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Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
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den neuen Bund, dessen Urkunde p.a». 102—107 mitgetheilt worden ist, und beschworen denselbenam gleichen Tag in der Erosmünsterkirche in Gegenwart einer großen Volksmenge, des fremdendiplomatischen Korps und des Erzherzogs Zohann von Oestreich. Von Zürich waren als Ge-sandte dabei der Bürgermeister v. Wyß, Staatsrath Usteri und Staatsrath Pestalozzi. Am

31. August löste sich die Tagsatzung, die beinahe zwei Zahre gedauert hatte, aus.

1816 blieb Zürich ebenfalls noch Vorort, und an die Spitze desselben trat der Bürger-meister Reinhard, dem als Gesandte auf die Tagsatzung, welche am 1. Juli in der Eroßmünster-kirche unter ähnlichen Feierlichkeiten wie 1813 eröffnet ward, beigegeben wurden: StaatsrathFinsler und Rathsherr Hirzel. Die Verhältnisse zu den Mächten, namentlich Frankreich , dieVerhältnisse der Schweizerregimenter und mannigfaltige Verfügungen im Innern bildeten dieHauptgegenstände ihrer Verhandlungen. Sie löste sich am 4. September, nachdem sie 44Sitzungen gehalten, auf. — Wegen verschiedener Anstände mit dem Großherzogthum Badenund behufs daderiger Unterhandlungen wurde von der Tagsatzung der alt Bürgermeister vonEscher und später, auf sein Gesuch um Ablösung, der RathSherr Hirzel als außerordentlicherGesandter nach Karlsruhe abgeordnet.

1817 wurden aus die Tagsatzung nach Bern , die am 7. Zuli eröffnet ward, abgeordnet:

Bürgermeister v. Wyß, Staatsrath Hans Konrad v. Esther und Rathsherr Hirzel;

1818 auf die am 6. Juli zu Bern eröffnete Tagsatzung Bürgermeister v. Reinhard, Staats-rath Finsler und Rathsyerr Hirzel;

1819 auf die Tagsatzung nach Luzern , am 5. Juli eröffnet: Bürgermeister v. Reinhard,Staatörath Usteri und Rathsherr Ott.

Geschworner Brief.

So nennt man die Urkunde, durch welche zu verschiedenen Malen die politischen Verhält-nisse der Stadt Zürich oder gleichsam ihre Verfassungsgrundsätze festgestellt worden sind, unddie später von der Bürgerschaft halbjährlich beschworen wurde. — Der erste geschworneBrief rührt aus dem Jahr 1336 her. In demselben werden allervorderst die Gründe angegeben,welche die Gemeinde der Bürger von Zürich bewogen haben, das alte Regiment abzuschaffenund ein neues einzuführen. Als solche werden angeführt: willkürliche Rechtsverzögerung undRechtsverweigerung, übermüthige Behandlung der armen Leute, Verschwendung des Stadt-vermögens. Durch die Brunische Verfassung oder den geschwornen Brief wurden die Hand-werker den regimentsfähigen Geschlechtern näher gebracht, die ganze Bürgerschaft in zweiHauptklassen vertheilt, nämlich: 1. Die Konstafel, wozu alle Ritter und Edelleute, Inbegriffendie sämmtlichen rathsfähigen Geschlechter, Rentiers, Kaufleute, Wechsler, Goldschmiede rc.gehörten. Aus ihr wurden alle Räthe gewählt, und das Banner der Stadt gehörte ihr zu;2. die 13 Zünfte der Handwerker, von denen jede einen Zunftmeister hatte, der im Rath ihreInteressen vertrat und die Zunftgenossen im Kriege anführte. Der Rath der Stadt bestandaus 26 Mitgliedern, 13 aus der Konstafel und 13 Zunftmeister von den Zünften. Sie wurdenhalbjährlich neu gewählt, der Bürgermeister dagegen, der an der Spitze des Ganzen stand,hatte lebenslängliche Amtsdauer. Mit dem Rath vereint bildeten eine Anzahl Zuschüsse aus derBürgerschaft den Großen Rath, und noch höher stand die ganze Gemeinde. Eine Verletzung