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Gothisches ABC-Buch, das ist: Grundregeln des gothischen Styls für Künstler und Werkleute / von Friedrich Hoffstadt
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XXXIII. Bchandlmig dks MctMnmks im gothischen Style.

anten am Rhein besitzt eines der größten Metallwerke, welche aus dem Mittelalter gerettetwurden, nämlich (außer einem erzenen Kandelaber vor dem Hochaltäre) ein kunstreiches,durchbrochenes Gitter aus Erz, welches Chor und Langhaus trennt. Leider wurdenviele Bronzearbeiten, so wie (ihres Materiales wegen) noch mehr Silberarbeiten desMittelalters durch Umschmelzung zerstört, daher nur noch Eisenwerke in größerer Anzahlvorhanden sind.

1. Eisen- und Blech-Werk.

s giebt drei verschiedene Arten der Anwendung von Eisen- und Blech-Werk. Dasselbe besteht entwedernur aus glatten, in verschiedenen Formen ausgeschnittenen Flächen, wie bei den Thürbeschlägen, oderes ist relief, wie bei den Verzierungen von Thürschlössern, oder von allen Seiten bearbeitet, wiebei eisernen Gittern. Bei der ersten (vorzugsweise bei Thürbeschlägen vorkommenden) Art wird Eisenblechangewendet. Man läßt von den eigentlichen Thürbändern einzelne, gewöhnlich laubwerkartig gestalteteZweige ausgehen. Alle Theile bleiben in der Regel glatt, und es werden höchstens Conturlinien eingravirt.Der schwarze Anstrich bei solchen mittelalterlichen Beschlägen rührt meistens aus späterer Zeit her, woman ihn des Rostes wegen anwendete. Polirt gewähren solche Bänder einen eigenthümlich schönen Anblick,und es erfordert wenig Mühe, dieselben in blankem Zustande zu erhalten (wovon ich mich bei einer nachmeiner Zeichnung angefertigten, mit solchen Bändern versehenen Thüre überzeugte). Beispiele solcher Thürbe-schläge wurden bereits oben im Vorlegeblatte X gegeben, und zwar in Figur 4 zwei einfache, auf verschiedeneArt verzierte Bänder, und in Figur 3 ein reicheres, laubwerkartig verschlungenes Band, wobei ich S. 122 eineHauptregel für Compositionen solcher Laubwerkbänder anführte. Da bei der Anwendung dieser Eisenbänderdie Thüre selbst eine glatte Fläche bilden muß, so dienen die Verschlingungen der von den Bändern ausgehendenZweige außer der Zierde vorzüglich auch zum festeren Zusammenhalten der (wie die Figur 4 des Vorlegeblattes Xzeigt) gewöhnlich nur in lothrechter Richtung aneinander gefügten Bretter. Als Beispiel, wie in solche EisentheileConturen eingravirt zu werden Pflegen, können die Figuren 18 und 18 des Vorlegeblattes xxxm dienen,wo in die durchbrochenen Laubtheile der Bücherbeschläge Conturen eingravirt sind. Außer solchen Verzierungenkommt es nur ausnahmsweise und gewöhnlich bei untergeordnetem Detail vor, daß die Eisentheile glatte Flächenbilden, wie z. B. die acht maaßwerkdurchbrochenen Seitentheile an dem obern Achteck des in Figur 17 des Vorlege-blattes XXXHI dargestellten Leuchters oder Candelabers, oder bei den durchbrochenen Theilen der ebendaselbstin Figur 19 und 19 gegebenen Bücherbeschläge. Reliefarbeiten von Eisenwerk, bestehen in der Regel nurin maaßwerkartig oder laubwerkartig ausgeschnittenen Theilen, welche auf einer Fläche von Eisenblech befestigtwerden. Als Beispiel hierfür dienen die Verzierungen an großen Thürschloßschilden, von welcher (die reichstenund mannigfaltigsten Bildungen enthaltenden) Art in Figur 4 des Vorlegeblattes X freilich nur ein ganz einfachesMuster gegeben wurde, bei welchem die kleine, das Schlüsselloch umgebende, Verzierung ausgeschnitten, jedeKante entweder abgerundet oder als kleines, weggenommenes Eck behandelt, und dann die Verzierung aufdie Fläche des übrigen Schildes befestigt werden muß. Die einfachste Art von Lhürschloßschilden besteht inwirklichen, kleinen Schilden (vergl. S. 116 und Figur 1 des Vorlegeblattes X). In Figur 5 (Vorlegeblatt x)habe ich den Schild aus einem Dreieck mit ausgeschnittenen Ecken gebildet. Von Thürdrückern enthält dasVorlegeblatt X in den Figuren 1 und 5 ein paar einfache, oben S. 116 erörterte Beispiele, und in Figur 4 eben-daselbst einen einfachen Thürklopfer in Form eines Ringes. Die Blätter, an welchen die Thürringe befestigtwerden (vergl. Figur 4), sind häufig mit durchbrochener Verzierung versehen, und solche Durchbrechungen oft(was sehr gut aussieht) mit rothem Tuche unterlegt. Schon zum reicheren Style gehört es, wenn einzelne Theilevon solchem Laubwerk von getriebener Arbeit, nämlich etwas ausgebaucht sind (was durch Klopfen auf derRückseite bewerkstelligt wird). Die Schlüssel kommen im reicheren Style mit Maaßwerkverzierung vor.