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Gothisches ABC-Buch, das ist: Grundregeln des gothischen Styls für Künstler und Werkleute / von Friedrich Hoffstadt
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229
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In den Figuren 21 und ad 21 ist dem Ganzen die Form einer viereckigen Rosette gegeben, welche in der- 2 i. 2 i.Mittelplatte des Deckels Figur 21 ganz, und im Ecke ad 21 halb sich zeigt. Auch hier ist die Bildung durch denin Figur bad 21 dargestellten Durchschnitt nach der Diagonallinie a b der Figur 21 erklärt. Noch ein anderes k »ä 21.Büchereck ist in Figur 22 dargestellt, welches eine einfache Maaßwerkdurchbrechung enthält. Reichere Formen 22 .sind in den Figuren 18 und 19 gegeben. Die Figur 18 ist eine Mittelplatte mit Laubwerk, welches entweder i8.nur als eingravirte Contur behandelt, oder auch durchbrochen bearbeitet werden kann. In dem Eckbeschläge - 18 .

Figur ad 18 sind noch zwei kleinere Stellen mit Maaßwerk ausgefüllt, welche, im Falle der Durchbrechung desLaubwerks, gleichfalls durchbrochen zu behandeln wären. Die Figur b 36 18 erläutert die Figur 18, indem v-ni 18 .sie deren Durchschnitt nach der Linie a b darstellt. In - Figur 19 ist die Mittelplatte mit durchbrochenem Maaß- 1 ».werk und Lilienendigungen umfaßt. Bei der dazu gehörigen, in - Figur ad 19 dargestellten Eckplatte ergiebt^ 19.sich mehr Platz für das Maaßwerk, daher dasselbe in den Ecken reichere Gestaltung als in der Mitte zuläßt.

Der Durchschnitt der Figur 19 nach ihrer Diagonallinie ab ist in Figur b ad 19 gegeben, wo sich bei den,,, »g 19.mit o und d bezeichneten, Stellen die Durchbrechung dieser, in Figur 19 mit den nämlichen Buchstaben markirten,

Plätze zeigt. Im Allgemeinen ist über die, in vorstehenden Beschlägen enthaltenen, Knöpfe oder Buckel noch zubemerken, daß ihr Zweck ist, durch das Hervorragen dieser Theile bei'm Hinlegen des Buches die übrigen Ver-zierungen, so wie den Einband selbst vor Reibung zu schützen. In den Figuren 23 und 24 sind metallene Bücher-Schließen von verschiedenen Formen gegeben. Die in Figur 23 enthaltene Form gehört zu der, in den Figuren 20 23.und ad 20 gegebenen, Art von Beschlägen. Die eigentliche, die Schließe bildende, Spange ist durchbrochen, wie sichaus ihrem, in Figur ad 23 gegebenen, Querdurchschnitte (der in Figur 23 mit a, e, d, b bezeichneten Stelle) ^ 23.ergiebt. In Figur b ad 23 ist der Längendurchschnitt der Schließspange, und zwar nach der Linie ^ b dargestellt, b »<, 23.und an dieser Stelle noch der Durchschnitt des mittleren Theiles mit dem Schließhacken, nach der Linie e f, hinzu-gefügt. In Figur 24 ist die Schließe mit Laubwerk verziert, dieses jedoch anders, als in den Figuren 21 und 21.ad 21, stylisirt. Solches Laubwerk kann entweder bloß in einer eingravirten Contur bestehen, oder auch durch-brochen sein. Ein kostbares Beispiel eines mittelalterlichen, silbernen Bücherbeschlägs habe ich im Jahre 1829 zuUlm in der v. Kraft'schen Sammlung gesehen. Hier waren die beiden Bücherdeckel mit silbernen Relieffigurengeschmückt, über welchen so hoch erhabene, und in der Mitte so weit vorspringende, durchbrochene baldachinartigeGestaltungen angebracht waren, daß das Buch nicht flach hingelegt werden konnte, ohne in beständigem Schwankenbegriffen zu sein. Die schönen in Leder gepreßten Arabeskenverzierungen der alten Büchereinbände hat man inneuester Zeit in England wieder mit Glück in gepreßter Leinwand nachzuahmen begonnen.

XXXV und XXXVI. Anwendung des gothischen Styles für

die Ausschmückung von Gemälden.

infassungen sind vorzugsweise geeignet, um als Gestaltungen im gothischen Style behandelt zuwerden, sei es, daß von der Arabeskenmalerei eigentlicher Randeinfassungen, von der Bildungder Initialen u. dergl. die Rede ist, oder daß es sich um größere Einfassungen, insbesondere zuFreskogemälden, oder um architektonische Freskomalereien äußerer oder innerer Theile vonGebäuden, oder endlich um die architektonische Behandlung von Glasmalereien handelt. Diereichen Mittel, welche der gothische Styl in der Art der Prosilirung seiner Gewände, dannin der Verbindung der innersten Gewand-Glieder zu einem durchschlungenen Maaß- oder Laub-Werk im obernSchlüsse eines Feldes darbietet, sind ganz geeignet, um jeder historischen Composition nicht nur als schöne Ein-fassung zu dienen, sondern selbst, um solche auf eine eigenthümliche Weise zu beleben und zu schmücken. AlsBeispiele dieser Behandlungsart können die beiden lithographirten Titelblätter dieses Buches gelten, wenn auchhier das architektonische Element überwiegend vorherrscht. Ein Beispiel einer arabeskenartigen Einfassung enthält