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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
Entstehung
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gelangte er schon 1490 als Achtzehner vom Rüden wieder in den grossen Rath. Hans Escheraufdem Bach starb gleichfalls im Jahre 1491 (Margaretha wird am 7. Mai 1491 als Wittwe bezeichnet.Archiv Baden); er hatte für sich, seine Gattin Margaretha und seine Tochter Agnes, Hansen vonUlms eheliche Wirthin, eine Jahrzeit bei den Barfüssern gestiftet und desswegen 3 & Geld jähr-lichen Zinses und ein gründamastenes Chorgew T and mit Zubehör dahin vergabt.

Das Haus und der Thurmauf dem Bach gelangte an den einen Tochtermann, Junker AntonSchenk von Landegg, welcher dasselbe 1508 an Junker Jakob Grebel verkaufte; durch dessenTochter Dorothea Grebel, Gattin Jkr. Hs. Conrad Eschers, kam das genannte Besitzthum 1527 wiederan die Escher vom Luchs, bei welchen es dann längere Zeit verblieb.

Wie aus Stammtafel I. ersichtlich, hinterliess Ritter Heinrich Escher zahlreiche Nachkommen;von den Söhnen erwähnen wir zwei, Jakob und Heinrich Escher.

Jakob Escher, wohnhaft im Escherthurm, widmete sich völlig dem Staatsdienste und gelangtesehr bald zu Amt und Würde, indem er schon 1489 Achtzehner vom Rüden, 1496 Mitglied desRathes wurde. Im Verlaufe der Jahre wurde er Vogt zu Höngg, zu Horgen, Stäfa und Eglisau,ferner-Reichsvogt und Seckeimeister. Dass er den kriegerischen Geist seiner Ahnen ererbt hatte,bewies er besonders im April 1507 bei der Erstürmung von Genua. Diese Stadt, seit 1499 unterfranzösischer Oberhoheit, hatte durch offenen Aufruhr die Herrschaft Frankreichs abzuwerfen gesucht.Ludwig XII. belagerte daher dieselbe und nahm sie am 28. April mit Sturm, wobei die schweizerischenSoldtruppen die Hauptarbeit verrichteten und zuerst die Wälle erstiegen. Nach dem Siege schlugder König Ritter; von Zürich erhielten diese Würde (Ritter des Michaelordens) Jakob Escher undsein späterer Schwager Rennwart Göldlin. Da die Ceremonie am Meeresstrande stattfand, die Ritterim Sande knieten, so wurden sie später gewöhnlichSandritter genannt. Von dieser Zeit an standRitter Jakob Escher unter französischem Einflüsse und wurde 1515 wegen Annahme französischenGoldes um 200 Gulden gebüsst und aus dem Rathe ausgeschlossen, worauf er die Stadt Zürich füreinige Jahre verliess und als fürstlich konstanzischer Obervogt zu Klingnau wohnte. Im Jahre 1518aber kehrte er wieder nach Zürich zurück, wo inzwischen die Stimmung günstiger geworden warund gelangte auch wieder in den grossen Rath.

Von den Familienbesitzungen hatte Jakob Escher den Zehnten zu Boppensol an den Spital zuBaden um 425 Gulden verkauft (1509), dagegen gelangte er durch seine Gattin in den Besitz derVogtei über das Dorf Uitikon, 5 / 4 Stunden von Zürich, am Westabhange des Uetliberges gelegen.

Ritter Jakob Escher war verehelicht mit Anna Schwend aus dem bekannten ritterbürtigenzürcherischen Geschlechte, Tochter des Rathsherrn Jkr. Felix Schwend und der Agathe Kraft vonDalmesingen. Er starb verhältnissmässig jung am 29. Januar 1521 und war der letzte Luchsescher,welcher in der Escherschen Familiengruft bestattet wurde. Die Barfüssermönche, welche bereitsden Geist der Reformation an ihre Klosterpforte pochen hörten, entfalteten bei diesem Anlasse einenganz besonderen Aufwand von kirchlichem Prunke und Ceremonien.

Heinrich Escher, Ritter Jakobs Bruder, führte das ruhigere Leben eines zürcherischen Land-edelmanns. Meist wohnte er auf der BurgAlten Pfäffikon am Ufer des Pfäffikersees gelegen.Diese nunmehr zerstörte Burg soll nach Werdmüller schon 1450 an die Escher gekommen sein,1531 ging sie an die Familie Wirth von Pfäffikon über. Im Jahre 1519 wurde Heinrich EscherMitglied des grossen Rathes (als Achtzehner vom Rüden) und 1520 Landvogt zu Greifensee; alssolcher leitete er den Wiederaufbau des Schlosses, welches seit dem alten Zürichkriege in Trümmerngelegen hatte. Während Heinrichs Bruder, der kriegerische Ritter Jakob, daheim in seinem Bettestarb, fand er selbst den Tod in blutiger Schlacht; am 11. Oktober 1531 fiel Heinrich Escher alsSpiessenhauptmann tapfer kämpfend bei Kappel.

Hin überlebte seine Gattin Elisabetha Röust, die Tochter des Bürgermeisters Ritter MarxRöust und Schwester des Bürgermeisters Diethelm Röust; sie hatte Heinrich Escher neun Söhneund fünf Töchter geboren.

Von diesen beiden Brüdern, Ritter Jakob Escher und Landvogt Heinrich Escher, stammen nunalle späterenEscher vom Luchs ab, welche wir jedoch nicht mehr weiter verfolgen können. Wirbemerken nur noch, dass die Familie sehr zahlreich war (sie war im XVI. und XVII. Jahrhundertnoch zahlreicher als die Escher vom Glas) und sich in vielen Linien und Branchen ausbreitete. Zu