Kaiserstuhl“, einer adeligen Familie, welche das Erbschenkenamt der Freiherrn von Regensberg(vielleicht der Grafen von Baden), der einstigen Besitzer Kaiserstuhls inne hatte. l )
Gleich aus dem folgenden dreizehnhunderteinundzwanzigsten Jahre erhalten wir Nachricht vonder Familie Escher durch eine im Stadtarchive Zürich befindliche, aufs Beste erhaltene Pergament-urkunde, laut welcher Elisabeth von Gottes Gnaden Aebtissin des Gotteshauses Zürich dem bescheidenenManne Johannes dem Aescher von Kaiserstuhl einen Hof zu oberst im Dorfe Weiacli gelegen undvon Wernher Meyer bebaut um 5 Pfennige jährlichen Zinses zu rechtem Erblelien verleiht. Diesen Hofhatte Escher von den frühem Eigentümern Ulrich Schafli und Elisabeth der Gattin Jakob Schwends(beide zürcherische Patrizier) um 170 Pfund Zürich Pfennige gekauft und die Verkäufer hatten ihrRecht an die Aebtissin abgetreten, damit dieselbe den ewigen Zins von 5 Pfennigen darauf legenkönne. Als Zeugen erscheinen die zürcherischen Burger Ulrich Gorgheit, Rudolf Bilgeri, Joh. derWininger und N. Dingelhart, ferner Werner von Tübelndorf, Conrad Bischof von Kaiserstul undandere ehrbare Leute. Der Brief ist gegeben am nächsten Dienstag nach St. Valentin 1321 und vonder Aebtissin besiegelt. Das Siegel zeigt St. Felix und Regula, ist aber etwas beschädigt.
Im Jahre 1333 erscheinen nochmals Conrad und Johannes die Escher von Kaiserstuhl, indemsie gemeinschaftlich von zwei Gebrüdein „zum Thor“ Grundzinse ab Gütern zu Thengen erwerben.
Eine sehr interessante Urkunde besitzen wir aus dem Jahre 1346. Der Freie Heinrich vonLupfen, Landgraf zu Stüelingen, urkundet nämlich, dass er Hansen Escher, Conrad Eschers vonKaiserstuhl selig ehlichem Sohne, ein Gut zu Rümikon gelegen zu rechtem freiem Eigenthum über-geben habe in Anerkennung „der guten dienst die er und die sinen mir vil und dik geton hand undnoch tliun mögend.“ Der Brief ist gegeben zu Schaffhausen Donnerstag nach St. Jakobs Tag 1346und von dem Landgrafen selbst besiegelt.
Johannes Escher wird hier ausdrücklich als Conrads Sohn bezeichnet, der Letztere aber warbereits verstorben.
Für nahezu zwanzig Jahre fehlen uns nun urkundliche Zeugnisse, so dass wir auch vonJohannes Aescher keine weiteren Nachrichten besitzen. Einzig erfahren wir noch aus dem Jahrzeit-buche von Hohenthengen den Namen seiner Gattin „Brigitta“. Sie entstammte dem Gesclilechteder Stüelinger. Die Stüelinger waren Edelknechte der Freien von Regensberg und sassen in demStädtchen Regensberg. Im XIV. und XV. Jahrhundert waren sie im Besitze der Burg Waldhausen,unweit Kaiserstuhl im Thale des Fisibaches gelegen ; sie nannten sich daher auch „Stüelinger vonWaldhausen“. Von dem Burgstall sind heute nur noch spärliche Ueberreste vorhanden.
Von 1363 an erscheinen Johannes Eschers Söhne Johannes der Schultheiss und dessen BruderHeinrich (St. T. I. No. 4 und 5) in zahlreichen Urkunden, so dass wir uns schon ein genaueres Bildüber ihre Stellung im privaten wie im öffentlichen Leben machen können. In diesen beiden Brüdernerreichte die Blüthe des Geschlechtes im XIV. Jahrhundert ihren Höhepunkt.
Johannes wird 1363 in einer im Archive der Stadt Baden vorhandenen Urkunde erwähnt,laut welcher er und sein Bruder Heinrich mehrere Grundzinse zu Stadel von Wernher Grieshain,Ritter, und dessen Bruder Johannes Grieshain käuflich erwerben; schon hier wird Johannes Eschermit dem Titel eines Schultheissen von Kaiserstuhl bezeichnet, welchen er bis zum Jahre 1398 führte.
Im Laufe der Jahre erwarben die beiden Brüder Escher einen sehr bedeutenden Grundbesitzund andere Rechtsame in und um Kaiserstuhl. So kauften sie 1367 von zwei Brüdern „an demHove“ die halbe Vogtei des Dorfes Windlach mit Twing und Bann, d. h. die niedere Gerichtsbarkeitdaselbst und die Einkünfte, welche mit derselben verbunden waren (Zürch. Urk. Stadtbibi. Mscr.C. 277). Der Kauf wurde gefertigt von Freiherr Johannes von Thengen; unter den Zeugen erscheintHeinrich Escher der alt, ein Oheim der beiden Brüder, welcher 1376 von Papst Gregor XI zumChorherr des Stiftes Zurzach erwählt wurde und am 7. September 1382 daselbst starb.
Die Zehntenantheile, welche 1333 durch Conrad und Joh. Escher von den Brüdern „zum Thor“erworben worden waren, wurden 1368 durch weiteren Kauf vermehrt, indem der Schultheiss
‘) Wenn in älteren Stammbüchern erwähnt wird, (lass Hedwig die Letzte aus dem Geschleehte der Schenk vonKaiserstuhl gewesen sei, so liegt ohne Zweifel ein Irrthum vor, indem sich dieser Xame noch um das Jahr 1400 urkundlichnachweisen lässt (Urk. des Stadtarchives Zürich).