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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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gab. Zwey Jahre später wurde ein kleines Thürmchen nebst Glocke auf das Schulhaus ge-setzt. In dem beincldeten Jahr ward in Einbrach eine Sekundärschule eröffnet, die ihrLokal im alten Pfarrhaus hat. Ao. 1837 wurde das alte SchulhanS in Einbrach, in wel-chem sich zwey Schulstnbcn, jedoch keine Lehrerwohnung befindet, ziemlich reparirt. Indem bemerkten Jahr ward, nach dem Muster von Thalweil, ein Jugcndfest gcfeyert, an welchemsämmtliche Schüler des Thals sowie auch die von Lufingen Antheil nahmen. Ao. 1839 wur-den 6 Kirchenfenster von dem geschickten Glaser Nägeli in Zürich verfertigt und in eiserneRahmen gefaßt, was den Staat 270 fl. kostete, und so eben werden noch weitere Reparaturenan der Kirche ausgeführt.

Das Weitere, siehe Feuersbrünste (1826, 1828 unk 1838).

Endhöri, Bülach , siehe Feucrsbrünste (1820, 1822 und 1830).

Cnge

ist seit den ältesten Zeiten mit der Kirchgemeinde zum St. Peter in Zürich verbunden undbildet eine Filiale derselben, deren kirchliche Verrichtungen, vorzüglich in Katechisation beste-hend, von einem Katecheten versehen werden.

Anno 1666 zählte die Gemeinde 100 Haushaltungen und 600 Seelen.

1789 148 - 737

1836 1482 Seelen.

Von 18201830 wurden 12, von 18301839 aber 37 neue Häuser, die letztern meistim Bleichcrweg und Sclnau, erbaut. In der ehemals Bürklischen Wiese zunächst dem Schanzen-graben ist ein ganz neues Quartier entstanden, welches ein buntes Gemisch von neuen Wohnhäusernund Gewcrbsanlagcn darbietet. Bemcrkenswerth sind die schönen Landsitze Belvoir, Freu-denberg und Stockcrgut. Das Schulhaus dieser Gemeinde, welches an das Bethaus angebautist, wurde im I. 1776 erbaut, 1827 mit einem Kostenaufwand von circa 3500 fl. erweitert.Dasselbe enthält ein großes Lehrzimmcr und eine geräumige Lehrerwohnung. Von 1834 bis1837 war diese Schule gemäß gesetzlicher Bestimmung eine sogenannte Musterschule. DerSpital besaß in dieser Gemeinde bedeutende Güter; im I. 1834 wurde der sogenannteEngehof, bestehend aus Wohnhaus, 2 Nebengebäuden und ungefähr 45 Jnch. Land um 30,950 fl.,das Neugut mit 51/2 Jnch. Wiesen und Rcbland um 12,100 fl., 1835 ein Schöpf imSelnan nebst circa 6 Jnch. Wiesen und Rebland für 18,500 fl. verkauft. In den Jah-ren 1834 und 1835 erbaute der Staat eine offene, auf eine neue Art mit Holz-Pflöcken be-setzte Brücke über den Schanzengraben, etwas oberhalb dem ehemaligen Wollishofersteg, welchedie Gemeinde Enge mit dem Stadtgebiet verbindet. Diese Brücke kostete beyläufig 12,000 fl.In der Nacht vom 3. auf den 4. Wintermonat 1835 wurde auf dem einsamen Fußweg längsder Sihl , der gegen der Wollishofer-Allmcnd führt, ein sich seit längerer Zeit in Zürich auf-haltender fremder Student, Namens Lessing aus Preußen, auf das schrecklichste mit vielenStichwunden ermordet. Die Jahre lang geführte Procedur mit mehrern angeklagten Personenergab kein bestimmtes Resultat; vielen Leuten kam der Ausgang der Sache und der Urtheilsspruchdes Criminalgerichts vom 6. April 1837 etwas seltsam vor.