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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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Behälter für die Feuerspritze, eine wohl beleuchtete Schulstube, jedoch keine Lehrerwohnungenthält. Ueber dem Gebäude befindet sich ein Thürmchen mit einer Uhr. Die Baukosten betru-gen 2800 fl. In den Jahren 1819 und 1820 erbaute auch die Schulgemeinde Otclfingenein neues Schulhaus, das auf die nämliche Weise construirt ist, wie das so eben angeführte.66 enthält, einen geräumigen Keller (Eigenthum desjenigen Hausvaters, welcher den Bauplatzuncntgcldlich abtrat), eine große helle Schulstube, keine Lehrerwohnung. Die Baukosten betru-gen, ohne das Baumaterial und die Frohnarbeiten, 2000 fl.

In den Jahren 1820 1825 und Ao. 1827 wurden an den Pfarrgebäuden bedeutendeReparaturen ausgeführt, welche zusammen etwa 5000 fl. kosteten. Ao. 1837 wagten mehrereunternehmende Bürger am südlichen Abhang der Lagern, etwa 10 Minuten über dem DorfOtclfingen, unmittelbar unter der Hochwaldnng des Berges, Nachgrabungen nach brennbarenMineralien; sie öffneten zuerst durch Bohren einen Schacht von ungefähr 120 Fuß Tiefe, derspäter, da O.uellwasscr in denselben eindrang, verlassen und ein Stollen von ungefähr gleicherLänge durch harten Sandfelsen getrieben werden mußte. Hier ward dann eine Quelle vonmineralischem Gehalt aufgefunden und das Wasser chemisch untersucht.

Die bollatur der Pfründe, die bisher dem Kloster Wettingen zugestanden, ging im Jahr1838 durch Vertrag mit dem Stand Aargan an den Stand Zürich über und die Pfrnndgüterwurden in Folge dessen von dem Kloster verkauft.

In dem bemerkten Jahr schaffte sich die Gemeinde Otclfingen eine Saugspritze von aus-gezeichneter Qualität an, welche der dortige Bürger Jobannes Groß (gänzlich Autodidakt) ver-fertigt hat. Diese Spritze liefert in einer Minute 5 Saum Wasser. Der Wasserstrahl der-selben ist so kräftig, daß in wenigen Minuten Mauern durchlöchert, Riegelwände eingestoßenund festes Straßcnpflaster aufgeworfen wird. Mit 4 Schläuchen zumal, die nach verschiedenenRichtungen gezogen werden, leistet sie in einer Entfernung von 200 Fuß noch ebensoviel, als4 gewöhnliche Spritzen.

Sehr bemerkcnswerth ist es, daß seit 95 Jahren in dem Pfarrdorf Otclfingen kein Feuerausgebrochen ist und auch damals, im I. 1745, wurde ein eingeäschertes Haus nicht durch Fahrläßig-kcit, sondern durch den Blitz entzündet.

Ottenbach.

Diese weitläufige an der Reuß gelegene Kirchgcmeinde, welche die Dörfer Ottenbach ,Ober- und Unter-Lnnnern, Tonßen, Wolsen und Bickweil umfaßt, zäblte:

Ao. 1736 . 1390 Seelen.

1836 beynahe .... 2000

Im I. 1824 erbaute die Schulgemeinde Lnnnern ein neues Schulhaus ohne Lchrerwoh-nung, das in der Mitte zwischen Ober- und Unter-Lnnnern stelss

Ao. 1827 wurde auf Kosten der Kirchgemeinde ein Metzggebäude errichtet und seitdem vermie-khet, etwas später aus dem Corporationsgul der Eivilgemeinde Ottenbach, an der Stelle, wodie Ueberfahrt über die Reuß ins Freyamt stattfindet, ein Fährbaus erbaut, das einem jewei-ligen Fährmann zur Wohnung dient und jenem Gut ein Bedeutendes einträgt. Die Bautekostete, ohne Fuhrwerk und Handarbeiten der Bürger, 2000 fl.