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(wiewohl freilich auch in dem, noch vorgothisches Gepräge an sich tragenden, Entwicklung^) Style die Diensteauch in verschiedener Höhe der Wand aufhören, was jedoch in der Regel nur an den Umfassungsmauern stattfindet. Bei dieser Abbuchung der Dienste treten wieder folgende Verschiedenheiten ein. Der Dienst hört eine kurzeStrecke unterhalb der Stelle, wo die Rippen in ihn zusammen gelaufen, schon auf, so daß der Dienst mitdem, ihn stützenden, Kragsteine gleichsam ein Ganzes bildet. Diese, in Figur 31 dargestellte, Art beruht insofernauf einem richtigen Schönheitsgefühle, als ein kurzes, lothrechtes Fortführen der Gewölbelinie letzterer ein schö-neres Verhältniß ertheilt; daher ist auch in Figur 29 ein solches lothrechtes Fortführen der Gewölblinien (wennauch nur eine ganz kurze Strecke) von besserer Wirkung, als wenn die Gewölblinie gleich als solche endigte. DasAufhören der Dienste, etwas weiter unten, ist manchmal sehr passend motivirt, wenn im schmäleren Flügelverhältnismäßig derselbe Gewölbebogen, wie im breiten Langhause, gebraucht ist, und mithin viel weiter obenaufhört, daher von dieser Stelle an ein Dienst bis zu dem Punkte lauft und abgebrochen ist, wo im Langhausdie Gewölbanfänge sich befinden, und dieß dürfte wohl als die eigentliche Regel zu bezeichnen fein, wenn manauch sehr oft die Dienste ganz willkührlich, etwa in der Mitte der Wand abgebrochen findet. Letzteres kannjedoch gleichfalls gut motivirt sein, wenn nämlich auch an den Wänden der Flügel in der nämlichen Höhe,wie an den Schäften, Figuren angebracht sind, und die Dienste an den Wänden mit solchen Verzierungenendigen, daß sie Tabernakel über den Figuren bilden. Starke Dienste verjüngen sich nach unten durch Absetzun-gen, wie solche auch in Figur 31 dargestellt sind, nur daß solche Absetzungen auch längere Strecken, als diehier dargestellten, einnehmen können. Aehnlichkeit mit solchen Verjüngungen durch Absetzungen ist vorhanden,wenn im ältern Style bei Anordnung von Schäften reichgegliederter Ordnungen, an welche sich im reichstenStyle in den Flügeln die Gewandgliederungen der Fenster unmittelbar anschließen, nur der mittelfte Dienstden Boden erreicht, die beiden Dienste neben demselben aber auf dem „Kaffsimse *)" aufhören. Was nundie Art betrifft, auf welche der Dienst aufhört, so geschieht dieses, wenn er nicht etwa (wie vorher bemerkt) ineine tabernakelartige Verzierung endigt, stets durch Kragsteine, wovon nachher ein mehreres.
7. Gewölbanfänge.
ie Gewölbanfänge können, obwohl sie Bestandtheile der Gewölbe sind, gleichwohl bei der Lehre von denSchäften nicht ganz umgangen werden, weil sie von den letztem ausgehen und mit ihnen zusammen-hängen. Zm allgemeinen müssen daher schon hier die alten technischen Ausdrücke über die Bestand-theile des einfachen Kreuzgewölbes, welches bei den bedeutendsten Domen das vorherrschende ist, berührt werden.Die „Kreuzbogen" (Gewölbebögen des Kreuzgewölbes) sind entweder „Gurtbögen" (später Gürten genannt)oder „Gradbögen". Die Gurtbögen sind eigentlich nur Queergurten, d. h. sie wölben sich von einem Schaftezum andern queer durch das Langhaus oder die Flügel (im englischen rip8 ti-av8V6i8a1), während die imLängendurchschnitte der Kirchen von einem Schaft zum andern, und zwar im Langhause, sich wölbenden Bögen(im englischen rip8 lonKltulUuul) nicht mehr Gurtbögen, sondern (wie schon oben bemerkt wurde) „kleineScheidebögen" heißen, weil sie durch die, über ihnen geschlossene, Mauer Langhaus und Flügel von einanderscheiden (im französischen tormerew, 1ov8^u6 «68 purti68 8ont t6i'M668 cle urun), — hingegen die imFlügel von einem Halbschaft oder Dienst zum andern an den Umfassungsmauern sich wölbenden Bögen(im englischen ^uU-rip8) „Schildbögen" heißen, weil die durch sie eingefaßten Wände (umgekehrte) Schildebilden. Die Gradbögen sind die Kreuzgurten, welche im Grundriß die Diagonallinien des Quadrats bilden(daher im englischen äiuA 0 naI-rip 8 ) und sich in der Mitte durchkreuzen oder einander schneiden (im fran-zösischen OKIV68)**). Durch den Ausdruck „Reihungen" endlich wird die Führung der unter einander ver-schränkten Gewölberippen bezeichnet, welche auf einer und derselben Gewölboberfläche angebracht sind (daherder englische Ausdruck 8urtu66-inp8) und die sogenannten netzförmigen Gewölbe der spätern Periode bilden.Die Gurtbögen, zwischen welchen die Gewölbekappen eingespannt werden, sind verstärkte Bögen (im franzö-sischen ui-68 äoudieurix), und stehen daher auf den mittelsten, stärkeren oder alten Diensten, während dieGradbögen schwächer profilirt sind und auf den, neben den alten Diensten befindlichen, schwächeren oder jungenDiensten stehen. Die Gurtbögen waren im vorgothischen Style am stärksten und wurden im gothischen von derältern bis zur mittlern Periode (mit Ausnahme der Gurten im Kirchenkreuz oder unter Thürmen) immerschwächer, bis sich in der spätern Periode der Unterschied der Gurt-und Gradbögen hinsichtlich ihrer Stärke
*) Der alte technische Ausdruck für die Fenstergesimse, welche zugleich um den Strebepfeiler laufen.
**) Gegenwärtig versteht man zwar unter oKivs« alle Spitzbögen; allein in diesem Sinne sind eben die Wörter „o^ivs", wie „Spitzbögen" beide gleichmodern, indem man sich statt derselben früheren der Ausdrücke „gothischer Bogen" oder „ceintrs ^otki^ue" bediente. Oxive ist vielmehr der alte technischeAusdruck für die Gradbögen eines Kreuzgewölbes, welche, da von einem gothischen Kreuzgewölbe die Rede ist, allerdings auch Spitzbögen sind.