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Gemeinden gedrungen, sich in zahlreichen Petitionen an die Regierung zu wenden und dieselbezu bitten, es möchte eine Korrektion dieses Flusses veranstaltet und dadurch den immermehrüberhandnehmenden Versumpfungen abgeholfen werden. Gleichzeitig gelaugte auch das Sani-täts-Kollegium an die Regierung und machte dieselbe aufmerksam, daß, wenn nicht dem Uebel ^
bald und kräftig abgeholfen werde, auch in Rücksicht auf die Gesundheit der Einwohner jener f
Gegenden schlimme Folgen zu befürchten seyen. Der Kleine Rath faßte hierauf, hauptsächlichauf Betrieb des Hrn. Rathshcrr Eschcr von der Linth , der von der Korrektion dieses Flusseserfreuliche Resultate erlebt hatte, unterm 10. Wintcrmonat 1812 den Beschluß: „1) die Ver-besserung des Glattflusscs von seinem Einkauf in den Rhein bis zum Greifcnsee hinauf nebstder damit zugleich zu bewirkenden Fällung des Wasserspiegels des Sees soll vollständig nachdem Vorschlag der Wasserbau-Polizcy-Kommission und unter ihrer Leitung ausgeführt werden.
2) Die Unkosten, welche diese Verbesserung erfordert, sollen, von allen Güterbesitzern ge-tragen werden, deren Güter, sowobl im Glattthal und seinen Ncbeutbälern als auch an denGestaden des Greifcnsees durch die vorzunebmcnden Arbeite» verbessert werden.
3) Die Regierung übernimmt die Unkosten, welche die Leitung und Beaufsichtigung derganzen Arbeit veranlassen und wird auch die zu leistenden Vorschüsse ohne Zins liefern, wofürsie sich von den betreffenden Gemeinden oder Güterbcsitzern hinreichende Garantie und Erklä-rungen geben lassen wird.
4) Sowie alle Grundstücke, welche durch die Ausführung der Arbeiten Verbesserungen zuerwarten haben, in die Mitleidenschaft gezogen werde», so sollen auch alle diese Güter nachVollendung der Arbeiten zur Erhaltung derselben mitwirken.
5) Die Unternehmung ist verpflichtet, alles Eigeutbum, welches sie zur Ausführung derVcrbesserungsarbeikcn zu Handen zu nehmen im Fall ist, nach seinem wahren Werth dem Eigen-thümer zu bezahlen " u. s. f.
Aus einem Berichte des Hrn. Escher von der Linth, sowie aus einem spätern des Hrn.
Oberst Hcgncr von Winterthur , ergab sich, daß von Grcifensee bis Hochfclden 11 Mühlendas Wasser der Glatt immer in die Höhe treiben und daher keine Austrockuung des Bodensmöglich sey, sondern derselbe immer mehr versumpfe und vcrsaure, daß dann aber von Hoch-felden bis an den Rhein die Glatt zu viel Fall habe und, indem sie sich durch ein enges Thalmit Schutthalden winde, in der Gegend von Glattfelden durch Geschiebe Zerstörungen anrichte.
Die Corrckkions-Arbciten begannen im Jahr 1813 in der Gegend von Glattfelden , zwi-schen der dortigen Brücke über die Glatt und den sogenannten Schacheu-Wiesen. Es wurdeder Glatt ein neues Bett von 40 Fuß Breite angewiesen, auf eine Strecke von 3600 FußLänge dem Fluß in dem alten Bett ein neues ausgegraben, und da und dort 30 Fuß von jedemUfer entfernt Dämme aufgeführt, um für ganz besondere Wassergrößc ein erweitertes Bett zuhaben. Diese Arbeiten, die unter der Leitung des Hrn. Ingenieur Breitinger vorgenommenwurden und wobey zwey Arbeiter von der Linth bcbülflich waren, wurden bis zum Sommerdes Jabres 1814 vollendet, kosteten 9500 Frku., wurden aber in dem bemeldten Jahr durchAustrctcn der Glatt größtenthcils zerstört.
Von da an blieb das Unternehmen der Glatt-Correktion einige Jahre liegen. Im I. 1817kaufte der Staat die Mühle zu Oberglatt , die hauptsächlich nachtheilig auf den Wasserstand