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Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
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18
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Mein Ruf errönk, um acht GemeinenIn einem Tempel zu vereinen,

Gott anzubeten, Gottes LehrenMit froher Ehrfurcht anzuhören.

Es nahe sich, wer Gott verehrt,

So oft er meine Stimme hört.

1811 wurde die Kirche wieder reparirt. Die Baute kostete 4000 fl., an welche Summeder Staat 175 fl. beitrug. Das alte Pfarrhaus, an welchem 1680 das Wappen vonSchaffhausen angebracht worden war, das dicht neben der Kirche stand, wurde im Zahr1784 geschlissen und ein neues erbaut, welches zwar nicht mehr so weitläufig als das alteist. Zn Hasten bei Andelfingen befand sich in alten Zeiten ein Beginen - Schwesterhausnebst Kapelle, in welcher der Helfer zu Andelfingen Messe halten mußte. Es ging indeß nochvor der Reformation ein.

Die Landvogtei Andelfingen , die in ältern Zeiten einen Theil der Grafschaft Kyburgausmachte, umfaßte die Gemeinden Andelfingen, Buch, Dorf, Dorlikon, Dörflingen, Flaach ,Guntalingen, Gütigkhausen, Henggart (die Hälfte), Ossingen, Waltalingen und Wülflingen (letz.tere bedingt). Anfänglich wurde sie wie eine innere Vogtei durch Obervögte, von 1482 anaber durch Landvögte, die auf 6 Zahre erwählt wurden, regiert. Sie theilte sich in 4 Gerichts-stäbe zu Andelfingen, Ossingen, Flaach und Dörflingen . Ein Landvogt hatte zur Burghut 5'/r MüttKernen, 3 Malter Haber, 3 Zuchart Reben, 82 U an Geld und die Benutzung von 30 ZuchartAckerland, 12 Zuchart Reben, Heuwachs und Hanfzehnden. Die ersten Vögte waren 1436Conrad Meyer, 1438 Hans Schwend, 1439 Hans Keller. Unter den nachfolgenden sindbemerkenswerth: 1446 Conrad von Cham, 1449 und 1452 Hans Stüßi, 1463 Heinrich Göldli,1480 Dominikus Frauenfeld. Der letzte Landvogt, 1798, war Ludwig Escher.

Der helvetische Distrikt Andelfingen , der von 1798 bis 1803 bestand, umfaßte dieGemeinden Andelfingen, Altikon, Berg, Buch, Dägerlen, Dattlikon, Dorf, Dynhard, Ellikon ,Flaach, Gachnang, Henggart, Hettlingen, Neftenbach , Rikenbach, Rorbas (dießseits der Töß),Seuzach, Stadel und Wiesendangen mit 11,600 Einwohnern. Die Sitzungen des Distriktö-gerichts wurden anfänglich im Wirthshaus zum Löwen, später im Schloß zu Andelfingen ge-halten. Distriktsstatthalter waren während dieser Periode die Bürger Keller von Ohringen und Müller von Flaach.

Von 1803 1814 war Andelfingen dem Bezirke Wintertkur einverleibt, indeß wurdendie Sitzungen des Bezirksgerichtes je den zweiten Monat im Schloß Andelfingen gehalten, undan der Spitze der Abtheilung Andelfingen des Bezirkes Winterthur stand ein Unterstatthalter.

Das Oberamt Andelfingen , welches durch die Verfassung von 1814 ins Leben trat,umfaßte die Pfarrgemeinden Andelfingen, Denken, Berg, Buch, Dägerlen, Dorf, Feuerthalen ,Flaach, Henggart, Laufen, Marthalen, Ossingen, Rheinau, Stammheim und Trüllikon mit14,000 reformirten und 500 katholischen Einwohnern. Der Oberamtmann wohnte im SchloßAndelfingen , wo auch die Sitzungen des Amtsgerichtes abgehalten wurden. Oberamtmännerwaren während der Dauer des Oberamts Hans Kaspar Schweizer und Hartmann v. Escher.