Hans Asper sehr schön gemalt, und zwei Tafeln der einheimischen Fische, von M. Füßli,welche Stücke aus den Vorlauben aufgehängt wurden.
Rechenrath
nannte man seit 1713 denjenigen Theil des Kleinen Rathes, der das Finanzwesen des Staateszunächst beaufsichtigte; die einzelnen Mitglieder nannte man Rechenherren, das ganze Kollegiumauch die Nechenstube, den Schreiber Rechenschreiber, welche Benennung sich bis auf unsereZeit erhalten hat. Zn dem Rechenrath befanden sich immer einer oder die beiden Bürgermeister,die beiden Seckelmeister, der Obmann gemeiner Klöster rc. Das Sitzungslokal war auf demRatdhaus, die Kanzlei befand sich von 1700 bis 1798 an der Rosengasse. An die Stelle desRechenrathes trat während der helvetischen Zeit die Verwaltungskammer und nach Einführungder Mediationsverfassunq im Zahr 1803 ein Kollegium des Kleinen Rathes, welches den vielvornehmern Titel ^ Finanzkommission" annahm.
Refenthal.
Diesen Namen gab man den großen Speisezimmern der Klöster. Der Name ist hergeleitetvon dem lateinischen Worte llokvctoriui». Insbesondere nannte man zu Zürich Refenthal dasgroße Refektorium in dem Barfüßerkloster (siehe diesen Artikel) und dasjenige in dem Augustiner-kloster (siehe diesen Artikel).
Reformation
Bis in das löte Jahrhundert war auch bei uns wie überall Stadt und Land der römisch-katholischen Religion zugethan. Der ganze Kanton stand unter dem Sprengel des Bischofs vonKonstanz , und es gab eine Anzahl Klöster und Stifte verschiedener Orden. Auch bei uns, wieanderwärts, war seit dem löten Jahrhundert unter der Geistlichkeit immer mehr Sittenlosig-keit eingerissen, der Gottesdienst ein bloßes Formenwerk, die Bibel dem Volke unbekannt ge-worben und an ihre Stelle Heiligenlegenden getreten. Das Volk verwilderte seit den un-aufhörlichen Kriegen je länger je mehr; der wahre christliche Glaube wich; die Tendenz derPäpste ging auf unzerstörbare Befestigung ihrer Macht und Sammlung großer Reichthümer.Eigennutz, unersättliche Habsucht, Stolz, tyrannische Hierarchie, Seelentyrannei, Gewissens-zwang machten sich immer mehr geltend, der Verfall war auf den höchsten Punkt gekommen,indeß auch die Mittel, ihm entgegenzuwirken, näher gerückt, vorzüglich seit Erfindung derBuchdruckerkunst. Da wagte der Papst Leo X. in seiner GelLnoth einen allgemeinen Ablaß umGeld auszuschreiben, und ein päpstlicher Sendling sah sich namentlich auch die Stadt Zürich zum Schauplatz seiner Thätigkeit aus. Nun trat aber unvermutdet ein Mann auf, den dieVorsehung dazu bestimmt hatte, Großes zu wirken, Ulrich Zwingli . Dieser wurde am 1. Zenner1484 zu Wildhaus im Toggenburg geboren, zuerst dort und dann zu Wesen erzogen und be-suchte im zehnten Zahre die St. Theodorschule zu Klein-Basel. Zwingli wurde bald unterseinen Mitschülern einer der ersten und entwickelte namentlich musikalische Anlagen. Nach Ver-fluß von drei Zähren wurde er in eine höhere Klasse nach Bern versetzt, wo er namentlich diealten Klassiker kennen lernte und bedeutende Fortschritte in der Musik machte. Vergebens suchtenihn die dortigen Dominikaner zu bewegen, in ihr Kloster zu treten. Nach zwei Zähren ;1499'>
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