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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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der Entfernung des Dr. Strauß und bezüglich auf die damit zusammenhängenden Verlangen ein.Ueber alle diejenigen Petitionen, die nicht erheblich scheinen, sowie über Collektiv-Petitionen, schreitetder Große Rath zur Tagesordnung , was gleichbedeutend mit Abweisung ist. Diejenigen, welche fürerheblich erklärt werden, gelangen gewöhnlich an den Regierungsrath zu näherer Untersuchung.

Pfäffikon

ist eine der größten Kirchgemeindcn des Eantons, denn sie umfaßt außer dem MarktfleckenPfäffikon und dem damit zusammenhängenden Bußcnhausen, etwa 11 kleinere und größere Dörfer,nämlich: Auslikon, Faichrüti, Hcrmathschweil, Jrgenhausen, Oberbalm , Oberwcil, Ottcnhausen,Sulzberg, Unterbalm, Wallikon und einen Theil von Wermathschweil, nebst mehreren Höfen,und zählt über 3000 Seelen.

Am Auffahrtsfest, den 11. May, 1820 ereignete sich auf dem Pfäffikcrsce ein Unglück. Dieseit dem Reformationsfest bestehende Mnsikgesellschaft dieses Orts hatte sich zur Feyer des Tagesdurch Gesänge auf einem Schiff besammelt; in einem etwas kleinen, jedoch täglich gebrauchtenKahn folgten demselben 2 Knaben von 12 und 13 Jahren, als geübte Schiffer bekannt, zweyFrauen, die eine mit ihrem Kinde, später stiegen noch drey Männer und ein Knabe ein. Daszu stark bcladene Schiffchen ging immer tiefer, das Wasser fing an durch eine Spalte hineinzu-bringen, man schöpfte vergebens dasselbe aus, endlich schlug das volle Schiff um und die indemselben befindlichen Personen fielen ins Wasser. Die drey Knaben versanken, die übrigenPersonen konnten sich mit Noth retten. In den Jahren 1824, 1827, 1828 und 1838 fandenbedeutende Reparaturen an den Pfarrgebäuden Statt, die zusammen 4000 fl. kosteten. Ao.1827 erbaute die Schulgcmcinde Pfäffikon ein neues Schulhans, das etwas seitwärts vomDorfe steht. Durch Beschluß des Großen Rathes vom 22. Brachmonat 1831 wurde Pfäf-fikon znm Hauptort des bisherigen Amtsbezirks Kyburg erhoben. Es waren noch andere Orte,nämlich Fehraltorf und Rußikon im Vorschlag: allein die große Mehrheit entschied sich fürPfirffikon. Die Schulgemeinde anerbot ihr bisheriges Schulhans als Lokal für die Bezirks-behörden. Dieser Vorschlag wurde angenommen und die nöthigen Einrichtungen in dem Hausegetroffen, was einen Kostenbetrag von ungefähr 6100 fl. ausmachte; am 2. März 1833 warddasselbe als Bczirksgebäude vom Regierungsrath anerkannt. Es enthält auf der ersten Etage:das Sitzungszimmer des Bezirksrathes und 2 Ausstandszimmer, auf der zweyten Etage: dasSitzungszimmer des Bezirksgerichts, das Kanzleyzimmer desselben und noch ein anderes Zimmer.Von den Gefangenschaften befinden sich 6 im Pleinpied, 2 auf dem Dachboden. Nach Ab-tretung des Schulhanses erbaute die Schulgemeinde noch im Jahr 1831 ein neues, das für2 Schul-Classen eingerichtet ist. Ao. 1836 kaufte die Gemeinde ein eigenes freystehendcs Hausund widmete solches zu einer Lehrerwohnung: 1839 wurde eine zweyte Wohnung in demselbeneingerichret. Die Kosten der Schulhausbauten betrugen zusammen mit den Frohndiensten unddem Ankauf des bemeldten HauseS 8440 fl., an welche Summe der Staat einen Beytrag von447 fl. 30 ß. gab. Ao. 1833 wurden die Pfrundgüter, bestehend in 1 Vrlg. Baumgarten,circa 3>/2 Juch. Wiesen, 1/2 Vrlg. Waiden, 11/2 Vrlg. Sträucland und etwas Pünten, für1955 fl. verkauft. In den Jahren 1835 und 1836 wurde vom Staat eine 9100 Fuß lange,beynahe geradlinigtc Landstraße von Pfäffikon nach Fehraltorf angelegt, auf welcher eine frei-