Buch 
Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
Entstehung
Seite
337
JPEG-Download
 

337

sich sammelnde Wasser wird mittelst gußeiserner Nähren unter den Fußwegen hindurch abgeleitet.Die Brustmauern und die Fahrbahn sind von Granit aus der Gegend von Mcllingen, das Geländervon Gußeisen. Bey jedem Eingang der Brücke stehen zu beyden Seiten Candelaber.

Laut dem Berichte des Hrn. Negrelli hat die Brücke eine Gesammtlast von 123,133 Cntr.,wovon 60,000 Cntr. auf die vier Bogen kommen. Sie ruht auf 472 Pfählen, von denen manchedie Länge von 5254 Fuß erreichen. Um die Gewölbe vor Feuchtigkeit zu schützen, sind siemit einem zu drey Malen aufgetragenen Cement-Lager überzogen. Um allfälligcn Seitenschwan-kungen vorzubicgen, sind an jedem Gewölbe zwey starke eiserne Schlankern eingezogen. DieSpannung von jedem der vier Gewölbe beträgt genau 49 Fuß mit 7 Fuß Pfeilhöhe, ihreBreite 33 Fuß 2 Zoll, die Dicke am Schlußstein 22 Zoll und an den beyden Mittelgewölben25 Zoll. Die Dicke der drey Mittelpfeiler beträgt 8 Fuß, diejenige der Widerlager 12 Fuß. DieAnfahrt von der Meise her hat <E/igv/g, diejenige beym Helmhaus 3»/, Steigung. Bey derAbnabmc der Gerüste und später hat sich die Brücke auch nicht um eine einzige Linie gesenkt,was als eine wahre Seltenheit in der Geschichte der Brückenbaukunde betrachtet werden kann.

Münsterhof.

Durch Abtragung der Buden längs der Fraumünsterkirche, im Herbst 1836, hat sich dieserschöne Platz ziemlich bedeutend erweitert und es ist derselbe nach vollendetem Bau der Münster-brücke und ihrer Zufahrten im Jahr 1839 applanirt und ganz neu bepflastert worden.

Münzgebande.

Dieses mit der alten Augustincrkirche in Verbindung stehende Staatsgebäude, in welchembisdahin der Münzmeister seine Wohnung und seine Werkstätten hatte, hat im Jahr 1838 aufder Seite gegen den Hof der Hochschule ciu neues Kleid erhalten.

Münzwesen

Ueber dasselbe ist in der Periode seit 1820 nur sehr wenig zu berichten. Geprägtwurden in der hiesigen Münze in dieser Zeit Acht- und Zweybatzenstücke, jedoch nur bis zumJahr 1829; später lediglich Rappen, und zwar diese letzter« auf Rechnung des Münzmeisters,wie z. B. im Jahr 1837 für 1662 fl. 7 ß. Eine bedeutende Menge helvetischer Scheidemünzewurde eingeschmolzcn. Mehrere Male mußten Münzverbote, namentlich gegen die verschieden-artigen Batzenstücke erlassen werden, welche aber dessen ungeachtet nie ganz aus dem Verkekrverbannt werden konnten. Oefters wurden fremde Scheidemünzen von der Regierung auf An-trag des Münz-Departements, dem die Spezialaufsicht über das Münzwesen obliegt, tarifirtund heruntergesetzt, wie z. B. im Jahr 1838 die halben und die Viertels - Brabanterthaler,erstere um 1 ß., letztere um 11/2 ß-, in Folge welcher Maßregel diese beyden letzter« Münz-sortcn beynahe ganz aus dem Verkehr verschwunden sind.

Müsli, Stall ikon, siehe Feuersbrünste (1833).

Mulchlen, Bachs, siehe Feuersbrünste (1824).

Dcukwürvigkc>rc,>. Z.

43