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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
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Sporn, auff dem vordem aber die vnden beschriebene Lampen mit dem Sechseckheten Stern vnnd Corneten, auch sonsten im übrigen allermassen, wie vnden im Schilt gestalt erscheinet etc. etc.

Ferner bestätigt der Kaiser die Freiheiten, die zu Hans Werner Aeschers Schloss und Burgzu Umbkirchen x ) gehören, und erlaubt ihm, solches hinfüroBinningen zu heissen; auch befreit erAeschers zu Breisach gelegene Wohnung von der städtisohen Jurisdiktion und gestattet ihm, wäh-rend Kriegen, Empörungen etc., auch zu andern Zeiten, den Reichsadler und die Wappen des Erb-königreichs und der Fürstenthümer des Kaisers an seine Häuser, Schlösser, Güter, Wohnungen u. s. w.als Schutz und Salva Guardia anzuschlagen. Doch sollen er und seine Erben dem Hause Oester-reich getreu, hold und gewärtig sein.

Das Datum der Urkunde lautet:

In Unserer Stadt Wienn den Dreizehenden Monats Tag Aprilis, Nach Christi Unsers liebenHerrn Geburt im sechszehenhundert und Fünff und Dreissig, Unserer Reiche dess Römischen imSechszehenden dess Hungarischen im siebenzehenden vnd dess Böhaimbischen im Achtzehenden Jahren.

Das vorzüglich erhaltene Dokument befindet sich im Archive der Heinrichschen Linie (Nach-kommen des Bürgermeisters Heinrich Escher) zu Zürich. Es ist sehr reich ausgestattet, auf Perga-ment geschrieben und das Wappen prächtig gemalt; das Ganze ist in Buchform gehalten und inrothen Sammt gebunden. Das Kaisersiegel ist etwas beschädigt.

Das neue Wappen vereinigt also mit einigen Abänderungen die Wappen der Glas- und Luchs-Escher. Unseres Wissens wird hier zum ersten Male das alteGlas alsLampe gedeutet. Durchein Schreiben theilte Hans Werner Escher seinen Vettern, den Luchs-Eschern zu Zürich, mit, warumer sich veranlasst gefühlt, ihr Wappen mit dem seinigen zu verbinden. Irrthümlicher Weise hielter nämlich seinen Ahnherrn, den Bürgermeister Rudolf, für einen Sohn des Johannes Escher (St. T. INo. 9), Bruder des Ritters Götz Escher, und glaubte daher, den Eschern vom Luchs näher ver-wandt zu sein, als den damals zu Zürich lebenden Glas-Eschern.

Ein ähnliches, ebenfalls sehr luxuriös ausgestattetes Dokument liegt uns aus dem Jahre 1655vor (datirt Innsbruck den 9. April). Laut Inhalt desselben erhebt Ferdinand Carl von Gottes GnadenErzherzog zu Oesterreich etc. seinen Mundschenk Gervasius Franziscus Aescher, Sohn des weilandRitters und Obristen Hs. Werner Aescher von Binningen, mit seinen ehelichen Nachkommen in denerblichen Freiherrnstand und gestattet ihm, sich Freiherr von Umbkirch und Hofenheimb 2 ) zu nennen.

Auch das Original dieser Urkunde befindet sich im Escherischen Familienarchiv (HeinrichseheLinie) zu Zürich.

Von den spätem Gliedern dieser Branche, derEscher von Binningen, ist uns wenig mehrbekannt, und aus dem Umstande, dass die beiden obigen Dokumente nach Zürich gelangten 3 ), schlossman, dass diese Linie gänzlich erloschen sei; allein es ist nicht unmöglich, dass heute noch einzelneSprossen des Geschlechtes im Eisass vorhanden sind. Herr Professor und alt RegierungsrathDr. Heinrich Escher berichtet in seinenErlebnissen seit mehr als sechzig Jahren (Zürich, beiCäsar Schmidt 1866), dass im Laufe des Sommers 1865 zwei Damen aus dem Eisass bei ihmerschienen seien und sich als Angehörige des Escherischen Geschlechtes präsentirt hätten, mit derBitte, ihnen behülflich zu sein, ihren Stammbaum zu vervollständigen, da sie desselben gewisserVerhältnisse wegen benöthigt seien. Leider war Herr Professor Escher nicht im Falle, den Damendie gewünschte Auskunft zu ertheilen, da ihm, wie es scheint, die einschlägige Literatur auf derZürcher Stadtbibliothek nicht bekannt war.

*) Umkirch, Pfarrdorf im Bad. Kreis Freiburg.

2 ) Offenheim, Dorf im elsässischen Kreis Strassburg.

3 ) Sie wurden 1790 von einem Baron Betschart, der am Hofe zu München lebte, durch die Familie Eschererworben.

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