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Gothisches ABC-Buch, das ist: Grundregeln des gothischen Styls für Künstler und Werkleute / von Friedrich Hoffstadt
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169
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Pfeilern und Mauern, wie sie nach den Graden zusammen gewölbet seyn, mit Buchstaben bezeichnen undanmerken." rc.Ist demnach der Anfang solcher Gewölber Principal, der halbe Zirckel über das Creutz einesjeglichen Gewölbes, (ausgenommen in den Kuffen-Gewölben,) es mag die Grösse und Breite haben, wie esimmer wolle, so muß man sich der Helfte gebrauchen, auch nach der Höhe desselben, wofern es immer möglichist. Kan man es aber wegen der Ober-Balcken, oder sonsten einiger Berhinderniß halben nicht aufs den halbenCreutz-Circkel bringen, so muß man den Zirckel oberhalb Vordrucken, so viel er leiden kann." rc.In diesemGrundriß wird der Anfang genommen zu der Creutz-Bügen von n biß in den Winckel k aus welcher Breite eingantzer Quadrant gemachet wird; der ander Circkel ist auß dem Mittel 6 biß in f. Man trage demnach denandern Quadranten auch auff das Papier, und nehme die Weite im Grund-Riß von n bis k und trage steinden Quadranten, von dem Perpendicularriß n unten und oben gleiche weit ab, und mache noch einen Loth-Riß, und wo er oben in den Cirkel schneidet, da ist die Rundung oder Büge, von n biß k. Ferner nehme manim Grund-Riß die Weite von k biß e und trage sie gleiche weit von dem Loth-Riß b und ziehe ihn über denQuadranten hinaus. Hernach nehme man die weite quer über von a biß e und trage dieselbe in den Quadrantenvon oben n biß nach unten, und wo die weite einen Punkt machet, da ziehe von dem Quadranten einen kleinenWinckel, bis er sich schneidet in den Loth-Riß e. Wo es nun zusammen stosset, setzet man einen Fuß desunver-ruckten Quadranten-Circkels und schneidet unten einen Strich; Nachmahls denselben Fuß in den andern Punkt k gesetzet, wo die Büge soll anfangen, und schneide gleichfals unten einen Strich. Wo nun solche Striche miteinem Creutz durchschnitten werden, alda ist das Centrum der Bügen von k bis e, mit unverrucktem Circkel.Weiter nehme man von e biß fdie Weite, und trage sie unten in den Horizontalriß von dem punctirten Lothriß obis es den Punckt giebet. Bon demselben k wie auch von der Bügen oben e, mache, wie zuvor einen Creutzstrichvon beyden Punckten mit unverrucktem Quadrantcirckel, und wo sie sich durchschneiden, allda ist der Puncktvon der Bügen e biß f. Noch ist übrig die Weite der Bügen e, biß an den Pfeilerbogen c>. Man nehme dieWeite von e biß ä und trage sie auch von dem punctirten Lothriß 6 gleiche weit ab, und mache einen Lothriß,

so hoch als die Steuffe 6 in gleicher Höhe ist. (Man kan dieselben Bogen allezeit etwas niedriger machen; abernicht höher als der Circkel neben bey.) Hernach stecke man den unverruckten Quadrantzirckel in den Punckt ound dann in den Punkt 6; Und wo dieselben über das Creutz durchschneiden, da ist das Centrum der kleinen Bügevon 6 biß 6. Weiter nehme man die Weite im Grundriß von <1 bis f und trage sie von der punctirten Linie <1in den Horizontalriß. Und wo der Punct durchschneidet, da setze einen Fuß des unverruckten Circkels, und schneidedir eine Linie. Hernach stecke denselben Fuß des Circkels oben in der Bügen <1 und schneide die Linie durch.

Wo sie nun das Kreutz machet, in dem Punct ist das Centrum der Bügen (oder Pfeiler-Bogen) von 6 biß f.Dieses dienet noch zur Nachricht: Daß wo die Grad nicht werden von Steinwerk gemacht, daß man sich inSetzung der Bögen wohl vorsehe, damit sie lothrecht stehen mögen. Denn wenn die Graden von gebackenen Ziegelnformiret seyn, und die Bügen in der Platte derselben, nicht recht lothrecht stehen, so wendet sich die Oberrundungder Bügen über; dann folget, daß der Grad auch muß krumm gewölbet werden." rc. Der in Figur 3 darge-stellte Gewölbgrundriß enthalt das Gewölb unter dem großen Crucifix der vorerwähnten Danziger Marien-^kirche. Der in den Figuren 3 und 1> 3 gegebene Auftrag der Gewölbschenkel dieses Grundrisses wird i>'-^von Meister Ramsch folgendermaaßen erklärt:Wird der Hauptcirckel genommen von n bis k, allwo er biß enur gebrauchet wird; von e bis b wird er nur blind gebrauchet. Man nehme vors erste die Weite von n bißim Grundriß, und trage sie von der lothrechten Linie des Quadranten gleiche weit ab. Wo nun diese Linie inden Quadrantencirckel einschneidet; da ist die Büge von u biß e fertig. Weiter nehme man die Weite von ebis 6 im Grundriß, und trage sie in den Quadranten von oben n, biß es sich in den Circkel einschneidet. Vondem Punct ziehe einen kleinen Winckelriß von dem Bogen, biß an die punctirte Linie 6. Wo nun der Winckeleinschneidet, da ist die Höhe von der Steuffen 6. Nun nehme man den unverruckten Quadrantcirckel, und steckeeinen Fuß in den Punct 6, hernach in den Punct 6. Wo nun die beiden Linien unten einen Creutzschnitt machenda ist das Centrum der Bügen von ä biß 6. Nun sind noch übrig die drey 6, 6,6 Linien biß k. Also nehmeman vor's erste die kürtzeste Linie von 6 biß b im Grundriß, und trage sie von der punctirten Linien e in dieHorizontallinie, wo sie punctiret, da ist der Anfang b. Nun nehme man den unverruckten Circkel, und macheoben aus dem Punct 6 und unten aus dem Punct b einen Creutzschnitt. Wo es sich zusammen durchschneidetda ist das Centrum der Bügen von der kleinen Linien e, biß k. Ferner sind noch zwei Bügen von 6 bis b zumachen; weil aber eine etwas langer ist, als die andere, so muß man eine jede auch absonderlich aufftragen, undalso damit verfahren, wie mit dieser kleinen 6, d, welches auch schon in der Bockverstellung angemercket ist.

Ist also noch übrig zu berichten die Höhe von dem mittelsten Grade, wo die Gewölber an einander flössen, wie