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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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Nheinau, das Städtchen,

sieht mehr einem Torfe ähnlich. Es nimmt zwar einen großen Umfang ein, innert welchem sichjedoch manche unbewohnte und andere sehr schlechte Häuser befinden und zählt gegenwärtig 610Einwohner, darunter 70 Reformirte, die sich größteutheils mit der Landwirthschaft, ein Tbeilaber auch mit der Fischerey beschäftigen. Es bildet eine eigene Kirchgemeinde, die von demKloster aus versehen wird, eine eigene politische und Civilgemeinde, die zum Wahlkreis Mar-thalcn, Bezirk Andelfingen , gehört und hat eine Schule, die wie die übrigen im Canton ein-gerichtet ist und 2 Lehrer hat. Das Schulhaus ist so alt, daß eS gegenwärtig den Einsturzdroht. Dem Staat gehört das Zollhaus, welches zunächst der schönen gedeckten Brücke, dieüber den Rhein ans badische Ufer führt, liegt, ebenso das Salzhaus und das ehemalige Kauf- undKornhaus, welche im März 1825 nebst 6 Juch. Land um die Summe von 5000 fl. vom Klo-ster käuflich übernommen worden. Ao. 1827 wurden Bauten in demselben vorgenommen, diecirca 4400 fl. kosteten. Ao. 1826 wurde auch in dem Salzmagazin eine Baute vorgenommen,die 1471 fl. 52 kr. Kosten verursachte. —- Das Städtchen bildet einen eigenen Notariatskreiö.

Nheinsfel-en, siehe Glattfelden und Antiquitäten.

Richterschweil

ist eine bedeutende Kirchgemeinde, die sich bergwärts bis an die Grenze der Gemeinde Hüttenerstreckt, südlich an den Canton Schwyz stößt.

Im I. 1820 wurde aus Mangel an Platz in der Kirche eine zweyte Emporkirche gebaut,die langen Bänke und die runden Scheiben weggeschafft und dagegen andere Stühle und vier-eckigte Scheiben angebracht. — Im nämlichen Jahr ward bey fortwährend anwachsender Schüler-zahl in dem Schulhaus eine zweyte Schulstube gebaut, ohne daß jedoch in dem Haus Lehrer-wohnungen vorhanden sind.

In den Jahren 1821, 1822 und 1824 fanden sehr bedeutende Bauten an den Pfarrge-bäuden Statt, die zusammen gegen 12,000 fl. Kosten verursachten. — In dem letztbemerkten Jahrwurde von Hrn. I. Hürlimann am See eine Kattundruckerey erbaut, die seither sich ausge-dehnt hat und gegenwärtig zu den größten in der Schweiz gezählt werden kann. — Ao. 1830wurde der Kirchhof, da er nicht mehr hinreichend war, um die Todten gehörig bestatten zukönnen, durch Ankauf eines Stückes Land von den Pfrundreben rc. nach allen Seiten hin be-deutend erweitert und mit Mauern umgeben, welche Baute 2350 fl. kostete. — Ao. 1831traten viele wohlgesinnte Bürger der Gemeinde zusammen und bildeten eine Gesellschaft, unterdem Namen Bürgcrverein, mit dem Zweck, das Wohl der ganzen Gemeinde kräftig zu fördern.In eben diesem Jahr wurde eine höhere Schulanstalt errichtet, deren Leitung die Hrn. Bärund Baumann übernahmen. — Am 28. May 1832 versammelte sich in Richterschweil die hel-vetische Gesellschaft. In der Kirche fanden die Verhandlungen Statt, nachher ein Mittagsmahlin der großen mit Blumen geschmückten Scharfschützenhütte. — Im I. 1833 beschloß die Ge-meinde, ein Armenhaus zu erbauen, welche Baute sogleich ausgeführt wurde und 10,000 fl.