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gänzlich verlor, indem beide als Gewölberippen (im englischen rip8, im französischen v6i'vui'68) von einerleiProfil, nicht mehr aus verschiedenen Diensten, sondern nur noch aus einem Dienste entsprangen, und (wievorher erwähnt) durch Reihungen verbunden, als netzförmige Gewölbe an die Stelle der ehemaligen Kreuz-gewölbe traten. Die in den Figuren 15 und 16, dann 24 bis 32 inet. dargestellten Gewölbanfänge enthaltenlauter Rippen von einerlei Profil. Die Rippen sind entweder, wie in den Figuren 25 und 26, durch Dienste,oder wie in den Figuren 24 und 32, so wie zum Theil auch in Figur 16, durch Kragsteine gestützt. EinMittelding zwischen beiden Arten bildet die in Figur 31 dargestellte Anordnung, nach welcher ein ganz kurzerDienst sich mittelst Absetzung kragsteinartig endigt. Auch kommt es vor, daß der Gewölbeanfang nicht durcheinen förmlichen Kragstein, sondern durch irgend einen passenden Gegenstand, z. B. wie in Figur 30, durchein Wappen, oder durch zwei zusammengestellte Wappen, oder durch einen Kopf, eine ganze oder halbe Figur, einaufgeschlagenes Buch, ein Laubornament, eine Lhierfigur u. s. w. gestützt ist, wobei jedoch gewisse (meist symbo-lische) Beziehungen, wie der Wappen auf die Stifter, der Köpfe oder Figuren auf die bauenden Meister undSteinmetzen, des Buches auf die heilige Schrift u. f. w. vorhanden fein müssen. So sind z. B., wo es sich umvier Gewölbanfange in einer Kirche handelt, die bekannten Evangelistensymbole: Engel, Adler, Löwe, Ochssehr bezeichnend. Endlich können sich die Gewölbanfänge auch in die Schäfte oder Umfassungsmauern ver-lieren, indem sie unmittelbar aus denselben herauswachsen. Dieß ist in Figur 15 bei einem runden, so wietheilweise in Figur 16 bei einem viereckigen Schafte dargestellt, und kann eben so gut bei einem Schafte ausdem Achteck oder einem andern Vieleck vorkommen. Das Herauswachsen des Gewölbeanfangs aus der Wandaber ist — in den Figuren 27 und 28, deren Rippen einerlei Profil haben, dargestellt. Die Grundrisse 27.28.ad 27 und ad 28 stellen ein Eck eines viereckigen Gewölberaumes dar. — In Figur 36 27 entspringt derGewölbanfang aus einem einzigen Punkte, während in Figur ad 28 von diesem Punkte aus sich ein^A-kleiner umgekehrter Wasserschlag zum Plättchen der Mittelrippe erhebt, und so eigentlich schon den Ueber-gang zu der in — den Figuren 29 und 30 noch bestimmter hervortretenden kragsteinartigen Unterstützung 2-1.30.bildet. Das Herauswachsen der Gewölbanfänge kommt in der Regel nur in kleineren Kirchen, und auch danur in den Flügeln vor, indem im Langhause doch gewöhnlich wenigstens Kragsteine angebracht sind. DerDurchschnitt der Gewölberippen der Figuren 29 und 30 ist im Grundriß — der Figur ad 30 gegeben, von ->«> 30.welchem die innerhalb der Distanz ab befindliche Rippenprofilirung auf die Durchschnittslinien ab in denFiguren 29 und 30 übergetragen wird; so ist die Grundrißdistanz cd auf der Durchschnittslinie ab (Figur 30)in der Distanz 3 6, und die Grundrißdistanz d 6 in der Aufrißdistanz 6 d enthalten. — Der Grundriß ad 31 -.6 31 .zeigt innerhalb der Distanz fK den Durchschnitt des im Aufriß auf der Linie I 6 beginnenden, kurzenDienstes, und innerhalb der Distanz a b den Durchschnitt der Gewölberippen nach der Durchschnittslinie abdes Aufrisses. Wie im Grundriß ad 30 ist auch hier durch punktirte Linien angedeutet, wie der Auszug derRippen aus dem Grundriß in den Aufriß bewerkstelligt wird; demnach entsprechen die im Grundriß mite d und d e markirten Distanzen den im Aufriß mit a e und ed bezeichneten Distanzen. Was dasVerhältniß der Absetzung oder Ausladung des Dienstes betrifft, so ist dasselbe im Grundriß — b ad 31 K .-.6 31.(welcher der Deutlichkeit wegen gesondert vom Grundriß ad 31 gezeichnet wurde, dessen Distanz e d jedoch dienämliche, wie die im Grundriß ad 31 mit L K bezeichnete ist) nach der schon im Vorlegeblatte VII, Figur 2gegebenen Regel bewerkstelligt, indem um den Halbkreis e d ein halbes Quadrat 6 abd errichtet ist, und ausdem Centrum 6 Diagonallinien in die Quadratecken a und b gezogen werden, welche den Kreis in den mitx bezeichneten Punkten durchkreuzen; die Distanz x x aber ist das Maaß für die Absetzung des Dienstesund die Distanzen fA und 6 d sind in den Aufriß nach n K und 1 e getragen. Die Höhenverhältniffe deskurzen Diensttheiles, seiner Absetzung und kragsteinartigen Endigung in — Figur 31 sind hier auf folgende 31 .
Art normirt. Die Breite 16 des Dienstes ist abwärts von 6 nach f getragen (an welcher Stelle eben so gut der,erst bei m beginnende, Absetzungssims hätte angebracht sein können). Hierauf ist die Distanz im Grundrißb ad 31 mit dem Zirkel genommen und im Aufriß von f nach A, von A nach b und von b nach i getragen.
Die einander gleichen Sims-und Kragstein-Glieder mA und bk aber sind der Distanz dv im Grundrißad 31 entnommen. Ueber die Conftruction der Profilirung von Gewölberippen insbesondere wird weiter untenbei den Gewölbe - Constructionen nähere Anweisung folgen.