beweißt, die sonst mit rechtwinklichem Boden versehenen, flachen Figuren-Nischen zuweilen mit dem deutschen Wasserschlage versehen. Noch eine andere, halbkreisförmige und oben viereckig geschlossene Nische befindetsich an einem Monumente zu Speyer , bei welcher die, in der Nische angebrachte, Figur gleichfalls aufkeinem rechtwinklichen Boden, sondern auf einem Wasserschlage steht. Auch der Fuß einer kleinen Halbsaule,welche in Figur 15 enthalten ist, und sich an einem römischen Grabsteine in der Mannheimer Antiqui-täten-Sammlung*) befindet, ist mit dem Wasserschlage versehen, welcher in allen diesen Beispielen unmittelbaran die lothrechte Steinflache stößt. Die Sockel der römischen Monumente sind in der Regel, nach dem Charakter
der antiken Architektur, rechtwinklich abgesetzt, wie an den beiden unterstenSockeltheilen des, in Figur 4 gegebenen, Profils, welches dem achteckigenAufsätze eines Monumentes in der Sammlung römischer Alterthümer zuMainz **) angehört, oder wie sich an den beiden obersten Absätzen des in
Figur 8 dargestellten, Profils des Fußes eines viereckigen Monumentes zeigt, welches sich in der Sammlungzu Mannheim befindet. Solche rechtwinklige Absetzungen sind auch in den Profilen der Figuren 9, 10,12und 14 ersichtlich. Außerdem schließen die römischen Sockel gewöhnlich entweder mit dem in Figur 3 oberhalb,oder mit dem in der nämlichen Figur unterhalb gegebenen Profile, welches letztere dem viereckigen Untersatzeeines mit rundem Aufsätze versehenen Monumentes in der Mainzer Sammlung entnommen ist. Ausnahms-weise kommt aber der deutsche Wasserschlag als Sockel von Monumenten auch in der Art vor, wie das in Figur 2dargestellte, einem Monumente zu Speyer ungehörige Fragment, oder der oberste Theil des, in Figur 4gegebenen, Profils zeigt. Uebrigens war die Anwendung des Wasserschlags als Sockel nur Ausnahmeund stand, wo sie vorkam, gewöhnlich mit rechtwinkliger Absetzung in Verbindung. (Vergleiche Figur 4.)Gerade diese nur ausnahmsweise Anwendung des Wafserschlags spricht aber dafür, daß derselbe eine deutscheForm war und von den Römern wohl nur des Klima's, nämlich des erleichternden Wasserablauf's wegenangenommen wurde. Diese Rücksicht zeigt sich sehr entschieden an der, aus Oaumout'8 Ooin-s
W ä'unti<kuit68 monumentale^ 1^aii8 1830 (pl. XXXVIII In8, Figur 4) entlehnten Figur 20^ eines der Pfeiler der römischen Wasserleitung zu Metz, bei welcher die Absichtlichkeit der vielen Wasser-
schläge (besonders am Sockel) unverkennbar ist. Gleiches ist der Fall bei dem großen Wasserschlage,welcher (nach einem Stahlstiche von L. Lange) an einer Stelle der Ruine römischer Bäder zu Trier den vorstehenden Untertheil mit dem zurückgesetzten Dbertheile des Gebäudes verbindet. Ohnehin
2^. muß es auffallen, daß diese Anwendung des Wasserschlags an römischen Monumenten gerade nur imrauhen Deutschland, oder höchstens, wiewohl außerordentlich selten, in Frankreich, hingegen im heißen Spanien eben so wenig, als in Italien vorkommt. Auch die ausschweifenden und unregelmäßigen Bildungen in Ver-zierung von Kapitälen, Säulenschäften u. dergl. finden sich vorzugsweise in Deutschland , wogegen der römischeStyl in Spanien eine weit größere Reinheit zeigt. Es gibt aber noch eine andere Art, den Wasserschlag-Sockelan römischen Monumenten zu erkläre», nämlich aus technischen Gründen. Wenn man Profile, wie diebeiden, in Figur 3 enthaltenen, in den Sockel hauen will, so muß derselbe durch den Steinmetzen erst die,in Figur 2, oder am obern Theile der Figur 4 ersichtliche, Wasserschlagsform erhalten, ehe aus dieser feinereGlieder herausgehauen werden können. Der Wasserschlag an Sockeln kann daher auch als uicht fertig gewordenesGlied betrachtet werden, was gewiß oft der Fall sein mochte, und durch ähnliche Wahrnehmungen an Gebäudenaus der ältern Periode des mittelalterlichen Rundbogenstyls (wie ich weiter unten nachweisen werde) bestätigtwird. Die Profildurchschnitte der in den Figuren 12 bis 14 gegebenen Gesimse, welche sämmtliche
14. ^ 14 auch als römische Fußgesimse vorzukommen Pflegen, zeigen sich in ähnlicher Art (namentlich das
Profil Figur 14 völlig unverändert) an Bauten des ältern Rundbogenstyls, worüber unten nähere Belegefolgen werden. Bei den, in den Figuren 5 bis 8 dargestellten Füßen, von welchen die Figuren 5 und 6 römischenGrabsteinen in der Mannheimer, und Figur 7 einem solchen in der Speyrer Sammlung entlehnt sind istM die Verwandtschaft mit ähnlichen Gliedern aus der ältesten Periode des Rundbogenstyls unver-W kennbar; eben so bei den, in den Figuren 9 und 10 gegebenen, Profilen von laublosen Kapitälen oder10. ? Kapitälgesimsen, welche sich an zwei, in der Mannheimer Sammlung stehenden, römischen Grab-
*) Die Sammlung ist im Gange vor dem Naturalienkabinette im Schlosse aufgestellt.
-*) Die römischen Alterthümer sind im untersten Stockwerke des ehemaligen, kurfürstlichen Schlosses am Rheinc aufgestellt.