Buch 
Gothisches ABC-Buch, das ist: Grundregeln des gothischen Styls für Künstler und Werkleute / von Friedrich Hoffstadt
Entstehung
Seite
8
JPEG-Download
 

8

Entfernung von U nach L' des Grundrisses genommen. Was die bei dieser Figur im Untersatz angewendete -dem gothischen Style so eigenthümliche Abfasung oder Wegnahme der Kanten betrifft (wovon ausfüh-licher beim Borlegeblatt die Rede sein wird), so ist dieselbe auf folgende Art construirt. Setze den Zirkelmit dem einen Fuße in den Mittelpunkt des Dreiecks A, und öffne ihn, als wolltest du innerhalb des Sechseckseinen Kreis ziehen; alsdann durchschneide mit dieser Zirkelöffnung die von den drei Ecken übe nach demCentrum Z' gezogenen Linien mit dem andern Zirkelfuße in ti i k, und bilde diese Zirkelschnitte ti 1 k in geradeLinien um, so ist die, ein gleichseitiges Dreieck bildende, Abfasung oder Wegnahme der drei Ecken vollendet, welchehierauf in Aufriß gebracht wird. Diese Abfasungen aber müssen mit dem Dreieck des Untersatzes ebensfallsdurch Wasserschläge vereinigt werden. Ist nun der Untersatz mit dem Aufsatz, wie hier, durch zusammengesetzteWasserschläge verbunden, so müssen auch die Abfasungen des Untersatzes sich diesem durch zusammengesetzteWasserschläge anschließen, deren Steigung nach einer der drei gleichen Seiten des weggenommenen Eckes (imGrundrisse) bestimmt ist. Die Wasserschläge der Abfasungen des Untersatzes sind übrigens gerade auf dernämlichen Linie a d e des Aufrisses angebracht, auf welcher die Wasserschläge, die den Untersatz mit demAufsatz verbinden, aufhören. Der Grundriß der Figur 5 zeigt, daß das Sechseck sich sehr weit über dasDreieck auslade. Wo solch' weite Ausladung statt findet, vereinigt man den Aufsatz mit dem Untersatze bessers. auf die in der Figur 5 gezeigte Art. Ziehe zuerst von den Ecken ch 6 und f aus Linien in der Richtungnach dem Centrum K bis an das Dreieck ade und theile dieselben bei U,iund k. in gleiche Hälften. Zieheferner von den Ecken übe aus Linien in das Centrum K, setze den Zirkel mit dem einen Fuße in dasselbeöffne ihn bis U oder i oder k und mache mit dieser Zirkelöffnung auf den Linien nK, dK und A' Zirkel-schnitte bei I, m und n. Ziehe nun von U gegen m und l, von i gegen m und rr, und von gegen n und 1Linien bis an das Dreieck ndc;, welches sie bei berühren werden, so ist der Grundriß fertig.

Die Höhe des Untersatzes (im Aufrisse) besteht hier aus der Hälfte einer Seite des Dreiecks (im Grund-risse) z. B. aus dem Theile o d oder o 6, dreimal in den Aufriß getragen (und zwar dreimal, weil das Dreieckdie Grundform ist), wodurch sich die Höhe von n bis p, und von 6 bis y ergibt. Die von der Linie p ybeginnende, abwärts gehende Schrägung der Wasserschläge ist nach der Linie 6 U des Grundrisses genommen,und im Aufrisse mit p r und y r bezeichnet. Nach der in der Figur 5 gebrauchten Construction könnendie zusammengesetzten Wasserschläge nicht auf einen Punkt zusammenlaufen, sondern es bildet sich durch diePunkte UminkIdes Grundrisses ein kleineres Sechseck, vielmehr entstehen an den drei Seiten des Dreiecksn U e wieder drei kleinere Dreiecke v k 8, tiu und v k deren Höhe im Aufrisse nach den Entfernungen imGrundrisse von r nach 8 (oder t nach u, oder v nach vv) genommen und gleichfalls mit r und 8 im Aufrissebezeichnet ist. Bon der Linie 8 8 (des Aufrisses) an sind aber die im Grundrisse mit rk 8 und t i u bezeich-neten dreieckigen Theile durch Wasserschläge nach unten beendigt, deren Schrägung nach der Linie ti v des Grund-risses genommen wurde, welche gleich ist der Entfernung von c! nach U, oder gleich der Schrägnng der Wasser-schläge von p nach r und q nach r des Aufrisses. Was endlich die abgefas'te Kante b des Grundrisses betrifft,so ist diese Abfasung durch den bei in (auf die in der vorigen Figur gezeigte Art) vorgenommen und in einegerade Linie zu verwandelnden Zirkelschnitt gegeben, wodurch im Grundrisse ein gleichseitiges Dreieck entsteht,dessen eine Seite zum Maaßstabe der Schrägung des zusammengesetzten Wafferschlages genommen ist, durchden sich im Aufrisse die Abfasung an das Dreieck nke anschließt, und welcher auf der nämlichen Linie ange-i> »li s. bracht ist, auf welcher die von der Linie 8 8 an abwärts gehende Wasserschläge aufhören. Die Figur b 5stellt ein ähnliches Drei- und Sechseck, nur von einer andern, nämlich jener Seite dar, durch welche im Aufrissedie Ausladung des Sechsecks über das Dreieck sichtbar wird. Die Berbindung dieser Ausladung mit demDreiecke des Untersatzes ist hier auf eine andere Art als in der vorigen Figur bewerkstelligt. Die im Grund-risse mit n cl li (oder b 6 e) bezeichneten, den Aufriß bildenden, ausgeladenen Theile sind mit dem Dreieckedes Untersatzes durch zusammengesetzte, nach unten gehende Wasserschläge von höherer, nämlich nach der Distanzvon U nach d oder n (des Grundrisses) genommener Schrägung, welche im Aufrisse gleichfalls mit U d markirtist, vereinigt. Diese Wasserschläge werden nun mit Gliedern, z. B. wie hier, mit einer einfachen Hohlkehle,unterbrochen, deren Formation gleichfalls aus dem Grundrisse construirt wird. Solche Gliederung könnte übrigensauf mannichfache Weise, wie noch später vorkommen wird, reicher angeordnet werden, so wie auch statt derhier angenommenen Schrägung 1i k andere Maaße aus den Grundrißlinien, z. B. den Linien a ci oder n A n irobern6 sich hätten anwenden lassen. Ziehe nun, wie in den beiden vorigen Figuren, von den sechs Eckendes Grundrisses Linien nach dem Centrum f, stelle den Zirkel mit einem Fuße in dasselbe, öffne ihn so weit,als wolltest du einen Kreis innerhalb des Sechsecks beschreiben, mache mit dieser Zirkelöffnung Zirkelschnitte