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aufgesetzt findet. Diese Form entsteht einerseits aus dem Gegenstände selbst, wenn für ihn ein Spitzbogen nichtals passend erscheint, oder wegen gegebener geringer Höhe, die nur einen niedrigeren Bogen zuläßt; anderer-seits aber aus dem Bedürfniß von Verzierung, denn wenn ein flacher Bogen mit Blumen abgeblattet werdensoll, so kann dieß füglich nur geschehen, wenn sich in dessen Mitte eine Spitze erhebt, welche am besten auseiner kleinen Schweifung hervorgeht, die jedoch so klein oder noch kleiner sein kann, wie jene bei dem Spitz-15. bogen Figur u6 17 angewendete. — Die Conftruction von Figur 15 ist einfach. Die Distanz u b wird bei ein zwei gleiche Hälften getheilt, aus 6 der Halbkreis u 1i beschrieben, ferner die Distanz 6 u oder e b von a nach6, und von b nach e getragen, und endlich werden mit der nämlichen Zirkelöffnung Kreuzschnitte aus 6 und 6bei f, aus 6 und f bei A, und aus 6 und f bei tt beschrieben. Aus A aber wird die Schweifung 6 L und austt die Scheifung 6 k gezogen. Diese Conftruction beruht mithin, wenn man sich die Constructionspunkte e § kdurch Linien vereinigt denkt, auf dem gleichseitigen Dreiecke. Erscheinen für den gegebenen Fall die Bögeni6.6 t und ef als zu sehr geschweift, so ergiebt sich deren Biegung flacher, so wie man, wie — in Figur 10geschehen ist, die Constructionspunkte A und ti entfernter annimmt. Deren Entfernung von 6 f und 6 f isthier nach der Bogenweite u k genommen, welche aus 6 fund 6 f durch Kreuzschnitte nach K und 1i getragenwurde. — Die Figuren 17, u6 17, 24 und u6 25 zeigen die Aufsetzung von Schweifungen auf Spitzbögen,welche höher» Raum, aber immer noch nicht, wie schon oben bemerkt worden, so hohen wie die Vereinigungdes Giebels mit dem Spitzbogen (Figur 25) erfordern. Die hier gebrauchten Spitzbögen sind nach Anleitung vonFigur 10 aus dem gleichseitigen Dreiecke construirt; es versteht sich jedoch von selbst, daß auch anders conftruirte17 . Spitzbögen mit Schweifungen versehen werden können. —In Figur 17 ist die Hälfte u e der Bogenweiteu 6 von u nach 6, und von b nach e, von hier aus aber die Distanz 6 6 mittelst Kreuzschnittes nach f getragen.Die von 6 und f, und 6 und f aus zu conftruirenden Kreuzschnitte, aus welchen die Schweifung gezogenwird, müssen bei dieser Constructionsweise sehr weit entfernt sein, damit die Bögen 6 f und 6 f die Bögen6 Z und 6 A nicht überschneiden. Deßhalb muß ihre Entfernung noch etwas mehr als die fünffache Distanzvon u e betragen. Trägt man nämlich auf der Grundlinie des Bogens die Distanz u k von u nach k, unddie Distanz u e von U nach 1, so ergiebt sich die Distanz b i, welche die Distanz u e fünfmal enthält. DerZirkel muß also, um aus 6 und f, dann aus 6 und f die Kreuzschnitte zu machen, noch etwas weiter alsvon b nach i geöffnet werden, mit welcher Zirkelöffnung aus 6 und f, dann aus 6 und f die Kreuzschnittek und 1 gemacht sind. Die nähere Bestimmung der Weite solcher Zirkelöffnungen ist in Figur 24 gezeigt. —Die dieser Constructionsart entgegengesetzteste ist jene in der Figur »617. Aus der Vergleichung beider ergiebtsich, daß, je näher die Punkte 6 und 6, wo die Bogenschweifung beginnt, dem Schlüsse des Spitzbogens,«ci i?. oder je entfernter sie von demselben sind, desto näher oder entfernter die Kreuzschnitte liegen müssen, auswelchen die Schweifung gezogen wird.—Der Schluß e der Schweifung in der Figur a6 17 ist nach der Distanzu d genommen, indem e von der Grundlinie a b eben so weit, als u von b entfernt ist. Gesetzt nun esseien 6 und 6 die Punkte, wo die Schweifung beginnen soll, so können aus 6 und e, dann aus 6 und 6 dieKreuzschnitte in geringer Distanz, z. B. in f und A (wie hier geschehen) gemacht werden, aus welchen dieSchweifungen 6 e und e e gezogen werden. Die Punkte 6 und e, dann f und A sind hier willkührlichgenommen, nur um zu zeigen, wie von allen beliebigen Punkten aus die Conftruction statt finden kann; dochsollen dergleichen Punkte - nach Analogie des bisher gesagten — immer aus bestimmten, z. B. in der Con-struction der Bögen selbst, in der Eintheilung der Bogenweite oder sonst im Grundrisse enthaltenen Distanzengesucht werden. — Ueber die in den Figuren 15,16 und 17 enthaltenen Formen muß noch bemerkt werden, daßsie auf zweifache Weise anwendbar sind; entweder so, wie sie hier gegeben sind, so daß nämlich die dreieckigenRäume 6ef (und respective der viereckige d^ef der Figur 17) für sich bestehen bleiben, oder so, daß die»ci 25. zwischen 6 und 6 befindlichen Bogenstücken ganz wegfallen.— In der Figur u6 25, bei welcher die Schwei-fungen 6 k und e f aus sehr entfernten Kreuzschnitten gezogen sind, ist der viereckige Raum 6 e 6 f größer,weil die ganze Schweifung u kb eine besondere Gliederprofilirung, und der Bogen ueb ebenfalls eine besondereProfilirung erhalten würde. Dergleichen Räume wie 6 e 6 f können entweder mit geometrischer oder vegeta-bilischer Verzierung ausgefüllt werden.