Grabe nachJerusalem vorzunehmen und traf, bevor er die beschwerliche Reise antrat, testamentarische Ver-fügungen zu Gunsten seiner Gattin. Wahrscheinlich war es anlässlich seiner glücklichen Zurück-