17
den Oeftreichern widersetzen wollte; der andere, eine Frau, fand in ihrer brennenden Wohnungden Tod. Besonderes Verdienst erwarb sich durch seine Fürbitten und sein kluges Vermitteln derdamalige Pfarrer Veith um die Gemeinde, die ihn auch nachher beschenkte. Die Franzosenmußten sich zurückziehen. Am 7. Oktober wurde in der Nähe von Andelfingen zwischenRussen und Franzosen gekämpft. Am 13. November 1800 und die folgenden Tage wurdeAndelfingen , veranlaßt durch einen Streit wegen Lieferungen, von den Franzosen einige Tagemit Exekutionstruppen belegt; — Ende Dezember 1813 und im Zanuar 1814 Durchmarschder Oestreichs. — Der Stand Zürich halt zur Erhebung des Brückenzolles einen beson-dern Beamteten, dessen Besoldung durch Beschluß des Kleinen Rathes vom 28. April 1818auf 6 Prozent vom Ertrag des Zolles und Brückengeldes, 100 fl. Entschädigung für dieZollgarben und einige Gebühren festgesetzt wurde, welcher in dem Zollhaus zunächst der Drückewohnt, das Anno 1815 erbaut wurde und zirka 2000 fl. kostete. Der Stand Schaffhausen läßt seine von dem Kloster Allerheiligen herrührenden Gefälle durch einen Amtmann einziehen,den er aus den Bürgern zu Andelfingen wählt. — Durch gesetzliche Bestimmung vom Zahr1803 wurde für den Bezug der dem Stand Zürich zustehenden Gefälle zu Andelfingen undUmgegend eine Verwaltung oder Schaffnerei errichtet, die anfänglich gewissermaßen vondem Amt Winterthur abhängig war, später aber zu einem bestimmten Amt erhoben, dessenInhaber auf 6 Jahre gewählt wurde. Anno 1817 kaufte der Staat ein Haus nebst Gartenzu Klein - Andelfingen für 3590 fl. an und erbaute an dessen Stelle in den Zähren 1818und 1819 mit einem Kostenaufwand von nahe an 800« fl. ein Amthaus als Wohnsitz für denAmtmann. Diese Stelle bekleideten von Errichtung des Amts bis zu dessen Aufhebung MathiasEscher und Friedrich Tobler. — Anno 1814 kaufte der Staat zum Behuf des Brückenbauesein Häuschen nebst Scheune, Kraut- und Baumgarten zu Klein-Andelfingen nächst der Drückefür 775 fl. an, das dann später geschliffen wurde.
Die Kirchgemeinde Andelfingen ist sehr weitläufig, indem sie diesseits der Thür dieDörfer Andelfingen , Attlikon, Dättweil, Humlikon und Niederweil, jenseits der Thür dieDörfer Alten, Klein-Andelfingen und Oerlingen, die Weiler Tempel und Wesperspühl umfaßt.Diese bilden 8 Schulgenoffenschaften. Die Pfarrgemeinde, welche zu dem Steiner-Kapitelgehörte, zählte am Ende des vorigen Zahrhunderts 2000 Seelen. Die Kollatur oder derKirchensatz kam schon in sehr frühen Zeiten an das Kloster Allerheiligen zu Schaffhausen , undnach Aufhebung desselben an die dortige Regierung, die denselben gegenwärtig noch besitzt unddafür den Pfarrer besolden und das Pfarrhaus unterhalten muß. Sie erwählt die Pfarrer, dieaber von der Regierung zu Zürich bestätigt werden müssen. Dieselben waren bisher meistensschaffhausische Bürger. Die ersten reformirten warerr Mathias Ramsauer, erwählt 1525 undConrad Pfyffer 1538. 1674 — 1692 folgten sich drei Hurter. — Die Kirche, die beinahe aufder Höhe über Andelfingen liegt, ist alt, wurde im 2ahr 1672 mehr als 3<V erhöht und umzirka 20 Schuh verlängert; darum überragt der Thurm, welcher von dieser Veränderung nichtbetroffen wurde, die Kirche nur um ein Weniges. 4773 wurde ein neuer alabasterner Tauf.stein in die Kirche gesetzt, 1775 die große Glocke im Thurm umgegossen, welche 37^/r Zentnerwiegt und folgende Inschrift trägt:
Chronik drr Dinkwürdlgkriten.
3