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1 (1885) Geschichtliche Darstellung und biographische Schilderungen / auf Wunsch der Familie nach den Quellen bearbeitet und zusammengestellt von C. Keller-Escher
Entstehung
Seite
7
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einige wenige Pergamentblätter, auf welchen die Esclierische Jahrzeit eingetragen ist. Es werdenhier genannt: Conrad Escher und seine Gattin Helwigis, Johannes Escher, dessen Sohn und seineGemahlin Brigitta, Heinrich Escher und seine Gattin Margaretha, sowie seine Kinder Erhard undElisabeth, der Leutpriester Rudolph Hager, Heinrich Escher Canonicus zu Zurzach, Verena Luciaund endlich Hans Escher der Schultheiss.

Beinahe sämmtliche hier aufgeführte Personen haben wir auch schon urkundlich kennen gelernt.Wenn wir nun in Betracht ziehen, dass Heinrich Escher im Jahre 1376 Canonicus wurde, VerenaLucia aber 1384 verstorben war, so können wir wohl mit Gewissheit annehmen, dass die Stiftungin den Zeitraum zwischen den genannten Jahren fällt.

Johannes Eschers Tochter Anna wird im Jahre 1398 nochmals erwähnt, nämlich in einerUrkunde des Grafen Hans von Habsburg, laut welcher derselbe auf diese Anna resp. ihren Vaterden Kaufschilling von 50 Gulden auf den Zehnten zu Mülenflue überträgt, welchen schon sein VaterGraf Rudolf der Verena Lucia Hagerin weiland Joh. Eschers ehelicher Wirthin und Mutter derAnna Escher ertheilt hatte. Die Urkunde ist datirt Lauffenburg den nächsten Donstag vor Aller-heiligentag 1398; das Siegel des Grafen hängt wohlerhalten. (Urk.-Samml. der Antiquar. Gesellsch.)

Nach dem Tode seiner ersten Gattin schritt Johannes Escher zu einer zweiten Ehe, indem erim Jahre 1384 Margaretha Fink heirathete, die Wittwe des Edeln Eberhard von Fahr. MargarethaFink entstammte einem alten, höchst angesehenen zürcherischen Rittergeschlechte, ihr Vater JohannesFink spielte zu Zürich eine hervorragende Rolle und wurde 1385 nach dem Tode des RüdigerManesse Zürichs dritter Bürgermeister.

Mehrere interessante Urkunden über diesen Ehebund liegen uns vor; um nicht zu weitläufigzu werden, führen wir jedoch nur eine davon datirt den 7. Januar 1385 an, deren Original im StadtarchivBaden sich befindet. Hier urkundet Johannes von Seon, Schultheiss der Stadt Zürich, dass FrauMargaretha, Johannes Eschers des Schultheissen zu Kaiserstuhl Ehefrau, verbeiständet durch Joh. Seilerin Brunngassen ihren Oheim, vor Gericht eine Urkunde vorgewiesen habe, kraft welcher ihr ersterEhemann Eberhard von Fahr selig, ihre Morgengabe von 40 Mark Silber, mit Zustimmung desLehenherrn Friedrich von Lägern Edelknecht, auf dem Zehnden zu Boppensol versichert habe unddass sie die 40 Mark und den Zehnten ihrem zweiten Gemahl als Leibding zueigne. SiegeltJoh. von Seon.

Die hier erwähnte Urkunde des Friedrich von Lägern liegt wohlerhalten in der Urkunden-sammlung der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich.

Von den Nachkommen, welche dieser Ehe entsprossen, werden wir weiter unten sprechen,und führen nur noch die wichtige Thatsache an, dass Johannes Escher am 4. August 1384 dasBürgerrecht zu Zürich erwarb.')

Heinrich Escher war ebenfalls zweimal verehelicht, erstlich mit Margaretha, die in der obenerwähnten Jahrzeit genannt ist. Sie entstammte dem Geschlechte derzum Thor. Diezum Thorwaren reich begüterte Edelleute, Vasallen der Herzoge von Oesterreich; sie besassen u. A. dieBurgen und Vogtrechte zu Teufen, Freienstein und Berg am Irchel; ihr Name erlosch im XVI. Jahr-hundert. Als zweite Gattin Heinrichs wird in den Geschlechterbüchern genannt Regula Manessinvon Manegg, aus dem bekannten zürcherischen Geschlechte. Der urkundliche Nachweis liiefür warbisher nicht zu erbringen, doch liegt kein Grund vor, an der Richtigkeit dieser Angabe zu zweifeln.

Heinrich Escher wurde Burger zu Zürich am 20. Juli 1385. ")

) ) Aeltestes Burgerbuch der Stadt Zürich.