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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
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zugehörigen Gerichten zu Birrwyl am Hallwylersee von den Erben Augustins von Luternau erkaufthatte; doch trat er Burg und Gerichte 1615 an Reinhart Graviset, einen Berner Patrizier, käuflich ab.

Ritter Marx Escher starb 1616 fünf und fünfzig Jahre alt.

Hans Conrad und Hans Heinrich Escher, die beiden ältesten Söhne des Obmanns Rudolf Escher(St. T. III No. 48 u. 49), übernahmen gemeinschaftlich den Tuchhandel, welcher schon von ihremVater und Grossvater betrieben worden war. Beide betheiligten sich auch, den Ueberlieferungenihrer Väter getreu bleibend, an den Staatsgeschäften und gelangten mit der Zeit in den Rath;Conrad schon 1575 an Stelle seines Vaters, Heinrich 1590 an Stelle seines Bruders. Erstererwurde auch Landvogt zu Baden (1585).

Im Jahre 1585 wandte sich die Thätigkeit der beiden Brüder einem neuen Gebiete zu. DerRathsherr Conrad Escher hatte nämlich nach dem Tode des Buchdruckers Froschauer des Jüngernnicht nur dessen Behausung, dieFröschau, käuflich an sich gebracht, sondern auch das gesammteGeschäftsinventar, die Druckereieinrichtung, die vorhandenen Bücher und Papiervorräthe etc., über-nommen. Es verbanden sich nunmehr Conrad und Heinrich Escher mit ihrem jüngsten BruderRudolf zum Behufe des Fortbetriebes der einst so weit berühmten Froschauerschen Buchdruckerei.Rudolf sollte laut dem noch vorhandenen Vertrage die spezielle Leitung des neuen Geschäftesübernehmen.

Leider ist uns über die Thätigkeit und die Leistungen der typographischen Werkstätte unterEscherischer Leitung nichts bekannt; es scheint, dass das Gewerbe sehr unter der Ungunst derZeiten zu leiden hatte und auf den hohen Aufschwung, den die Buchdruckerkunst zu Anfang desXVI. Jahrhunderts genommen hatte, wie anderswo, so auch zu Zürich, eine Periode des Nieder-gangs folgte.

Auch in dem bisher so einträglichen Tuchhandel scheinen schlimme Zeiten eingetreten zu sein;es sind uns zwar keine bestimmten Nachrichten hierüber erhalten geblieben, allein wir sind geneigt,einen Schluss in dieser Richtung aus dem Umstande zu folgern, dass Conrad und Heinrich schonin den Jahren 1579 und 1580 bedeutende Summen aufnehmen mussten, um ihren Gewerb fort-zubetreiben. So entlehnten sie von Philipp Riedtesel von Camberg, St. Johanns-Ordensritter, Receptorin Oberteutschen Landen und Commenthur zu Erdlingen, das ansehnliche Kapital von 4000 Gulden.

Eine Folge des ungünstigen Geschäftsganges wird wohl auch darin zu erblicken sein, dass derRathsherr Conrad Escher im Jahre 1588 das Schwert umgürtete und als Hauptmann über eine FahneZürcher nach Frankreich zog, wo er aber schon am 13. Mai 1590 während der Belagerung vonParis starb. Wahrscheinlich war Conrad auf Veranlassung seines Bruders, des Hauptmanns Marx,in die Dienste Heinrichs IV. getreten.

Conrads Beispiel folgte am 14. Januar 1591 sein Bruder Heinrich. Auch er weihte seinenDegen Heinrich IV., dem Vorkämpfer des Protestantismus, welchem damals viele Schweizer aus denreformirten Orten zuzogen. Am genannten Tage rückte Hauptmann Heinrich Escher mit obrig-keitlicher Bewilligung von Zürich aus, erlag aber schon nach wenigen Monaten den Strapazen desFeldzuges. Sein Fähnrich, Jkr. Caspar Escher (vom Luchs), übernahm hierauf das Kommando derKompagnie.

Das Haus zur Fröschau wurde im Jahre 1595 verkauft und ging an den damals regierendenBürgermeister Johannes Keller über, dessen Sohn Hans Keller später die einzige Tochter RudolfEschers heirathete. Die Buchdruckerei erwarb Johannes Wolf, von dem sie ca. 1624 an Hans JakobBodmer überging. Von der Familie Bodmer gelangte sie 1719 an Hartmann Heidegger, dessenDruckerei 1766 mit der Orellschen im Elsässer vereinigt wurde, von welchem Jahre an die FirmaOrell, Gessner Füssli & Comp, hiess, so dass in der jetzigen Buchdruckerei von Orell Füssli & Comp,eigentlich noch die ursprüngliche Froschauerische Offizin fortdauert.

i) Rudolf Eschers spätere Lebensschicksale sind unbekannt. Er starb wahrscheinlich jung; doch ist die Angabedes Todestages auf Tafel 111 mindestens unsicher.

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