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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
Entstehung
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98
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OS

Anna verehelicht und als geachteter Rechtsanwalt in Bern gelebt hatte, nach Zürich eine tüchtigeStütze für das Geschäft geschenkt, in welches sich derselbe mit rastlosem Fleisse und grosserIntelligenz bald hinein arbeitete. Der Schwiegersohn leitete dann das Geschäft im Vereine mit denMännern zw'eier Enkelinnen im Geiste und nach den Grundsätzen seines Begründers und als wür-diger Erbe von dessen Ideen.

Seit Friedrich von Mays Tod ging die Neumühle an den Schwiegersohn Albert Eschers, CarlAugust von Gonzenbach, über. Noch heute geniesst die Firma Escher, Wyss & Comp, eines geach-teten europäischen Rufes.

Ein Lieblingsaufenthalt Caspar Eschers war sein herrlicher Landsitzdie Schipf, am Gestadedes lieblichen Zürichsees zwischen Erlenbach und Herrliberg gelegen. Dieses Landgut, das durchseine prachtvolle Lage, seine komfortabeln Wohnhäuser, seine wohlgepflegten Gartenanlagen undseinen trefflichen Wein zu den schönsten und werthvollsten des Kantons Zürich zählt, war einstWerdmüllerscher Besitz und ging 1723 durch Kauf an Zunftmeister und Direktor Hans ConradEscher im Berg (St. T. XI No. 100) über, der es durch Testament seinem Bruder, Statthalter Joh.Heinrich Escher von Kefikon (St. T. XI No. 99), dem Urgrossvater Hans Caspar Eschers, ver-machte. Dem Letzteren fiel es 1819 als väterliches Erbstück zu und wurde von ihm mit vielemGeschmacke und dem ihm eigenthümlichen praktischen Geschicke verschönert und theilweise erneuert.Hier suchte und fand Escher im Sommer Friede und Ruhe, Erholung und Erfrischung von seineranstrengenden Arbeit. Die Schipf wurde durch ihn zum Zufluchtsort der Leidenden und Müden inder Familie geschaffen, aber auch zu einer Stätte edler, gemüthlicher Gastfreundschaft. Von denGästen, welche hier weilten, nennen wir nur Einen:Göthe.

Eschers rastlose, von so grossartigen Erfolgen gekrönte Thätigkeit erhielt sich merkwürdiglange ungeschwächt. Mit voller Energie, ungeschwächter Klarheit des Geistes und der alten Rasch-heit überwachte er noch den Geschäftsgang seiner Neumühle, als er schon das achtzigste Altersjahrzurückgelegt hatte. Im Sommer 1859 stellte sich ein ernsteres Unwohlsein ein, das sich bald zueiner gefährlichen Krankheit ausbildete, welcher Caspar Escher am 29. August 1859 erlag. Seineletzte Lebenszeit war verklärt durch seine tiefe Religiosität, den frommen, festen Christenglauben,welchen er in seinem Innern hegte. Mit glaubensvoller Ergebung ertrug er seine Leiden, starkdurch die Hoffnung auf seinen Erlöser. Wahrlich, das schöne Wort, das sich der edle Ahnherreinst auserwählt, gilt auch für den würdigen Enkel:

Non est mortale quod opto.

An Caspar Eschers Krankenlager stand in treuer Hingebung seine Tochter Mathilde Escher(gestorben den 29. Mai 1875), die sich durch ihre segensreiche Thätigkeit auf dem Gebiete deschristlichen Glaubens und der Liebe ein unvergängliches Denkmal gestiftet hat. Sie ist die Erbauerinder St. Annakapelle und des Asyls für arme leidende Kinder.

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Ein weiterer Zweig derEscher im Seidenhof, welcher bis dahin keine Erwähnung gefundenhat, stammt von Johannes Escher (St. T. XI No. 129), dem Zweitältesten Sohne des StatthaltersJoh. Heinrich Escher von Kefikon, ab. Anfänglich an der alten FirmaHeinrich Escher jüngerund Gebrüder mitbetheiligt, trennte er sich später (1807) als selbstständiges Geschäft von ihr ab.Heinrich Escher (St. T. XI No. 208), der seine kaufmännische Bildung zu Bergamo erhalten hatte,betrieb anfänglich noch die traditionelle Creppfabrikation, später aber, als dieser Artikel immerweniger in Nachfrage kam, ging er zur Herstellung von Müllerbeutel über. Neben seinem Geschäftewidmete er sich mit vielem Talente dem Militärdienste und brachte es bis zum Oberstlieutenantund Kommandanten der Scharfschützen des Kantons Zürich. Er galt als ein sehr tüchtiger Offizierund war bei seinen Scharfschützen ungemein beliebt. Sein Sohn Heinrich Albert Escher, geboren1828 (St. T. XI No. 220), bildete sich, nachdem er die Schulen seiner Vaterstadt durchlaufen undeinige Zeit in Neuenburg verweilt hatte, an der Ecole des Mines zu Paris zum Bergwerkingenieuraus. 1850 wurde er Direktor der Eisenwerke in Bellaluna bei Bergün (Kanton Graubünden), zweiJahre später Unterdirektor der Eisenwerke von Bellefontaine im Berner Jura. Im Jahre 1854 begaber sich nach Spanien und funktionirte als Mineningenieur in Barcelona und in den Blei- und Silber-