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Formen des Uebergangsftyles der vorgothischen in die gothische Architectur-Periode zu immer reicheren Gestal-tungen entwickelte, davon wird unten bei'm Vorlegeblatte XI noch naher die Rede sein. Uebrigens bestehen alle,auch noch so reichen und complicirten Verzierungen aus Vielecken und Kreisen oder aneinander gereihten, ein-zelnen Kreistheilen, welche theilweise mit Nasen ausgefüllt, in der letzten Periode des gothischen Stples manchmalaber auch gänzlich leer gelassen sind.
2. Gliederung mir plättchen und Hohlkehle.
ier wird auf ähnliche Weise, wie vorher, verfahren, nur daß, wie die Figur 2 zeigt, die Hauptform des 2 .Ganzen, statt mit einer, mit zwei Linien in der Art gezeichnet ist, daß dieselben an keinem einzigenPunkte an einander stoßen dürfen, weil sie das Plättchen vorstellen, welches, wie der, der Figur d nd 2beigefügte Grundriß zeigt, das mittelste Glied der Verzierung bildet. Aus diesem Grundriß ist ersichtlich,daß neben dem Plättchen, wie vorher neben der Schneide, Hohlkehlen laufen. Wenn daher die Form des Ganzenals Plättchen mit zwei, sich nicht berührenden, Linien gezeichnet ist, dann werden, — wie die Figur nd 2 zeigt, -6 2 .an das Plättchen auf beiden Seiten, mit Ausnahme der äußersten Schlußlinien, die Hohlkehlen angereiht, oderes werden mit andern Worten noch auf jeder Seite des Plättchens Linien gezogen, welche in allen vorkom-menden Winkeln durch kleine Striche an das Plättchen angeschlossen werden. — In der Figur k nd 2 endlich >. -6 2 .sind die Nasen in die verschiedenen Räume hineingezeichnet, womit das Ganze vollendet ist.
3. Gliederung mic Rundstab, plättchen und Hohlkehle.
n allen Fällen, wo wie hier, alte und junge Pfosten vorkommen, wird zuerst das mittelste Glied deralten Pfosten, also hier der Rundstab, aufgezeichnet. Der Rundstab besteht gleich dem Plättchen auszwei nebeneinander laufenden, sich nicht berührenden Linien, nur daß er etwas breiter als das Plättchenist, wie der Grundriß in der Figur d nd 3 zeigt. Wenn also die Hauptform des Ganzen, nämlich dienach dem Grundriß den Rundstab enthaltenden Theile, aufgezeichnet worden, welche, — wie die neben der Figur 3 s.an den Rand in verkleinertem Maaßftabe gezeichnete und mit x bezeichnete Figur 3 zeigt, ein aus zwei Linienbestehendes Skelet bilden, dann werden die mit Plättchen versehenen Theile innerhalb der zwischen den Rund-stäben befindlichen Räume hineingezeichnet. — Hierauf werden, wie aus der Figur nd 3 ersichtlich ist, neben die -6 s.Plättchen die Hohlkehlen gezeichnet. — Endlich aber müssen in die verschiedenen Räume noch die Nasen hinein- >.-6 3 .gezeichnet werden, wozu die Figur b nd 3 die Anleitung giebt. Das Ganze ist alsdann bis auf die Gewandungoder Einfassung der Verzierung vollendet, für welch' letztere hier, wie der Grundriß zeigt, eine der gewöhn-lichsten Profilirungen, nämlich eine Fase, aus der eine Hohlkehle gebildet ist, und welche unten auf einemWasserschlage aufsitzt, angenommen wurde. Uebrigens haben die Pfosten in der Regel eine weit bedeutendereHöhe, als ihnen hier, des beschränkten Raumes wegen, gegeben werden konnte. — Der Verfasser hat auf dieim Vorlegeblatte V entwickelte Manier schon mehreren jungen Leuten schnell ein Verständniß geöffnet, und siein kurzer Zeit dahin gebracht, dergleichen Verzierungen selbst erfinden und ausführen zu können. Für die erstenAnfangsgründe aber ist es gut, Aufgaben, wie die in den Figuren 4 bis nd 7 einschließlich enthaltenen, zugeben: nämlich ganz willkürliche, sich kreuzende Linien auf das Papier zu zeichnen, und dem Lernenden auf-zugeben, dieselben als Gliederung mit einer Schneide zu behandeln, in welchem Falle sich aus Figur 4 jenend 4, und aus Figur 5 jene nd 5 ergeben wird, — oder als Gliederung mit einem Plättchen zu zeichnen, in 5 . ^welchem Falle aus der Figur 4 jene d nd 4 hervorgehen wird. Zur nämlichen Aufgabe werden die Figuren >.-64.6 und 7 oder ähnliche dienen, welche gleichfalls als Gliederung mit Schneide, oder mit Plättchen, oder, wie 6.7.Figur 7 , auch mit Rundftab und Plättchen, ausgeführt werden können. Bei den ersten Lectionen ist es ambesten, in die zur Aufgabe bestimmte, mit einer Linie gezeichnete Figur die kleinen Nasen, welche in die ver-schiedenen Räume hineinpassen, in dieselben hinein zu scizziren, wie hier in den Figuren nd 6 und nd 7 ge-schehen ist, worauf dieselben vom Anfänger nach Anleitung der Figuren d nd 1 , 2 oder 3 auszuführen sind.
Hat aber der Schüler schon einige dergleichen Zeichnungen gemacht, dann gebe man ihm nur allgemeine Umrisse,wie die Figuren 6 ,7 oder 1 , zur Aufgabe, damit er seine Phantasie übe, die in die verschiedenen Räume passendstenVerzierungen aufzufinden. Daß die Nasen in zu kleine Räume nicht eingesetzt werden, wurde schon oben bemerkt.Manchmal ergeben sich aber auch so kleine Räume, daß sie nicht einmal groß genug sind, um die, alle Räumeumgrenzende, Hohlkehle (wie in der Figur nd 5 bei der mit n bezeichneten Stelle noch geschehen konnte) ganzaufzunehmen, und alsdann entsteht von selbst ein Zusammenlaufen der Linien aus den Winkeln in die Mitteauf einen Punkt, wie z. B. in der Figur ad 5 bei den mit 0 bezeichneten Stellen vorkommt. In den zwischen