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Die alten Chroniken oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich von den ältesten Zeiten bis 1820 / neu bearbeitet von Friedrich Vogel
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Rorbas.

Torf und Pfarrgemeinde, bis 1798 zu der Grafschaft Kyburg gehörig.

Das Dorf Rorbas liegt am linkfeitigen Abhang des Tößthals in einer bedeutenden Ver-tiefung beim Einfluß des aus der Gemeinde Einbrach herkommenden Lochbaches in die Töß,eine halbe Stunde unterhalb Einbrach, ganz nahe an der umfangreichen Staatswaldung, Hardgenannt. Es zählt in den beiden Abtheilungen des obern und untern Dorfes 50 bis 60 Häuser.Ueber die Töß führt eine gewölbte steinerne Brücke von drei Bogen nach dem Dorf Freien-stein . Die ganze Umgegend ist bergig. Die Kirche ist sehr alt, und obgleich sie auf einemHügel liegt, ist sie durch andere noch höhere Hügel so gedeckt, daß sie von südlicher Seite hererst in unmittelbarer Nähe gesehen wird. Sehr merkwürdig ist die Lage der Lochmühle, diein einer starken Vertiefung am Lochbach liegt. Oberhalb der Mühle befindet sich eine Grotte,aus der ein Wasser fließt, das in kurzer Zeit alles versteinert und seltsame Tropfsteinfiguren her-vorbringt. Don solchen Tropfsteinen ist beim Kloster Rheinau eine kleine Kapelle ganz aus-geschmückt. Eine ähnliche Grotte ist bei der Weißhaldermühle. Oberhalb Rorbas gegen Embrach ist ein großer Taugsteinbruch, aus welchem ganze Fuder von Taugsteinen, die um ihrer Wasser-dichtigkeit willen beliebt sind, da und dorthin geführt werden, und in der Nähe ist auch einSteinbruch von schönen blauen Steinen. Zn der Nähe des Dorfes bildet der Lochbach, inseinem Bette wunderbar ausgehöhlt, einen malerischen Wasserfall. — Zu Rorbas stand im Mittel-alter ein Burgstall der Edeln genannt Müller von Rorbas, welche Lehenträger der Freiherren von Thengen waren. Um das Zahr 1290 lebte Rudolf, der als ein Anhänger von Oesterreichin dem Krieg von 1298 von den Zürcher » befehdet und an feinen Gütern geschädigt wurde.Peter von Rorbas machte Vergabungen an das Stift Embrach . Nach dem Aussterben desGeschlechts kam die Gerichtsbarkeit über das Dorf an die Edeln zum Tbar und dann 1519durcd Heirath einer Tochter dieses Geschlechts an den Edeln Zakob von Ulm, von diesen eben-falls durch Heirath 1571 an die Edeln von Meiß von Teuffen, welche die Gerichtsbarkeit biszu ihrer Aufhebung im Zahr 1798 besaßen. Die Hoheitsrechte über den Ort besaßen die Grafenvon Kyburg, von denen dieselben mit der Erwerbung der Grafschaft an die Stadt Zürich kamen,und Rorbaü wurde dem ennern Theil derselben zugetheilt. Zn dem Kriegsjahr 1799 , nament-lich im Mai bei dem Vorrücken der Oesterreicher, litt das Dorf durch Einquartierung, Fou-ragierung rc, sehr stark. Einen ganzen Tag lang kämpften beide Heere in dem Thale von Rorbas;die Einwohner hielten sich meistens in den Kellern der Häuser auf und niedrere der letzten,wurden geplündert. — Ao, 1806 wurde die jetzige steinerne Brücke über die Töß erbaut.

Die Pfarrgemeinde RorbaS ist weitläufig, denn sie umfaßt außer diesem Dorf nochdie Dörfer Freienstein , Hinter - und Ober-Teuffen, das Schloß Teuffen, die Weiler und Höfe:Alpenhof, Birchenreyh, Brunnensteig, Dütberg, Eulen, Freienstein-Gupf, Hinter-Wyler,Kilchbühl, Kronthal, Lochmühle, Neuweg, Oberhof , Rheinegg, Niederen, Rüdi, Thalhofund Wyler, welche drei Schulgenossenfchaften bilden: Rorbas, Freienstein und Teuffen. DiePfarrgemeinde, welche eine der ältern ist, indem sie schon im Zahr 1269 entstand, und zu demWinterthurer - Kapitel gehörte, zählte am Ende des vorigen Jahrhunderts 1245 Seelen. DieKollatur oder der Kirchensatz kam schon sehr früh an das Chorherrenflift zum Großmünster,welches den Zehnten und früher auch eigene Leute zu Rorbas befaß, die Pfarrer unter der