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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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Im Jahr 1829 wurde mit den bisherigen Pulvermachern, Gebrüder Hofer von Langnau,Cantons Bern, ein Auskauf getroffen und von ihnen 2 Stück Land nebst einer Scheune für2000 fl. angekauft. Statt der bemeldetcn Pulvcrmachcr wurde ein anderer, Hr. F. Dietrich vonEttlingen , angestellt. Da die alten Mühlen oder Mühlcnwerke nicht mehr für tauglich befun-den wurden, so schritt man im I. 1830 zur Errichtung neuer. Es wurden die alten Gebäudeund der Wasserbau demolirt und darauf ein Radhaus, ein Wasserrad und Wendelbäume, zweyneue Mühlgebäude mit sämmtlichen Werken, ein Canal mit eisernem Rechen und einer Brücke,eine Wasserschwclle :c. erbaut, die Ufer des Canals eingewandet und endlich im I. 183 l eineStraße zu der Pulvermühle angelegt, welches alles zusammen gegen 14,000 fl. kostete. Eszeugt von großer Sachkenntniß und Sorgfalt des Pulvermachers, daß bisdahin, ungeachtetder vermehrten Pulverfabrikation, noch nicht das geringste Unglück begegnet ist.

Qnais.

Seit 1820 sind zu Zürich fünf Quais oder Uferstraßen angelegt worden und zwar dererste in den Jahren 18231825 von der Rosengasse im Niederdorf längs dem rcchtscitigenLimmatufer bis zu dem neuen Schlachthaus. Dieser Quai hat eine Länge von 369 Fuß,die Fahrbahn eine Breite von 32, das Trottoir von 16 Fuß, und es kostete derselbe gegen15,000 fl.

Der zweyte und dritte Quai wurden von der Kaufmannschaft gemäß Bestimmung derunterm 16. März 1835 mit ihr abgeschlossenen Uebereinkunft erbaut und zwar der eine als Ufer-verbindung zwischen dem Helmhaus und der neuen Brücke auf der einen und dem Rathbausauf der andern Seite. Im Brachmonat 1835 schloß die Kaufmannschaft bezüglich auf den Baudieses Quais mit dem Stadtbauamte einen Vertrag ab, worin das letztere sich verpflichtete,die Arbeit für 21,000 fl. auszuführen. Sogleich wurde mit der Baute der Anfang gemachtund die Arbeiten ununterbrochen fortgesetzt, so daß der Quai im Wintermonat 1836 vollendetund im folgenden Jahr von dem Stadtrath übernommen wurde. Die Fundamente desselbenbestehen aus einem Rost von Tannenholz, der auf 300 Pfählen von Eichenholz ruht. DieQuadermauer, welche den Quai auf der Seite der Limmat einfaßt, ist 3 Fuß dick. Der Quaihat an der engsten Stelle bey dem Zunfthaus zum Rüden dennoch 40 Fuß Breite. Zwey Doppel-treppen mit 8 Fuß Oeffnung gestatten den Zugang zum Wasser. Auf der Seite gegen derLimmat befindet sich ein Trottoir, das mit Stcllriemen eingefaßt ist.

Der dritte Quai wurde von der äußern Ecke der Wafferkirche aufwärts bis auf den altenPlatz angelegt und dabey der unter dem Hclmhaus hindurch führende Canal verfällt. ImWinter 1835 ward mit den Erdauffüllungen bey der Sonne und hinter dem Raben der Anfanggemacht, die Fortsetzung der Arbeiten jedoch eine Zeit lang durch Streitigkeiten mit den Häuser-besitzern aufgehalten, so daß erst im Ehristmonat 1837 die Baute dem Hrn. Baumeister Vögelium die Summe von 6800 fl. nebst Ueberlassung der Quadern der bisherigen Brüstungsmauernund des Wellenbergs übergeben wurde. Zu der Auffüllung wurden theilwcise auch die vondem Abbruch des Wellenbergs herrükrenden Materialien verwendet. Wegen verschiedener ein-getretener Hindernisse wurde die Baute des Quais erst im I. 1839 vollendet. Die Bepflaste-rung besorgte das Stadtbauamt zu dem Preis von 3 fl. 30 ß. pr. Quadratklafter. Der Quai