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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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und Lanzenspitzen, Hirschgeweihe und eine Menge Knochen und Hauer von Schweinen; einenDachziegel mit dem Stempel der XI. Legion, ein Dutzend Münzen aus dem zweyten unddritten Jahrdundert, einige Thongefässe u. s. f. An einem dritten Ort gegen der Hintern Hof-gasse entdeckte man nichts als eine Menge römischer Dachziegel, Tuf-Sandstein, Estriche rc.In dem bemerkten Jahr kam etwa 5 Minuten oberhalb dem Dorf Rußikon , auf dem soge-nannten Eggbühl, beym Ansrcutcn eines Baumes ein Geripp zum Vorschein, das mit Stei-nen bedeckt und umgeben und mit vielem Geschmeide versehen war, und neben welchem sich einKessel aus Erzblcch befand. Zu Dättweil, Gemeinde Andelfingcn, wurde Gemäuer ge-funden. Von ganz besonderer Wichtigkeit waren die antiquarischen Nachforschungen, welchein dem bemerkten Jahr auf der sogenannten Schatzhalden außerhalb Kloten gemacht wur-den, wo schon im Jahr 1724 Nachgrabungen veranstaltet worden waren, und eine bedeutendeAusbeute von Alterthümern statt gehabt hatte, welche größtcntbcils auf die Stadtbibliothek ge-bracht worden sind. Es wurden jetzt von zwey römischen Häusern Ruinen aufgefunden, dieauf eine dauerhafte und hübsche Bauart schließen lassen. Das eine hatte eine Länge von 86und eine Breite von 48 Fuß, Haupt- und Untcrscheidungsmauern von 2^ Fuß Dicke. EinigeZimmer hatten Mosaik-Boden, andere bestanden aus Estrich. Das zweyte Gebäude hatte eineLänge von 110 Fuß, eine Breite von 70 Fuß und, die Gänge nicht gerechnet, 24 Abtdcilun-gen, wovon 11 zu Wohnzimmern, 3 zu Bädern, die übrigen für andere ökonomische Zweckebestimmt waren. Es wurden Ucberrcste von bunt bemalten Wänden und Mosaikboden gefunden;auch Uebcrreste von warmer Luftheizung. In einem Raume fand man eine große Menge vonTbicrknochen, Eberzähne, Schneckcnbäuschen, viele Knochen von Vögeln und einige Adler-klauen, was auf eine Opferstätte schließen läßt. Es wurden auch neun Stück Münzen' ausder römischen Periode, einige bronzene Geräthschaften, niedrere große und kleine Lanzen-spitzen, Messer, Schlüssel von verschiedener Form, Ketten, Hufeisen, Spornen, einige bleycrneTafeln, eine große Menge von Bruchstücken, z. B. von ausgearbeiteten Glasgefässen, einigeaus Knochen gefertigte Gegenstände, eine Menge Uebcrreste von tdönernen Gefässen, Ziegelmit dem Stempel der XI. und XXI. Legion, Heizröhren, Blatten und Backsteine von ge-brannter Erde rc., gefunden.

Im Jahr 1838 ließ die Gesellschaft auf derjenigen Erhöhung unweit Albisrieden , wovormals das Hochgericht gestanden, Nachgrabungen veranstalten. Man entdeckte nnterdalbden Gerippen der verscharreten Eadaver Ueberblcibsel römischer Gebäude, eiserne und bronzeneGeräthschaften, Ueberblcibsel von Geschirr, sowobl von Glas als von Thon, daS bronzeneBrustbild eines Silens. Anno 1839 ließ sie bey Dübendorf nachgraben. Es fanden sichauch dort eiuige Ueberblcibsel eines römischen Wohngebäudes. Bey statt gefundenen Grabungenauf dem Büdl, unweit dem Flecken Marthalen , entdeckte man niedrere Scelcte; bey einemderselben einige Stücke Waffen, namentlich einige Schwerter, einen Dolch u. s. f. Nachdemder antiquarischen Gesellschaft dievon Anzeige gemacht wurde, ließ sie weiter nachgraben, undman entdeckte noch mehrere Scelete; ferner bey Höngg fünf Grabhügel.

Antistitinm.

Dieses dem Stift gehörende Gebäude, Nro. 178 zunächst der Großmünstcrkirche, vormals