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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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steht noch ein Frauen-Eomitö. Ein Oberlehrer leitet das ganze Erziehnngs- und Unterrichts-wesen der Anstalt und ertheilt den wissenschaftlichen Unterricht in den Hauptfächern, sowohlbey den Blinden, als bey den Taubstummen; ihm sind zwey Unterlebrcr, eine Arbcitslchrerinnund die nöthigen Hülfslchrer untergeordnet. Das Hauswesen besorgt eine Verwalterinn, wel-cher als Dienstlcute zwey Mägde und ein Knecht untergeordnet sind. So weit es die Lehr-geschäfte erlauben, hilft auch die Arbeitslchrerinn bey Besorgung des Hauswesens. BeydeAbtheilungen haben am Sonntag einen ihrer Bildung angemessenen Hansgottesdienst; übcrdießbesuchen die Blinden den öffentlichen Gottesdienst.

In den Jahren 1836 und 1837 wurde unter der Leitung des Hrn. Architekt Zengheer fürdie Anstalt ein ganz neues Gebäude, das an der Stelle der ehemaligen Kronenporte steht, er-baut, welches aus einem Erdgeschoß und zwey Stockwerken besteht und folgende Räume in sichfaßt: im Erdgeschoß zwey geräumige Keller, die Küche, eine große Speise- oder Vorraths-kammer, der Holzschopf, ein Waschhaus, Badezimmer, Gemüsekellcr u. s. f. Im ersten Stock-werk, in welches man theils durch eine äußere Platteform-Treppe, theils durch den gewölbtenMittelgang und eine innere Treppe gelangen kann: Wohnstube nebst Eabinct für die Verwal-tung, Spciscsaal, Dircktionszimmer, zwey Krankenzimmer, zwey Schlafsäle n. s. f. Das zweyteStockwerk enthält drey Schlafsäle, den Lehr- und Arbcitssaal der Blinden , zwey Säle für dieTaubstummen n. s. f. Aus einem der Zimmer gelangt man auf eine bedeckte Altane von 46 FußLänge und 6 Fuß Breite, die zum Aufenthalt im Freyen benutzt werden kann. Ueber dem Dacherhebt sich in der Mitte des Gebäudes ein Pavillon, von dem aus man einen Ueberblick aufdie ganze Stadt und die nähere und fernere Umgegend genießt. Ende October 1837 wardas Gebäude vollendet, wurde aber erst im August 1838 von der Anstalt bezogen und am2. October festlich eingeweiht. Die Baukosten betrugen circa 50,000 fl. und werden zu unge-fähr zwey Dritthcilen durch unverzinsliche Aktien ü 100 fl. gedeckt.

Seit Gründung der Blindenanstalt zäblte dieselbe bis im Jahr 1839 95 Zöglinge.

die Taubstummenanstalt .... 66

Summa 161 Zöglinge.

Davon waren 114 aus dem Eanton gebürtig; gegenwärtig zählt die Anstalt 43 Zöglinge,10 Blinde und 33 Taubstumme.

Die Einnahmen der Anstalt an freywilligen Beyträgen, Tischgcldern, Beyträgen der Re-gierung und des Stadtraths, an Arbeiten der Zöglinge, Zinsen, an hcrausgelooseten Actien aufdas Haus zum Brunnenthurm und Allerley betrugen von 18091834: 140,330 fl. 26 ß.

die Ausgaben an Besoldungen, für die Haushaltung, an Werkzeugund Lehrbüchern, Arbeitsmaterial, Mobilicn, Hauszins, Kleidern, Ban-kosten u. s. f. 111,773 fl. 17 ß.

so daß mit Ende 1834 der Fond der Anstalt bestand in 28,557 fl. 9 ß.,welche Summe sich durch die Baukosten der neuen Anstalt um ein Namhaftes verringerte.

Blittcrschweil, siehe Bauma.

Boden, siehe Fischenthal .