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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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651
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das alte Pfarrhaus von 800 fl. abzieht. Aucb über der Baute des Pfarrbauscs waltete eineigentlicher Unstern; denn es zeigte sich bald, daß dasselbe an mehreren Stellen vom Schwammangesteckt sey, welchem seither mit aller Macht gewehrt werden mußte.

In trauriger Erinnerung bleibt der 22. Wintermonat 1832, da durch eine zusammenströ-mende Volksmenge das Fabrikgebäude der Hrn. Eorrodi und Pfistcr in Ober-Ustcr eingeäschertund zertrümmert wurde. (Das Nähere über dieses Ereigniß und seine Folgen siehe pag. 427 u. s. f.)

Ao. 1833 wurden die Pfrnndgüter, bestehend aus circa iHj Iuch. Wiesen, 1'/? Vrlg.Ackerland, 3 Iuch. Sträueland, 1 Iuch. Weiden, 2 Iuch. Torfland, nebst der Scheune füretwa 4900 fl. verkauft. Ao. 1834 wurde durch frcywillige Beyträge, zu denen sich Freunde desErziehungswesens auf 6 Jahre verpflichteten, auf Grundlage des Wildischen Instituts, das ein-ging, eine Sekundärschule gestiftet, die ihr Lokal in einem Privathause hat. Mit derselbentrat auch eine weibliche Arbeitsschule ins Leben, die von einem Frauenverein durch regelmäßigeBeyträge unterstützt und von demselben beaufsichtigt wird. Ao. 1835 erbaute die Schulge-meinde Sulzbach auf dem Lokal des alten elenden Schulhauses ein neues mit Lehrerwohnung,das am 1. Christmonat eingeweiht wurde und 3200 fl. kostete, an welche Summe der Staateinen Beytrag von 406 fl. 10 ß. gab. In dem bemerkten Jahr wurde vom Staat eineStraßenstrecke von 7000 Fuß Länge vom Dorf Ustcr in der Richtung vom Hard gegen Guten-schweil angelegt. Ao. 1836 wurde das Schulhaus zu Nie der-Ustcr, das Ao. 1812 er-baut worden, reparirt und zu einer Lehrerwohnung mit Luftheizung eingerichtet. Die Kosten beliefeusich auf 1600 1700 fl. Da sich zeigte, daß der Kirchhof für den Umfang und die Bevöl-kerung der Gemeinde wenigstens um die Hälfte zu klein sey, so wurde von dem anstoßendenLand der Burg Uster für 1550 fl. ein Hügel angekauft, derselbe abgetragen und verebnet undeine schöne breite Doppeltreppe als Zugang angebracht. Die sämmtlichen Unkosten betrugen4500 fl. Am 9. Herbstmonat 1838 wurde der neue Kirchhof eingeweiht. Im Jahr 1837erbaute die Schulgemeinde Nossikon, die früher nicht einmal ein eigenes Schulzimmer hatte,ein schönes Schulhaus mit Lehrerwohnung, das am 1. März 1838 eingeweiht wurde und4220 fl. kostete, an welche Summe der Staat einen Beytrag von 562j/z fl. gab. Zu jenerZejt wurde eine 13000 Fuß lauge Straßenstrecke von Ober-Uster durch das Aathal gegen Wetzi-kon angelegt, Ao. 1838 eine 13860 Fuß lange von Hegnau bis zum Brand, GemeindeUster , und an der Straße durch das Dorf Ustcr eine Correktion vorgenommen. In dembemerkten Jahr ward zu Riedikon ein 3maliger vergeblicher Versuch gemacht, das dortige kleineFabrikgebäude zu verbrennen. In den Jahren 1838 und 1839 unternahm die SchulgemeindeKirch-Uster, da sich bey der Reorganisation des Schulwesens das bisherige Schulhaus alsvöllig unzweckmäßig und im Raum zu beschränkt zeigte, den Bau eines neuen Schulhauses,welches auf einem schönen, etwas von der Hauptstraße abgelegnen, freyen Platz errichtet wurde.Es enthält 2 große Lehrsäle und 2 Lehrerwohnungen, die mit warmer Luft beheizt werden,auch einen Feuerspritzenbehälter, und kostete 13000 14000 fl., an welche Summe der Staareinen Beytrag von 1250 fl. gab. Das alte Schulhaus wurde für 4500 fl. an einen Privatenverkauft, das neue am 5. Wintermonat 1839 eingeweiht und die beyden von der Gemeindegewählten Lehrer eingesegnet. In dem bemerkten Jahr am 15. Heumonat wurde bey einemschrecklichen Gewitter das eben aufgerichtete, zur Ziegclhüttc in Riedikon gehörende neue Ge-