338
Mnnitions-Magazine.
Nach Abtragung der in den Schanzen zerstreuten Pulverhäuschen trat die Nothwendigkeitein, an der Stelle derselben irgendwo in Entfernung von der Stadt Gebäude zur Aufbewah-rung von Pulver und Munition zu errichten. Es wurden zu diesem Behuf im Jahr 1836 ineinem vom Spital angekauften Acker, in der Mitte des Sihlfelds (Gemeinde Anßersihl), zweyMnnitions-Magazine, einen Büchsenschuß von einander entfernt, erbaut. Jedes dieserMagazine besteht aus einem Hauptgebäude von 45 Fuß Länge, 20 Fuß Breite und 21 FußHöhe bis in die First, aus einem 9 Fuß breiten Angcbände und aus einer 111/2 Fuß" breitenauf Säulen ruhenden Vorhalle; alles von Holz erbaut und mit Schiefern bedeckt. In demHauptgebäude befindet sich ein Eingebäudc mit Gestellen für Aufbewahrung des Pulvers oderder Munition. Die Kosten eines solchen Gebäudes betrugen 4295 fl. — In den Jahren 1837und 1838 wurden die beyden Mnnitions-Magazine mit 12 Fuß hohen Mauern eingefaßt, dieoben mit Blatten bedeckt sind. Diese Mauern kosteten 5836 fl. (Das Weitere siehe Pulver-Magazine.)
Musikgcscllschaft, siehe Gesellschaften und Vereine.
Musterungen, siehe Militairwesen.
Näfbleiche, Neftenbach , siehe Feuersbrünste (1822 und 1838).
Nafsenweil, Niederhasli, siehe Feuersbrünste (1820 und 1837).
Naturereignisse.
Das so ausgezeichnet trockene, an schönen und warmen Sommertagen reiche, und in Weinund Frucht ergiebige Jahr 1819 endete mit einem in der zweyten Hälfte wohl nassen Wein-monat und mit einem ungewöhnlich schnee- und regenvollen Christmonat. Vom 12. bis zum31. fiel in 15 Tagen 51/2 Zoll hoch Wasser. Der Sihlstrom schwoll höher an, als man sichje seit 1785 erinnern konnte, und verursachte besonders in Adlischweil und an dem Sihl-Canai beyZürich bedeutenden Schaden, auch wurde ein Theil der Promenade im Schützcnplatz überschwemmt.Der Zürichsee erreichte am 25. Ehristmonat eine Höhe, die derjenigen vom Henmonat 1817nur um 28H2 Zoll nachstand. Am Höhenzug des Aldis zeigten sich mehrere Erdschlipfe; einerderselben zerstörte an der westlichen Seite des Uetlibcrgs das Häuschen eines armen Ansiedlersund überdeckte 20 Jucharten unlängst vorher urbar gemachten Landes. Auch die Thür erreichteeine ungewohnte Höhe. Die Glatt riß die Brücke bey Glattfelden weg und überdeckte sehr vieleWiesen mit Schlamm und Steinen.
1820. Vom 8. bis zum 15. Jenncr herrschte eine beständig anhaltende Kälte, derenDurchschnitt (die Beobachtungen Morgens um 8 Uhr zusammengerechnet) 121/2° Reaumur inZürich betrug. Den 10. und 11. sank das Quecksilber auf 14Hig und 14f/; herab. (Seit dem22. und 23. Februar 1810 hatte dasselbe nie mehr so tief gestanden, außer am isolirt kalten30. Christmonat 1817, da es auch 14^/ig erreichte.) In der zweyten Hälfte des Monats waran neun Morgen der Boden nicht gefroren; Wind und Regen traten an die Stelle des Schnees,und die mittlere Morgenkälte war nicht mehr als ch OH!;«. Im Hornnng war die Temperaturnur ein wenig frostiger; Schnee oder Regen fiel weniger als jemals seit vierzig Jahren in diesem