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auch das Amthaus, welches man früher gedachte, für die Pfarrwohnung einzurichten, um6000 fl. an Hrn. Nieter verkauft. Ao. 1837 wurde von dem Frauenverein eine Kleinkinder-schule gestiftet, die jedoch nur im Sommer gehalten wird, auf dem Schulhaus ein neuer Stockangebracht. Im Pleinpied ist nun die Kleinkinderschule und die weibliche Arbeitsschule, aufdem mittleren Boden die Elementar-, auf dem obersten die Realschule. Die beyden Bautenim Schulhaus Ao. 1825 und 1837 kosteten über 10,000 fl. — Es befinden sich im Umfangder Gemeinde mehrere große Industrie-Etablissements, z. B. eine mechanische Baumwollenspin-nercy, eine Rothfärberey rc., die Winterthurer Häusern gehören. — Bemerkcnswertb ist dieHolzleitung Ebnet in der Staatswaldung zunächst dem Dorfe. —
Das Uebrige siehe den Artikel Bläsihof.
Diese Gemeinde zäblte im Jahr 1780 1260 Seelen, Ao. 1836 nur 1253, folglich batsich die Bevölkerung derselben nicht vermehrt.
In dem Dorf Wildenspuch, das in die Kirchgemeinde Trüllikon gehört, ereigneten sichim Jahr 1823 schwärmerische Gräuel-Scenen, welche in der Nähe und Ferne mit Rechtgroßes Aufsehen machten. Es lebte daselbst eine Familie, diejenige des Johannes Peter, beste-hend aus dem Vater, einem Sohn, zwey verheiratheten und drey unverheiratheten Töchtern,welche sich schon längst zum Sektenwesen und zur religiösen Schwärmerey hinneigten. Ganz be-sonders betrachtete sich die Tochter Margaretha, das Haupt der Wildenspucher Frommen, alsinspirirt von dem heiligen Geiste, und sie wurde in dieser Beziehung von ihren Anhängern sehrgeschmeichelt. Schon Mittwochs den 11. März verübten die Hausgenossen auf Befehl derMargaretha ein allgemeines Schlagen mit Beilen, Aorten und Hämmern und ein Klopfen, um zuverhüten, daß der Teufel Christum nicht überwinde, untermischt mit lauten Aufforderungenzum Gebet, mit Schimpfwörtern und Weheklagen. Donnerstags den 12. März wurde der un-sinnige Kampf fortgesetzt und Alles zertrümmert; nachher schlugen die Schwärmer auf sich selbst,bis zuletzt, nachdem sich eine Menge Menschen vor dem Hause versammelt hatten, von der Po-lizey mit Gewalt in das Haus eingedrungen und die darin befindlichen Personen in Beschlaggenommen und verwahrt wurden. Es ward nach vollendeten Verhören den Peterschen Haus-genossen ein ruhiges und stilles Verhalten anbefohlen, dessen ungeachtet setzten solche das frü-here Spiel fort; Margaretha erklärte, die wichtige Stunde sey gekommen, wo Blut fließenmüsse, damit viele tausend Seelen errettet werden mögen. Sie schlug ihren Bruder Kasparmit einem eisernen Keil auf den Kopf, ebenso verwundete sie mehrere andere Personen, sonamentlich auch die Ursula Kündig. Diese ergriff in wilder Raserey ein Schlag - Werkzeug,mit dem sie auf die Elisabeth« Peter, welche die Worte aussprach: „Ich lasse mein Leben fürChristus" so lange zuschlug, bis sie den Geist aufgab. Die Margaretha Peter schlug sich zu-erst selbst und forderte dann unter dem Vorgeben „Christus in ihr habe gegen seinen Vater fürviele tausend Seelen Bürgschaft versprochen; sie müsse sterben und sich kreuzigen lassen," dieKündig auf, mit einem eisernen Werkzeug auf sie zuzuschlagen, welches auch geschah, worauf
Denkwürdigkeiten 4. 81