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Arm auf den Zürichschild gelehnt, mit der rechten Hand dem neuen Werk den Lorbeerkranzreichend, zn ihren Füßen eine geöffnete Kiste, in welcher der Stab des Merkurs liegt. AmFuße steht die Jahreszahl ffHIEEEXXXVIII. Die Kehrseite enthält folgende Inschrift: DowLrbauer äor Minslorlirücleo, laxGi^ Xoxrolli, <Iio 8lastt 2ürict>.) — Nach kurzer Pause ludhierauf der Präsident des kaufmännischen Ausschusses die anwesenden Behörden und Gäste ein,das Werk zu betreten und mit ihm den ersten Gang über dasselbe zu thun. Die mit Blumcn-Guirlanden geschlossenen Eingänge der Brücke wurden von den festlich gekleideten und mitSträußen geschmückten Arbeitern weggehoben und Kanonendonner und Glockengeläute begleitete,den Zug über die Brücke bis zum Ausgang derselben unweit der Meise. Von dort begab ersich hinter das Stadthaus, wo die Herren von vier bekränzten Schiffen aufgenommen wurden,welche unter Begleitung einer sehr schönen Blechmusik unter den schlanken Gewölben der Brückebindurchfuhren. An den Treppen des neuen Ouais wurde gelandet, sofort die Wagen bestiegen,welche, in der Zahl von 22, stattlich ausgerüstet und mit glänzenden Pferden bespannt, in zweygeordneten Reihen auf dem neuen Quai aufgefahren waren. Unter allen Equipagen zeichnetesich diejenige eines Hrn. Zündorf am meisten aus, der hierbey großen Lurus entfaltete. Zweygemiethete Vierspänner eröffneten den Zug, der sich über die Brücke und den Münsterhof durchdie alte krumme Straße zwischen der Waag und dem Zeughaus vorbey auf den Paradeplatzbewegte und durch die neue Poststraßc wieder auf die Brücke gelangte. Ein Postwagen endigteden Zug und auf dem Paradeplatz schloß sich demselben eine stattlich geladene Güterfuhr undein mit 80 Fuß langem Holz beladener Wagen an. Kanonendonner und Glockengeläute, derJubel der Menge und freundliche Gesichter begleiteten fortwährend den Zug, welcher, bey derFraumünsterkirche angekommen, in stattlicher doppelter Reihe die Brücke zum zweyten Mal pas-sirtc. In raschem Trab fuhr der Zug der Fcstfeyernden bey dem Easino vor, wo Halt ge-macht wurde. — Kaum war die Brücke eröffnet, so wogte von beyden Seiten eine ungeheureMenschenmasse über dieselbe, die gleich einer streitenden Phalanr in der Mitte zusammenranntc.Man wollte wenigstens 3000 Personen in jenem Augenblick auf der Brücke gezählt habe».Alles war Freude. Die verschiedenen für Zuschauer errichteten Tribünen, die zusammen gegen1000 Personen faßten, entleerten sich allmälig und nach längerer Zeit begannen sich auch dieStraßen zu lichten. Man glaubt, daß circa 20,000 Menschen an der Feyer Theil genommenbaben. — Mittags fand ein Mahl von 153 Gedecken im Easino Statt. Andere Kreise hattensich gleichzeitig anderswo aus eigenem Antriebe gebildet. Der zahlreichste von diesen, welcher80—90 Personen zählte, war auf der Schmiedstube versammelt. Ucberall wurden Triuksprüchedargebracht.
Um 8 Uhr Abends nahm die Beleuchtung der neuen Brücke, der untern Brücke, der bey-den Quais und der sie einschließenden öffentlichen und Privatgcbäude den Anfang. Behördenund Privaten wetteiferten, um sich gegenseitig in glänzenden Anordnungen zu übertreffen. Dieschöne Gestalt der Münsterbrücke kob sich, von tausend Lampen beleuchtet, majestätisch heraus; aufihrer Mitte strahlte ein Tempel, in dessen Frontispice dem Verdienst die Bürgerkrone gereichtwurde. Der Name Münsterbrücke strahlte bis in weiter Entfernung und daS Sinnbild der ge-prägten Denkmünze war in einem kolossale» Medaillon ausgedrückt; 2 Pyramiden zur Rechtenund zur Linken trugen die Inschriften des Erbauers und der Baumeister. An beyden Eingängen