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Absichten und war ernstlich bemüht, den Frieden in Genf wieder herzustellen. Es erfolgte nunvom 15. November 1737 an eine lange Reihe täglicher Konferenzen des Grafen Lautrec mit denschweizerischen Gesandten, die sich bis in den April 1738 hinauszogen. Auf Grundlage der schrift-lichen Eingaben beider Parteien wurde mit grosser Sorgfalt ein alle Hauptstreitpunkte entscheiden-des Vermittlungsprojekt berathen und nach vielen Mühen am Ende auch wirklich glücklich zu Standegebracht. Von Frankreich und den beiden Ständen genehmigt, wurde es von der Bürgerschaft am8. Mai 1738 angenommen und stellte nun auch in der That für mehrere Decennien den Frieden inGenf wieder her. Sehr wohlthätigen Einfluss auf den Gang der Verhandlungen übte die Freund-schaft, die zwischen dem Grafen, einem sehr gebildeten, auch für die Wissenschaften sich lebhaftinteressirenden Mann, und Escher allmälig entstanden war, die sich auch nach Beendigung derMediation in noch lange fortgesetztem Briefwechsel kund gab. Der Graf hatte sich von den vielenSchmeicheleien, die ihm von den Führern der Partei d’en bas entgegen getragen wurden, für die-selbe einnehmen lassen und es kostete Mühe, ihn allmälig zu einer gerechteren Würdigung beiderParteien zu bringen. Förderlich war auch für den günstigen Ausgang der Sache der Briefwechsel,den Escher im Aufträge seiner Mitgesandten mit dem durch Tüchtigkeit ausgezeichneten DiplomatenRitter Lukas Schaub von Basel führte, der als Bevollmächtigter des englischen Hofes in Paris sichaufhaltend bei dem Kardinal Fleury Gunst und Einfluss besass. Hiedurch wurde es möglich, denAnsichten der schweizerischen Gesandten bei dem Kardinal direkt Eingang zu verschaffen und aufdie Instruktionen an den französischen Gesandten zurückzuwirken. Am 17. Juni 1738 konnte EscherGenf endlich verlassen, mit dem frohen Bewusstsein, dass die Mühe nicht vergeblich gewesen sei.Die nahe Beziehung, in die er zu der Stadt getreten, setzte sich auch nachher durch Briefwechselmit der Häuptern der Republik noch fort und er blieb daselbst in so gutem Andenken, dass seineRathschläge auch später oft noch Berücksichtigung fanden. Mit dem ersten Gesandten von Bern,dem Schultheissen Isaak Steiger, hatte er ebenfalls für die Zukunft noch wirksame Freundschaftgeschlossen.
Die wohlw T ollende Haltung, welche die französische Politik in der Genfer Angelegenheit gezeigthatte, brachte eine Veränderung hervor in Eschers Ansicht über die schon oft dagewesene undjetzt von Neuem auftauchende Frage des Abschlusses eines Bündnisses der evangelischen Ständemit Frankreich. Noch im Jahre 1732 hatte er sich einem solchen Vorschlag energisch widersetztund ausgeführt, wie die Schweiz, zwischen Frankreich und Oesterreich gelegen, strenger Neutralitätbedürfe und wie eine engere Verbindung mit Frankreich nur dieser Macht den Vortheil bringe,mit gesicherten Grenzen in gewohnter Weise über andere Länder herfallen zu können. Jetzt dagegen,als der neue sehr geachtete französische Gesandte von Courteille den Abschluss eines Bündnisseswieder vorschlug, und als namentlich der Ritter Schaub, der 14 Tage in Eschers Hause zubrachte,diesen Abschluss eifrig befürwortete und vorstellte, wie günstig der Moment für ein solches Bündnisssei und wie Frankreich unter der Regierung des Kardinals Fleury im Gegensätze gegen die frühereWeise Mittel der Korruption zu gebrauchen, auf offenem und geradem Wege vorgehen wolle, kamauch Escher zu der Ansicht, es sei für die evangelischen Stände, da die katholischen seit 1715 inengerem Bunde mit Frankreich standen, gerathen, auf die Anträge sich einzulassen und zu ver-suchen, eine Verbesserung einiger nachtheiliger Artikel, welche das Bündniss von 1663 enthaltenhatte, zu erlangen. Gemeinsam mit Ritter Schaub arbeitete Escher das Projekt eines Defensiv-bündnisses aus, das bei den spätem Verhandlungen benutzt wurde. Seine Sinnesänderung wolltevon seinen Neidern darauf zurückgeführt werden, dass ihm für seine Familie ein Regiment ver-sprochen worden sei. Er schreibt aber selbst: „Ich habe mich darüber weder verwundert nochchagrinirt, viel weniger Jemanden darum angefochten, weil ich gesehen, dass es solche Leute waren,die nichts ohne Absicht auf ihr Privatinteresse thun und von denen man daher auch nicht verlangenkann, dass sie glauben, es gebe ehrliche Leute, die ohne eigenes Interesse handeln können.“ Escherwurde zu der Konferenz der evangelischen Stände, die im März 1739 über das Bündniss berathensollte, neben dem besonders hiefür geeigneten Bürgermeister Hirzel ausser der gewöhnlichen Rang-ordnung als zweiter Gesandter gewählt. Mit der Instruktion war er aber wenig zufrieden undsagt über die Berathung derselben: „Die Meisten halten sich in solchen Fällen bei Kleinigkeitenoder in der That indifferenten Sachen auf, besonders wenn sie mit Illuminirung derselben sich den